leere Kinostuhlreihen aus rotem Stoff von hinten

Peter Heller: Afrikas Zeugen

Peter Heller: Afrikas Zeugen

Als Peter Heller in den frühen 1970er Jahren beginnt, sich intensiv mit dem deutschen Kolonialismus auf dem afrikanischen Kontinent zu beschäftigen, spielt die deutsche Kolonialzeit in der deutschen Erinnerungskultur keine Rolle. Die (bösen) Kolonisten kamen nur als Franzosen, Engländer und Spanier vor. Der Mythos, der deutsche Kolonialismus sei hart, aber gerecht gewesen, lebte in der lückenhaften Erinnerung der Deutschen fort und die Heldenverehrung deutscher »Kolonialeroberer« schmückte ganz selbstverständlich Seiten in Schulbüchern, Plätze und Straßen. Heller versucht in seinen Filmen, als »Nachgeborener der kolonialen Invasion« den Staub der Geschichte abzuschütteln und die Wunden aufzudecken, die die »deutsche Zeit in Afrika« geschlagen haben. Zur späten Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte gehört es, nicht allein über Zivilisationsdruck und Kulturwandel, Enteignung, Zwangsarbeit und Rassismus in den ehemaligen deutschen Kolonien aufzuklären. 

Es geht auch darum, sich kolonialer Kontinuitäten überhaupt bewusst zu werden. Die neue Filmdatenbank »Afrikas Zeugen« auf der Plattform »History Open« des Instituts für Zeitgeschichte stellt authentische, ungekürzte Interviews mit afrikanischen Zeitzeug*innen der deutschen Kolonialzeit frei zur Verfügung, die Peter Heller in den 1970er bis 1990er Chris Geary, David Slama, Peter Heller, Zacharias Ngoufungom bei Dreharbeiten in Foumban Jahren in Tansania, Namibia und in Kamerun geführt und gefilmt hat. Die Plattform verlinkt zur Datenbank, in der die Originalaufnahmen zur Sichtung kostenlos verfügbar sind. Zudem stehen synchron alle übersetzten Transkripte der Zeugenaussagen bereit – für Forschende in Deutschland wie in Afrika. Peter Heller wird das Projekt und die Nutzung der Datenbank anhand anschaulicher Beispiele vorstellen sowie seinen Film MANDU YENU präsentieren.

Mandu Yenu. Des Kaisers schwarzer Thron | BRD 1984 | R+B: Peter Heller | K: David Slama | 62 min | OF | Die Geschichte eines afrikanischen Königsthrones, der heute im Berliner Humboldt Forum bestaunt wird: Das Symbol der Macht des Königs der Bamoun erhielt der deutsche Kaiser 1908 aus der Kolonie Kameruns zum Geburtstag »geschenkt«. Der Film schildert die Begegnung eines schwarzen Königs mit den Europäern, er gibt ein Bild von der hohen Kultur der vorkolonialen Zeit in Westafrika und von der Selbstherrlichkeit deutscher Herrenmenschen, die als Eroberer gekommen waren.
Sonntag, 29. November 2026 | 17.00 Uhr | Peter Heller ist anwesend

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Besuchsinformation

Öffnungszeiten

Interimsausstellung “What the City. Perspektiven unserer Stadt” im historischen Zeughaus
Dienstag–Sonntag 11.00-19.00 Uhr
Eintritt frei

Filmmuseum – Vorstellungen
Dienstag / Mittwoch 18.30 Uhr und 21.00 Uhr
Donnerstag 19.00 Uhr
Freitag / Samstag 18.00 Uhr und 21.00 Uhr
Sonntag 17.00 Uhr

Das restliche Museum ist aufgrund der Generalsanierung aktuell geschlossen.

Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln

S/U-Bahn Station Marienplatz
U-Bahn Station Sendlinger Tor
Bus 52/62 Haltestelle St.-Jakobs-Platz

Kontakt

St.-Jakobs-Platz 1
80331 München
Tel. +49-(0)89-233-722370
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Kinokasse Tel. +49-(0)89-233-724150

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