Il Casanova di Federico Fellini (Fellinis Casanova) | Italien 1976 | R: Federico Fellini | B: Federico Fellini, Bernardino Zapponi, frei nach Giacomo Casanovas »Histoire de ma vie« | K: Massimo Di Venanzo | M: Nino Rota | D: Donald Sutherland, Tina Aumont, Cicely Browne, Carmen Scarpitta, Diane Kourys | 154 min | engl. OF | Die Stationen der Flucht Giacomo Casanovas nach seinem Ausbruch aus den Bleikammern Venedigs 1756 durch Europa bis zu seinem Tod am Hof des Grafen von Waldstein in Böhmen, gedreht in den Studios von Cinecittà, wohin sich Fellini seit der Rekonstruktion der Via Veneto für LA DOLCE VITA zur Erforschung seiner Imaginationen und Phantasmen immer mehr zurückgezogen hat. Das Artifizielle der Kulissenwelt hebt er hier besonders hervor. Weder die historische Wirklichkeit, in der Casanova lebte, noch dessen Ruf als Abenteurer und Frauenheld interessieren Fellini. Sein Casanova (Sutherland) ist eine seiner bizarren, gespenstischen und am Ende doch mitfühlend gezeichneten Traumprojektionen. Fellinis bildnerische Kunst verwandelt die Karikatur zur poetischen Vision und diese zum Alptraum einer Mechanik des Begehrens. Wenn Fellinis katholische Erziehung in Rimini das fleischliche Begehren zur Sünde und Gewissensqual gemacht hat, dann erscheint das noch harmlos im Vergleich zu der Radikalität, mit der hier dem Begehren alle Fleischlichkeit ausgetrieben wird.
Eintrittspreis 5 € (3 € bei MFZ-Mitgliedschaft), Aufschläge bei Überlänge, Live-Musik oder 3D. Die Kasse öffnet jeweils 60 Minuten vor und schließt 30 Minuten nach Beginn der Vorstellung. Bei allen öffentlichen Veranstaltungen verbleibt ein Kartenkontingent für den freien Verkauf an der Abendkasse.



