Von morgens bis mitternachts
Deutschland 1920 | Regie: Karlheinz Martin | Drehbuch: Karlheinz Martin, Herbert Juttke, nach dem Theaterstück von Georg Kaiser | Kamera: Carl Hoffmann | Besetzung: Ernst Deutsch, Erna Morena, Hans Heinrich von Twardowski, Eberhard Wrede, Edgar Licho, Hugo Döblin | 73 min
Der Kassierer einer Bank unterschlägt eine große Geldsumme, um einer Dame der Gesellschaft gefällig zu sein, erntet bei ihr aber nur Spott. Er stürzt sich in die Vergnügungen der Großstadt und wandelt sich zum Lebemann, entfremdet sich aber immer mehr von seiner Familie. Nirgends findet er, was er sucht. Der stilbildende Stummfilm trieb seinerzeit die Mittel des Expressionismus auf die Spitze; er nutzt geometrische Formen, klaustrophobische Räume und darstellerisch expressive Ausdrucksformen. In ungewohnter Tristesse reflektiert er dabei die gesellschaftlichen Umstände seiner Entstehungszeit. Aufgrund seiner radikalen Inszenierung fand der Film damals keinen Verleih und lief nie in den deutschen Kinos, sondern wurde nur ins Ausland verkauft. Die einzige erhaltene Kopie aus dem National Film Archive in Japan hat das Filmmuseum München restauriert, die originalen Zwischentitel rekonstruiert und wieder in den Film eingefügt.
Zuvor: Zwei Kurzfilme aus dem Münchner Filmbilderbogen (1921) von Louis Seel
Musikbegleitung: Richard Siedhoff und Mykyta Sierov
Einführungsvortrag: Stefan Drößler
Eintrittspreis 5 € (3 € bei MFZ-Mitgliedschaft), Aufschläge bei Überlänge, Live-Musik oder 3D. Die Kasse öffnet jeweils 60 Minuten vor und schließt 30 Minuten nach Beginn der Vorstellung. Bei allen öffentlichen Veranstaltungen verbleibt ein Kartenkontingent für den freien Verkauf an der Abendkasse.



