Süßes Gift – Hilfe als Geschäft
DE 2012 | Buch und Regie: Peter Heller | Kamera: Sulemann Kissoky, Dieter Stürmer | Musik: Arpad Bondy | 89 min | OF
Zu Gast: Peter Heller und Oliver Herbrich, Einführung: Dieter Kosslick
Ein Flugzeug wirft über der Savanne weiße Säcke ab. Eine Gruppe von Menschen rennt zum Ort des Abwurfs, sie scharren vom Boden auf, was sie kriegen können. Jeder will möglichst viel von der Hilfe ergattern, die da vom Himmel fiel. Wer sich so verhält, befindet sich entweder in lebensbedrohlicher Not, oder hat sich so sehr an die Hilfe, die von oben kommt, gewöhnt, dass er gar nicht mehr auf die Idee kommt, sich aus eigener Kraft zu versorgen.
Peter Heller kennt und liebt Afrika, er hat eine Reihe von Filmen über die deutsche Kolonialzeit dort gedreht und war oft auf dem Kontinent. In Süßes Gift beleuchtet er die verheerenden Auswirkungen von Entwicklungshilfe in Afrika. Er lässt afrikanische Experten zu Wort kommen und gibt auch den Bauern eine Stimme. Sie prangern die die Zementierung von Machtstrukturen und die damit verbundene Korruption, Verschwendung und Umweltzerstörung an. Der Film zeigt, dass Hilfe ein Geschäft für die Gebenden ist. Für diejenigen, die empfangen, ist Hilfe ein gefährliches Suchtmittel, das Abhängigkeit schafft. Mithilfe dreier Beispiele aus Mali, Kenia und Tansania wird das Versagen westlicher Hilfsprojekte dokumentiert – von ineffizienten Fischfabriken bis hin zu nicht umsetzbaren Staudammprojekten. Heller wagt es, Tabu-Fragen zu stellen: Wie viel Hilfe braucht Afrika, um sich selbstbestimmt entwickeln zu können?
„Ein originärer Dokumentarfilm, der deutlich macht, dass die Probleme Afrikas letztlich auch unsere sind. Am Ende sitzt ein Junge in einem Baum und erklärt lächelnd: „Wenn Gott hier alle Tiere tötet, komme ich zu euch.“ (Filmdienst)
Im Anschluss an die Vorführung gibt es eine kleine Jubiläumsfeier.
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Der Eintritt kostet €5 (€3 bei Mitgliedschaft im Förderverein MFZ). Restkarten sind an der Abendkasse erhältlich, die 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn öffnet. Es gibt keine Reservierungen. Das Kino des Filmmuseums ist rollstuhlgerecht zugänglich und mit einer Induktionsschleife für Hörgeschädigte ausgestattet.



