Numéro Zéro | Frankreich 2003 | R+B: Jean Eustache | K: Philippe Théaudière, Adolfo Arrieta | D: Odette Robert | 110 min | OmU | Eustaches Versuch zum »Nullpunkt« zurückzukehren, sowohl zum Anfang der eigenen Biografie als auch zum Ausgangspunkt des Kinos. Mit zwei leicht versetzt installierten 16-mm-Kameras, deren zehn Minuten fassende Filmrollen während der gesamten Aufnahme parallel laufen, dokumentiert der Regisseur ein Gespräch mit seiner Großmutter Odette Robert. Sie sitzt mit dunkel getönter Brille am Tisch, raucht, trinkt Whiskey und erzählt ihre Lebensgeschichte, von ihrer schwierigen Kindheit ohne die früh verstorbene Mutter und einer konfliktreichen Ehe vor dem Hintergrund des Krieges. Der Bildausschnitt wechselt je nach Kamerablickwinkel nur leicht. Auch die Momente der Pausen für den Rollenwechsel wurden nicht herausgeschnitten. Ganz in der Idee der ersten Lumière-Filme sollte die Technik auf ihre grundlegendste Funktion konzentriert werden, die darin besteht, Zeit aufzuzeichnen. Lange war dieses Zeugnis französischer Geschichte nur schwer zugänglich. Nach dem Dreh zeigte Eustache den Film nur einer Gruppe von Freunden. Dann war er lediglich in einer gekürzten Fassung für das französische Fernsehen zu sehen, bis er jetzt wieder in voller Länge vorliegt.
Eintrittspreis 5 € (3 € bei MFZ-Mitgliedschaft), Aufschläge bei Überlänge, Live-Musik oder 3D. Die Kasse öffnet jeweils 60 Minuten vor und schließt 30 Minuten nach Beginn der Vorstellung. Bei allen öffentlichen Veranstaltungen verbleibt ein Kartenkontingent für den freien Verkauf an der Abendkasse.



