Ecce Mole | Italien 2025 | R+B: Heinz Emigholz | K: Heinz Emigholz, Till Beckmann | M: Kreidler | 28 min | ohne Dialog | »Vorhin ging ich an der Mole Antonelliana vorbei, dem genialsten Bauwerk, das vielleicht gebaut worden, – merkwürdig, es hat noch keinen Namen – aus einem absoluten Höhentrieb heraus, erinnert an gar nichts außer an meinen Zarathustra. Ich habe es Ecce homo getauft und im Geiste einen ungeheuren freien Raum herumgestellt.« (Friedrich Nietzsche, 1888) Der Film stellt zwei Gebäude des Architekten Alessandro Antonelli (1798–1888) in Turin gegenüber, die 500 Meter voneinander entfernt liegen: die Privatresidenz »Casa Scaccabarozzi« (1840), und die »Mole Antonelliana« (1889). Die Mole sollte ursprünglich als Synagoge dienen, wurde jedoch vor ihrer Fertigstellung von der Stadt erworben und zu einem Denkmal der nationalen Einheit und schließlich zum Symbol Turins. Mit einer Höhe von 168 Metern dominiert sie die Skyline der Stadt und ist nach wie vor das höchste Backsteingebäude der Welt. Seit 2000 beherbergt sie das Nationale Kinomuseum. ECCE MOLE ist eine prägnante und geheimnisvolle Studie über Gegensätze: öffentlich und privat, innen und außen, oben und unten, Realität und Kino, Himmel und Hölle. »Architektur ist das, was man mit ihr macht, wenn man sie betrachtet, sagte Walt Whitman, und ich stimme ihm zu. Ich filme Gebäude, von Höhlen bis zu Kathedralen, mit oder ohne Menschen. La Mole war eines der seltsamsten, und wir mussten tief in seine Keller und baulichen Details vordringen, um einige seiner Geheimnisse zu lüften.« (Heinz Emigholz) – Dopo mezzanotte (Die zweite Hälfte der Nacht) | Italien 2004 | R+B: Davide Ferrario | K: Dante Cecchin | M: Banda Ionica, Daniele Sepe, Fabio Barovero | D: Giorgio Pasotti, Francesca Inaudi, Fabio Troiano, Francesca Picozza, Silvio Orlando, Andrea Romero | 94 min | OmeU | Martino arbeitet als Nachtwächter in der Mole, dem Turiner Filmmuseum. Das ist für ihn mehr als nur ein Job: Nach Mitternacht betrachtet er sich als Herr über diesen Ort und schaut sich bis zum Morgengrauen Stummfilme an. Angelo ist ein kleiner Dieb aus der Vorstadt. Er hat eine Schwäche für Autos und Frauen, worüber seine Freundin Amanda nicht sehr glücklich ist. Eines Tages gerät Amanda in Schwierigkeiten und findet auf der Flucht vor der Polizei Unterschlupf in der Mole, wo sie auf Martino trifft. Die beiden könnten nicht unterschiedlicher sein: Der an Einsamkeit gewöhnte Nachtwächter teilt sein Zuhause nun plötzlich mit einer jungen Frau; Amanda ihrerseits hätte niemals für möglich gehalten, dass ein solches Reich der Träume existiert. »DOPO MEZZANOTTE ist ein freundlicher kleiner Film über einen sehr sonderbaren Ort. Es ist auch ein Film über die Liebe zur Filmgeschichte – und besonders zu Buster Keaton. Die Mole mit ihrer unglaublichen Architektur hat jenseits des Publikumsverkehrs auch eine verborgene Seite. Die spiralförmigen Treppen, die sich in die Kuppel hinaufwindenden Fenster mit ihrer atemberaubenden Aussicht, die winzigen, 165 Meter hoch liegenden, kreisrunden Balkone – ein überaus inspirierender Ort.« (Davide Ferrario)
Eintrittspreis 5 € (3 € bei MFZ-Mitgliedschaft), Aufschläge bei Überlänge, Live-Musik oder 3D. Die Kasse öffnet jeweils 60 Minuten vor und schließt 30 Minuten nach Beginn der Vorstellung. Bei allen öffentlichen Veranstaltungen verbleibt ein Kartenkontingent für den freien Verkauf an der Abendkasse.


