La Maman et la putain (Die Mama und die Hure) | Frankreich 1973 | R+B: Jean Eustache | K: Pierre Lhomme | D: Jean-Pierre Léaud, Bernadette Lafont, Françoise Lebrun, Isabelle Weingarten | 215 min | OmU | Nach der Nouvelle Vague, der sexuellen Revolution und dem Mai 1968 erschien LA MAMAN ET LA PUTAIN, das autobiografische Hauptwerk von Jean Eustache, das in Cannes mit dem Grand Prix ausgezeichnet wurde. Jean-Pierre Léaud, der Sohn der Nouvelle Vague, spielt den ziellosen Müßiggänger Alexandre, der sich zwischen den Künstler-Cafés des Quartiers Saint-Germain treiben lässt, dem Deux Magots, dem Flore, hin und wieder dem Dôme. Eigentlich bevorzugt er Frauen, die eine Wohnung haben; er hat ja selbst keine. Daher lebt er bei Marie, rennt aber zugleich seiner früheren Geliebten Gilberte hinterher und trifft dabei auf die Krankenschwester Véronika. Es entspinnt sich eine katastrophale Ménage-à-trois, erzählt in einer widersprüchlichen Dialogflut, die zum Porträt einer ganzen desillusionierten Generation in den 1970er Jahren wurde. »Ein abgrundtief reaktionärer Film, fanden die Linken, als er herauskam, und amerikanische Feministinnen: kein Film hat je die Erwartungen der ewig unerwachsenen Männer an die Frauen besser dargestellt. Wie immer man über die Veränderungen denken mag, die 68 bewirkte, in Frankreich jedenfalls liefen sie, wie immer, auch da, wo es um den Körper ging, über die Sprache. Es war eine Zeit rhetorischen Terrors, seiner Wirkungen war man sich nicht unbedingt bewusst, aber sicher.« (Frieda Grafe)
Eintrittspreis 5 € (3 € bei MFZ-Mitgliedschaft), Aufschläge bei Überlänge, Live-Musik oder 3D. Die Kasse öffnet jeweils 60 Minuten vor und schließt 30 Minuten nach Beginn der Vorstellung. Bei allen öffentlichen Veranstaltungen verbleibt ein Kartenkontingent für den freien Verkauf an der Abendkasse.



