La Rosière de Pessac 1968 (Die Rosenkönigin) | Frankreich 1968 | R: Jean Eustache | B: Jean Eustache, Françoise Lebrun | K: Philippe Théaudière, Jean-Yves Coïc, Daniel Cardot | 65 min | OmU – La Rosière de Pessac 1979 (Die Rosenkönigin 79) | Frankreich 1979 | R: Jean Eustache | B: Jean Eustache, Françoise Lebrun | K: Robert Alazraki, Jean-Yves Coic, Armand Marco, Philippe Théaudière | 67 min | OmU | Jean Eustache dokumentiert die Rituale zur Wahl und Ernennung der Rosenkönigin, einer jungfräulichen, tugendhaften jungen Dame, die als Vorbild für die Gemeinschaft dienen soll, die jedes Jahr in seinem Geburtsort Pessac in der Gironde sattfinden. »Er hat für den Blick der Kamera ein Ritual, eine Tradition vorgefunden, die seit dem Mittelalter, jährlich, das ländliche Leben in seinem Ablauf stillstehen läßt […]. Und da für ihn das Herzstück des Kinorituals die Wiederholung ist, ergreift er die Gelegenheit, zu zeigen, was Bewegung im Kino ist, wie Zeit sich verändert hat, seit es eine kinematografische Zeit gibt. Als er LA ROSIÈRE DE PESSAC das erste Mal aufnahm, »bewegte der Schatten vom Mai 1968 sich über den Film« – was das war, wurde sichtbar erst in der 1979 wiederholten Verfilmung der Zeremonie. Diese Verdopplung eines Ereignisses, das Jahrhunderte zur Tradition gemacht haben, darf in ihrer Schmucklosigkeit nicht als ausgestellte, erzwungene Ärmlichkeit gesehen werden. Es ist das, was von mise en scène übrigbleibt, wenn sie nicht über erfundene Geschichten läuft, wenn Eustache sich seinen Wunsch erfüllt, zu den Quellen des Kinos zurückzukehren, zu Lumière, als sichtbare Kamerabewegung und erkennbare Inszenierung noch nicht allein Kino bedeuteten.« (Frieda Grafe)
Eintrittspreis 5 € (3 € bei MFZ-Mitgliedschaft), Aufschläge bei Überlänge, Live-Musik oder 3D. Die Kasse öffnet jeweils 60 Minuten vor und schließt 30 Minuten nach Beginn der Vorstellung. Bei allen öffentlichen Veranstaltungen verbleibt ein Kartenkontingent für den freien Verkauf an der Abendkasse.



