O Primeiro Siza (The First Siza) | Portugal 2025 | R+K: Sara Nunes | B: João Rapagão, Sara Nunes | M: Bruno Ferreira | 60 min | OmeU | »Quatro Casas« (Vier Häuser, 1954-1957) in seiner Heimatstadt Matosinhos war das erste Werk von Álvaro Siza Vieira (geb. 1933), damals ein 21-jähriger Architekturstudent. Sechzig Jahre später trifft der Architekt erneut auf Fernando Neto, seinen ersten Bauherrn. – Zwei Einfamilienhäuser und zwei Doppelhaushälften wurden für Angehörige einer Familie gebaut. Mit seinem Gespür für die klassische portugiesische Architektur sowie für internationale Einflüsse entwarf Siza diese vier Gebäude, die heute unter Denkmalschutz stehen. »Casa d‘Abreu Neto«, an der Ecke des Grundstücks gelegen, ist das größere der beiden Einfamilienhäuser und hat seinen ursprünglichen Charakter bewahrt. Hier zeigen sich bereits Sizas präzises Design und seine Liebe zum Detail. Man erkennt, dass die Textur der Außenwände von Le Corbusiers Kapelle in Ronchamp inspiriert wurde, das Design der Küche und die Materialien versetzen uns in das Barcelona Antoni Gaudís, die reichliche Verwendung von Holz und die Anordnung der Treppen erinnern an die japanische Architektur. Das Hauptmerkmal des Hauses ist jedoch die Fluidität der Räume. Die Treppen schaffen einen kontinuierlichen Übergang zwischen den verschiedenen Bereichen und Etagen in der Umsetzung von Le Corbusiers Idee einer promenade architecturale. – Tower House | Österreich 2013 | R+B+K: Karl-Heinz Klopf | 62 min | OmU | Ein »Treppen-Haus« par excellence. »Ein experimenteller Dokumentarfilm über das 1966 von Takamitsu Azuma gebaute Haus in Tokyo. Das auf einem 20 Quadratmeter kleinen Grundstück errichtete Turmhaus gilt seit seiner Entstehung als Symbol für das Wohnen im Zentrum moderner Metropolen und als ein Musterbeispiel für den Umgang mit der knappen Ressource Raum. Der Architekt hatte es für seine Familie in Form eines kontinuierlich vertikalen Raumes konzipiert, wobei die Treppen die signifikanteste Struktur im Innenraum bilden. Sie verbinden die einzelnen, übereinander gestapelten Wohnplattformen ohne dazwischenliegende Türen. Der Film geht von der verbindenden Struktur der Treppen aus: sie werden zum regiebestimmenden Element. Vom Straßenniveau ausgehend filmt die eigens adaptierte Kamera in langsamen, kreisförmigen Panoramaaufnahmen Stufe für Stufe bis in die oberste Etage. So ergibt sich auf dem Weg nach oben ein durchgehender, spiralförmiger Bewegungsfluss des Blickes, vorbei an den betonrauen Wänden und allen räumlichen Wohnzonen, bis sich schließlich der Blick auf die Stadt öffnet.« (Karl-Heinz Klopf)
Eintrittspreis 5 € (3 € bei MFZ-Mitgliedschaft), Aufschläge bei Überlänge, Live-Musik oder 3D. Die Kasse öffnet jeweils 60 Minuten vor und schließt 30 Minuten nach Beginn der Vorstellung. Bei allen öffentlichen Veranstaltungen verbleibt ein Kartenkontingent für den freien Verkauf an der Abendkasse.



