Von Donnerstag, dem 8. bis Mittwoch, dem 14. Oktober 2026 findet das 21. UNDERDOX-Festival statt, alle Informationen zu den Filmen gibt es unter www.underdox-festival.de
Underdox hebt mit dem Thema »Erinnern« die beschwörende und bewahrende Kraft des Mediums ins Zentrum seiner 21. Ausgabe.
»Das punctum« eines Bildes – jenes der Dichte, nicht des Details –, schreibt der französische Philosoph Roland Barthes, ist die Zeit. Es ist die »erschütternde Emphase des Es ist so gewesen«. »Das wird sein und das ist gewesen. Mit Schrecken gewahre ich [im Abbild der Fotografie] eine vollendete Zukunft, deren Einsatz der Tod ist.« Filme sind Orte der Erinnerung, sie haben etwas bewahrt, das längst vergangen ist. »Diese wahrgewordene Erinnerung, die ein Film immer ist, ist der vergebliche Versuch, uns in der Welt zu behalten«, so Sandra Wollner über EVERYTIME, der die Zeit zum Kollabieren bringt.
Sehen wir also mit den Filmen die Bilder der Vergangenheit. Erinnern wir uns mit ihnen an das Vergangene und an Filme, die wir gesehen haben. Akzentuieren wir das Erinnern. Filme spannen im Moment der Projektion einen Resonanzraum auf. Zu unseren eigenen Gedanken und Erinnerungen, die wir in die Filme hineintragen. Die besondere Rolle des Bewahrens und Erinnerns kommt dem Archiv zu. In Kooperation mit dem »Archivio Aperto« in Bologna zeigt das 21. Underdox historische Amateurfilme zum Thema »Memory & Archive«. Das Vergangene aktualisiert sich in ihnen, als pure Gegenwart der projizierten Bilder. Der präsentische Raum wird auch von unseren eigenen Erinnerungen erfüllt.
Dunja Bialas
Donnerstag, 8. bis Mittwoch, 14. Oktober 2026
www.underdox-festival.de



