Markus Speidel (Leitung Münchner Stadtmuseum) Das Leben ist eine Baustelle | Deutschland 1997 | R: Wolfgang Becker | B: Wolfgang Becker, Tom Tykwer | K: Martin Kukula | M: Jürgen Knieper, Christian Steyer | D: Jürgen Vogel, Christiane Paul, Ricky Tomlinson, Martina Gedeck, Armin Rohde, Meret Becker | 115 min | OF | Als der Film 1997 in die Kinos kam, war ich gerade frisch nach Berlin gezogen. In meinen ersten Wochen in der neuen deutschen Hauptstadt, die sich noch nicht in dieser Rolle gefunden hatte, habe ich den Film gesehen. DAS LEBEN IST EINE BAUSTELLE bedeutet mir deswegen so viel, weil er einer biografischen Notiz ähnelt, die sich dicht an meiner eigenen Geschichte bewegt. Zwischen Alltag, Aufbruch, Chaos und natürlich den unendlich vielen Baustellen dieser Stadt habe ich als 22-jähriges Landei versucht, mich zurecht zu finden. Der graue Alltag, das Sich-Durchschlagen, und dabei immer auf der Suche nach der großen Liebe, an die dieser Film glaubt, haben mir damals das Gefühl gegeben, nicht allein zu sein. Die späten 1990er Jahre in Berlin waren aufregend: eine Stadt im Umbruch, die DDR noch spürbar, die Tourist*innen hatten die Stadt noch nicht entdeckt (außer bei der Love-Parade). Überall gab es Freiräume, Unsicherheit, aber auch den Wunsch, etwas verändern zu wollen. All das fängt der Film ein. Aber er ist nicht nur das Dokument einer Generation und einer Stadt, sondern macht einfach auch Spaß.
Eintrittspreis 5 € (3 € bei MFZ-Mitgliedschaft), Aufschläge bei Überlänge, Live-Musik oder 3D. Die Kasse öffnet jeweils 60 Minuten vor und schließt 30 Minuten nach Beginn der Vorstellung. Bei allen öffentlichen Veranstaltungen verbleibt ein Kartenkontingent für den freien Verkauf an der Abendkasse.



