
Retrospektive Josef Rödl
Retrospektive Josef Rödl

Deutschland hat viele Möchtegern-Hollywoodianer. Deutsche Filmemacher werden keine amerikanischen Filmemacher sein, sie ahmen nach. Das aber ist die Definition des Begriffes »Provinziell«: Nachahmen, So-sein-wollen-wie. Provinz, das ist kein geographischer Begriff, sondern ein geistiger. Der Neue Deutsche Film? Nachahmungen von großstädtischen Provinzlern, Provinz-Hollywoodianer in München und Berlin.
Diese Sätze von Josef Rödl sind dem Presseheft eines seiner Filme aus den 1980er Jahren entnommen. Josef Rödl stammt aus der Provinz, wuchs als Bauernsohn und Handwerker in Darshofen (Parsberg) im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz auf. Er besucht neben seiner Arbeit als Kfz-Mechaniker (1964-1968) die Abendschule und macht über den zweiten Bildungsweg 1972 in Nürnberg sein Abitur, als Erster aus seinem Geburtsort, der Abitur machte. Schon früh interessierte er sich fürs Geschichtenerzählen, das Kino oder Fernsehen waren im fremd. Als er sich 1973 nach dem Zivildienst an der Hochschule für Josef Rödl bei den Dreharbeiten zu DER WILDE CLOWN Fernsehen und Film München einschrieb, geschah dies aus der Absicht, ein Medium für das Erzählen von Geschichten zu finden, Geschichten aus der Provinz, über die nur Klischeevorstellungen bestanden. Er fand Gefallen gerade an dem Handwerklichen des Filmemachen, dem Organisieren und Koordinieren beim Drehen, dem Arbeiten im Schnitt und dem Verbinden von Bild und Ton. In seinem ersten Übungsfilm, den er allein verantwortete, erzählt er die Geschichte einer Bäuerin, die ihren Hof bewirtschaftet und kaum halten kann, von ihren Träumen und Wünschen. AM WEGE STEHN UND NICHT WISSEN WOHIN SICH DREHN (1976) wurde zu den Hofer Filmtagen eingeladen und vom Bayerischen Rundfunk für die Sendereihe UNTER UNSEREM HIMMEL angekauft, in der allerdings nur eine gekürzte und umgeschnittene Fassung unter dem Titel ANNA, EINE JUNGE BÄUERIN ausgestrahlt wurde. Ein vielversprechender Start, der nicht vielen Absolventen der Filmhochschule gelingt.
Weiter im Text von Stefan Drößler und zum PDF der Veranstaltungsreihe
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Besuchsinformation
Öffnungszeiten
Interimsausstellung “What the City. Perspektiven unserer Stadt” im historischen Zeughaus
Dienstag–Sonntag 11.00-19.00 Uhr
Eintritt frei
Filmmuseum – Vorstellungen
Dienstag / Mittwoch 18.30 Uhr und 21.00 Uhr
Donnerstag 19.00 Uhr
Freitag / Samstag 18.00 Uhr und 21.00 Uhr
Sonntag 17.00 Uhr
Das restliche Museum ist aufgrund der Generalsanierung aktuell geschlossen.
Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln
S/U-Bahn Station Marienplatz
U-Bahn Station Sendlinger Tor
Bus 52/62 Haltestelle St.-Jakobs-Platz
Kontakt
St.-Jakobs-Platz 1
80331 München
Tel. +49-(0)89-233-722370
E-Mail stadtmuseum(at)muenchen.de
E-Mail filmmuseum(at)muenchen.de
Kinokasse Tel. +49-(0)89-233-724150
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