Brigitte Bruns (Vorsitzende Münchner Filmzentrum)
Hiroshima, mon amour | Frankreich 1959 | R: Alain Resnais | B: Marguerite Duras | K: Sacha Vierny, Michio Takahashi | M: Georges Delerue, Giovanni Fusco | D: Emmanuele Riva, Eiji Okada, Stelle Dassas, Pierre Barbaud, Bernard Fresson | 90 min | OmeU | Einer der »großen Filme«, der uns »unerwartet« trifft, schrieb Enno Patalas in der »Filmkritik« 4/1960, weder ein »Liebesfilm« noch ein »Kriegsfilm« sei Resnais‘ Werk. Die Zufallsbegegnung und Liebesnacht einer Schauspielerin und eines japanischen Architekten, beide verheiratet, in einem Hotelzimmer in Hiroshima 14 Jahre nach Kriegsende. Mit ihrer Abreise nach den Dreharbeiten in Hiroshima weiß sie um das Vergessen nach dieser Begegnung, eine Gegenwart ohne Zukunft. Ein stilisierter Dialog und zwei verknüpfte Monologe beschwören Erinnerungen der Frau an die erste verbotene Liebe im französischen Nevers mit einem deutschen Soldaten im 2. Weltkrieg und verweisen auf die Bedeutung des persönlichen Erlebens: Der Dialog »Du hast nichts gesehen in Hiroshima« (Mann) und »Ich habe Alles gesehen« (Frau) beschwört die Unmöglichkeit der Erkenntnis allein über das Sehen. Duras und Resnais kreierten im gemeinsamen Drehbuch einen »filmischen« Film. Mich hat dieser Film – als Tochter eines Offiziers, der in Kriegsfolge früh verstarb – immer wieder beschäftigt und meine späteren Forschungen zu dem prägenden Verluste durch Krieg und Emigration beeinflusst.
Eintrittspreis 5 € (3 € bei MFZ-Mitgliedschaft), Aufschläge bei Überlänge, Live-Musik oder 3D. Die Kasse öffnet jeweils 60 Minuten vor und schließt 30 Minuten nach Beginn der Vorstellung. Bei allen öffentlichen Veranstaltungen verbleibt ein Kartenkontingent für den freien Verkauf an der Abendkasse.



