Une Sale histoire (Eine schmutzige Geschichte) | Frankreich 1977 | R+B: Jean Eustache | K: Pierre Lhomme, Jacques Renard | D: Michael Lonsdale, Jean-Noël Picq | 50 min | OmU | Eine Provokation, vorgestellt in zweifacher Weise, erst fiktional dann dokumentarisch, die 1977 den Skandal um die Figur von Jean Eustache neu entfacht. In einem Pariser Salon erzählt ein Mann vor einer überwiegend aus Frauen bestehenden Zuhörerschaft von einem Café, in dem die Tür zur Damentoilette mit einem Loch ausgestattet ist, durch das Männer einen Blick auf das Geschlecht der Frauen werfen können. Die pseudointellektuelle, überhebliche Art, in der die Erzählung gleich zweimal vorgetragen wird, das selbstgefällige Kreisen um den männlichen Sexualtrieb, das die gewaltvollen Grenzüberschreitungen nahezu vollständig ausblendet unter dem Vorwand der Erkenntnissuche, und die gleichzeitig zustimmenden Reaktionen der Frauen machen den Film fast unerträglich. »Was die Geschichte dreckig macht, ist, dass sie nur verbal vorgeführt wird […]. Schlagartig klärt sich, weshalb pornografische Filme immer so geleckt und kalt herauskommen. Sex passiert im Kopf, sagt Eustache. Und wenn im Kino, dann nicht nur in den Bildern« (Frieda Grafe) – Les Photos d’Alix (Die Fotos von Alix) | Frankreich 1982 | R+B: Jean Eustache | 18 min | OmU | Die kanadische Fotografin Alix Cléo-Roubaud beschreibt dem Sohn des Regisseurs, Boris Eustache, die Entstehungsgeschichten, Techniken und Bedeutungen hinter einigen ihrer sorgfältig komponierten Schwarz- Weiß-Fotografien. Doch irgendwann scheinen ihre Erklärungen nicht mehr mit dem übereinzustimmen, was zu sehen ist. Eine spielerische Auseinandersetzung mit der Mehrdeutigkeit von Bildern.
Eintrittspreis 5 € (3 € bei MFZ-Mitgliedschaft), Aufschläge bei Überlänge, Live-Musik oder 3D. Die Kasse öffnet jeweils 60 Minuten vor und schließt 30 Minuten nach Beginn der Vorstellung. Bei allen öffentlichen Veranstaltungen verbleibt ein Kartenkontingent für den freien Verkauf an der Abendkasse.



