Affeksjonsverdi (Sentimental Value)

Architekturfilmtage

Affeksjonsverdi (Sentimental Value) | Norwegen 2025 | R: Joachim Trier | B: Eskil Vogt, Joachim Trier | K: Kasper Tuxen Andersen | M: Hania Rani | D: Renate Reinsve, Stellan Skarsgård, Inga Ibsdotter Lilleaas, Elle Fanning, Anders Danielsen Lie, Jesper Christensen, Lena Endre | 135 min | OmU | »Der Drachenstil setzte sich in Norwegens Architektur am Ende des 19. Jahrhunderts durch. Seinen Namen verdankte er den auskragenden Dachgiebeln der mehrstöckigen Holzhäuser, die auf einem Sockel errichtet wurden. Die Innenräume waren licht und warm. Die Villa, in der die Familie Borg seit Generationen lebt, ist ein Juwel dieses Baustils. Beinahe könnte man auf die Idee kommen, ihr Architekt habe Glück und Schmerz vorausgeahnt, die sich hier einmal zutragen würden. Die Villa ist verwinkelt, aber offenherzig. Zimmer und Treppen laden zu ausgelassenem Spiel ein. Durch den Kamin im ersten Stock lassen sich Gespräche belauschen, die im Geschoss darunter geführt werden. Sämtliche Wände erzittern, wenn Erwachsene die Türen im Streit zuschlagen. Als sich jedoch vor Jahrzehnten eine Borg in ihrer Kammer erhängte, schwieg das Haus bekümmert. Dieser Schauplatz ist so unverzichtbar, dass er eine eigene Chronistin erhält, die aus dem Off berichtet, wie die Räume mit ihren Bewohnern lebten. Wenn es leer und still war, fühlte sich das Haus leicht, wenn es hingegen laut und lebhaft zuging, schwer. In dieser Spannung hält Joachim Trier auch seinen Film. Er erzählt mit leichter Hand von dem, was schwer auf seinen Figuren lastet – und was sonst lautstark geschieht, setzt er leise in Szene. Die Villa wird zu einem emotionalen Minenfeld (und bald zu einem Terrain der Spiegeleffekte). [...| Dass SENTIMENTAL VALUE zu einer Parabel auf die Regie als Metier der Zuversicht gerät – eine Geschichte genauso zu inszenieren, wie man es vorhat, um dann die ersehnten Worte zu hören und Regungen zum filmischen Leben zu erwecken – vollzieht sich gleichsam klammheimlich: im stillschweigenden Einvernehmen der Nuancen und Zwischentöne. Triers Virtuosität kommt leise daher, aber ihr eignet die gleiche Freude an der Schönheit der eigenen Form, die einst die Architekten der Villa Borg umtrieb.« (Gerhard Midding) »Das ist eine sehr schöne Art, eine Verbindung zwischen vergangenen Generationen und der Gegenwart herzustellen, denn das Haus ist ein Ort der Verankerung, eine Art Schutzengel, ein Raum, in dem man neue Kraft tanken kann. Es ist nur ein Haus, aber es ist der Ort so vieler Ereignisse, die wir nicht miterleben konnten: Seine Wände sind von der Vergangenheit und vielleicht auch von der Zukunft durchdrungen.« (Joachim Trier)

Eintrittspreis 5 € (3 € bei MFZ-Mitgliedschaft), Aufschläge bei Überlänge, Live-Musik oder 3D. Die Kasse öffnet jeweils 60 Minuten vor und schließt 30 Minuten nach Beginn der Vorstellung. Bei allen öffentlichen Veranstaltungen verbleibt ein Kartenkontingent für den freien Verkauf an der Abendkasse.


Besuchsinformation

Öffnungszeiten

Interimsausstellung “What the City. Perspektiven unserer Stadt” im historischen Zeughaus
Dienstag–Sonntag 11.00-19.00 Uhr
Eintritt frei

Filmmuseum – Vorstellungen
Dienstag / Mittwoch 18.30 Uhr und 21.00 Uhr
Donnerstag 19.00 Uhr
Freitag / Samstag 18.00 Uhr und 21.00 Uhr
Sonntag 17.00 Uhr

Das restliche Museum ist aufgrund der Generalsanierung aktuell geschlossen.

Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln

S/U-Bahn Station Marienplatz
U-Bahn Station Sendlinger Tor
Bus 52/62 Haltestelle St.-Jakobs-Platz

Kontakt

St.-Jakobs-Platz 1
80331 München
Tel. +49-(0)89-233-722370
E-Mail stadtmuseum(at)muenchen.de
E-Mail filmmuseum(at)muenchen.de

Kinokasse Tel. +49-(0)89-233-724150

Informationen zur Von Parish Kostümbibliothek in Nymphenburg