Nora | Deutschland 1944 | R: Harald Braun | B: Harald Braun, Jacob Geis | K: Franz Weihmayr | M: Mark Lothar | D: Luise Ullrich, Viktor Staal, Franziska Kinz, Gustav Dießl, Ursula Herking | 101 min | OF | Die Filmpolitik im NS-Staat änderte sich nach der verlustreichen Schlacht von Stalingrad grundlegend. Statt offen politischer Filme als Reaktion auf die Krise wünschte sich Goebbels eine Reihe aufbauender Melodramen, um die Moral in der kriegsmüden Nation aufrechtzuerhalten. Harald Brauns NORA, eine Adaption von Ibsens bekanntestem Stück »Nora oder Ein Puppenheim«, muss in diesem Kontext verstanden werden. Der Film zeigt Luise Ullrich in der Hauptrolle und Viktor Staal, einen der populärsten romantischen Helden der NS-Filmindustrie, als ihren Ehemann Helmer. Das klaustrophobische, innenräumliche Weihnachts-Setting in Ibsens Stück weicht im Film einer Dynamik zwischen Land und Stadt im Norden Deutschlands; idyllische Landschaftsszenen kommen nicht zu kurz. Erneut sabotieren die nationalsozialistischen Filmemacher Ibsens Ambivalenz und lösen den Konflikt auf eine Weise, dass den politischen Bedürfnissen der Zeit Genüge getan wird.
Eintrittspreis 5 € (3 € bei MFZ-Mitgliedschaft), Aufschläge bei Überlänge, Live-Musik oder 3D. Die Kasse öffnet jeweils 60 Minuten vor und schließt 30 Minuten nach Beginn der Vorstellung. Bei allen öffentlichen Veranstaltungen verbleibt ein Kartenkontingent für den freien Verkauf an der Abendkasse.



