leere Kinostuhlreihen aus rotem Stoff von hinten

Federico Fellini

Federico Fellini

Extrovertierte Selbstbetrachtung

Das Leben ist nicht vorbei, wenn seine Filme aufhören. Ihr Ende hält dessen Fluss nicht an, sondern bleibt im Schlepptau seiner Energie; es respektiert seine Weisheit. Als Schlusspunkt akzeptiert dieser Filmemacher nur den Tod; aber eigentlich nicht mal ihn. Der Zirkus zieht weiter. Federico Fellini hat einige der schönsten Filmenden der Kinogeschichte inszeniert. Diese Kunst beherrscht er schon früh in seiner Regiekarriere. In I VITELLONI (DIE MÜSSIGGÄNGER, 1953) verlässt sein Alter ego Moraldo Rimini. Er ist als einziger der Freunde bereit, die provinzielle Trägheit zu überwinden. Er nimmt nicht Abschied von ihnen, dafür schwenkt die Kamera über die Gesichter der Schlafenden, als sein Zug abfährt.

Nur ein einsamer Bahnangestellter gibt ihm enthusiastisch Geleit auf seiner Flucht in die Zukunft. Am Ende von LE NOTTI DI CABIRIA (DIE NÄCHTE DER CABIRIA, 1957) ist die tapfere Titelheldin, die Hure mit Clownsgesicht und Ringelsöckchen, von ihrem Verlobten so schäbig verraten worden, dass es einem das Herz zerreißt. Denkt sie daran, sich umzubringen? Unversehens gerät sie in eine feiernde Menschenmenge. Erst fühlt sie sich verloren, lässt sich sogleich aber anstecken von der Ausgelassenheit der Welt. Giulietta Masina zaubert ein Lächeln auf ihr Gesicht. Unvergesslich ist schließlich auch das Lächeln des Mädchens am Strand in LA DOLCE VITA (DAS SÜSSE LEBEN, 1960), deren Stimme Marcello Mastroianni nicht hören kann. Sie verkörpert jene Unschuld, die der zynische Gesellschaftsreporter endgültig verloren glaubt. In ihrem Blick liegt ein unfassbar reifes Einverständnis mit dem Lauf der Dinge. Die Zukunft liegt ihr zu Füßen.

Weiter im Text von Gerhard Midding und zum  pdf der Filmreihe mit allen Titeln und Terminen
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Besuchsinformation

Öffnungszeiten

Interimsausstellung “What the City. Perspektiven unserer Stadt” im historischen Zeughaus
Dienstag–Sonntag 11.00-19.00 Uhr
Eintritt frei

Filmmuseum – Vorstellungen
Dienstag / Mittwoch 18.30 Uhr und 21.00 Uhr
Donnerstag 19.00 Uhr
Freitag / Samstag 18.00 Uhr und 21.00 Uhr
Sonntag 17.00 Uhr

Das restliche Museum ist aufgrund der Generalsanierung aktuell geschlossen.

Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln

S/U-Bahn Station Marienplatz
U-Bahn Station Sendlinger Tor
Bus 52/62 Haltestelle St.-Jakobs-Platz

Kontakt

St.-Jakobs-Platz 1
80331 München
Tel. +49-(0)89-233-722370
E-Mail stadtmuseum(at)muenchen.de
E-Mail filmmuseum(at)muenchen.de

Kinokasse Tel. +49-(0)89-233-724150

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