In den 1980er Jahren bekommt die Fotografie allmählich Anerkennung als eigenständige Kunstform. In diese Zeit fällt das Hauptschaffen von Norbert Przybilla (1953–1996), dessen Nachlass in der Sammlung Fotografie des Münchner Stadtmuseums aufbewahrt wird. Przybilla, der auch mit dem Künstlernamen anj norpsi auftrat, studierte 1980–1982 an der Bayerischen Staatslehranstalt für Photographie in München. Freischaffend und auftragsbezogen aktiv war er vor allem in München und Regensburg sowie in seinen letzten Lebensjahren in Berlin. In seinen Foto- und experimentellen Videoarbeiten verarbeitete er künstlerische Einflüsse aus Deutschland und den USA. Oft wird in seinen Werken auch seine aktivistische Haltung sichtbar, die sich in Friedens- und Anti-Atomkraftbewegungen der Zeit und der sexuellen Emanzipation gleichgeschlechtlich liebender und jenseits heteronormativer Vorstellungen lebender Menschen äußert. Seine Arbeiten geben der Fotoszene in München und dem Wandel der Fotografie dieser Zeit Kontur.

Selbstporträts

Norbert Przybilla in der Sammlung Fotografie des Münchner Stadtmuseums

Norbert Przybillas Nachlass befindet sich seit 1999 in der Sammlung Fotografie des Münchner Stadtmuseums. Übergeben wurde er von Przybillas langjährigem Lebenspartner Dr. Martin Schwaiger als Schenkung.[1] Dieser Bestand beinhaltet etwa 36 Archivboxen und 13 Aktenordner. Ein Großteil machen Schülerarbeiten sowie Werke aus Przybillas umfangreichen Fotoserien Zwischenbilder – Materie in Bewegung und Schwule Männer aus. Darüber hinaus sind Einzelwerke, Arbeiten seiner angewandten Fotografie sowie Ephemera und privates Material verzeichnet. Neben Video-Kassetten mit künstlerischen Arbeiten, Reportagen und Dokumentationsmaterial sind auch sämtliche Negative von den späten 1970ern bis in die 1990er Jahre im Nachlass erhalten. Die Bestände sind in der Museumsdatenbank mit der Stammnummer FM-99/84 inventarisiert und in Auszügen über die Sammlung Online einsehbar.

Die meisten Arbeiten sind auf Gelatineentwicklungspapier ausgeführt. Allerdings produzierte Przybilla auch – vor allem im Bereich seines angewandten Werks – Farbfotografien sowie einige Cibachrome, die sich durch eine besondere Farbbrillanz auszeichnen. 27 Abzüge aus den Serien Zwischenbilder – Materie in Bewegung und Schwule Männer liegen im originalen Rahmen vor, wie der Künstler sie 1986 in der Galerie der Künstler des Berufsverbands Bildender Künstlerinnen und Künstler München und Oberbayern e.V. (BBK e.V.) in München zum Verkauf angeboten hat. Mit Formaten bis zu 120 x 170 cm sind diese für ihre Zeit außergewöhnlich groß ausgeführt. Der Trend zur großformatigen, sogenannten Tableau-Form der Fotografie hat sich Ende der 1970er Jahre in den USA entwickelt und zeichnete sich in den 1980er Jahren auch in Deutschland ab.[2]

In exemplarischen Auszügen wurde dieser Nachlass im Jahr 2000 in einer Ausstellung im Münchner Stadtmuseum präsentiert. Damit wurde parallel zur Ausstellung Lehrjahre – Lichtjahre. Die Münchner Fotoschule 1900–2000, die eine Schulchronik anhand ihrer Absolvent*innen vorstellte, einem Schüler besondere Aufmerksamkeit gewidmet. [3] Begleitend erschien der Katalog Norbert Przybilla. Fotografien 1982–86, der bisher die einzige monografische Darstellung seines Schaffens geblieben ist.[4] Der Fokus lag dabei auf den Serien Zwischenbilder – Materie in Bewegung und Schwule Männer, sodass die Vorstellung der thematischen und materiellen Bandbreite seines Werks noch aussteht. Nun soll sein Schaffen fotohistorisch eingeordnet und in der Zeitgeschichte verankert werden, um es einem größeren Publikum zugänglich zu machen.

Norbert Przybillas Weg zur Fotografie

Norbert Przybilla wurde am 17.05.1953 in Vilsbiburg, Niederbayern, geboren und studierte zunächst Deutsch, Sozialkunde und Geschichte auf Lehramt an der Universität Regensburg. Sein politischer Aktivismus, der sich bereits in Jugendjahren abzeichnete, ließ diese Karriere allerdings nach dem 1. Staatsexamen enden.[5] Aufgrund seiner Mitgliedschaft im damals als verfassungsfeindlich eingestuften Marxistischen Studentenbund Spartakus, erhielt er im Jahr 1979 Berufsverbot für den öffentlichen Dienst.[6]

Ein anschließender Aufenthalt in den USA und der dortige Kontakt mit der Musik- und Kunstszene führte für Przybilla zum Entschluss die Fotografie professionell zu betreiben, woraufhin er sich an der Bayerischen Staatslehranstalt für Photographie bewarb und von 1980 bis 1982 ihr Schüler war. Die Ausbildung an der sog. Münchner Fotoschule fokussierte auf die handwerklichen und ästhetischen Grundfertigkeiten. In verschiedenen Fachklassen wurden die Schüler*innen in klassischen Disziplinen ausgebildet, die sie in erster Linie auf das Berufsfeld der angewandten Fotografie vorbereiteten.[7] Dazu gehörten Architektur, Landschaft, Porträt, Mode, Werbung oder Bildessays. Przybilla wurde in seiner künstlerischen Entwicklung vor allem durch den im Jahr 1981 als Lehrer hinzugetretenen Fotografen Dieter Hinrichs (*1932) gefördert, der die Schüler*innen vermehrt auch zu freien Arbeiten animierte.[8]

Studienarbeiten an der Münchner Fotoschule

Erste freie Arbeit: "Zwischenbilder – Materie in Bewegung"

1984 präsentierte Przybilla seine erste freie künstlerische Arbeit Zwischenbilder – Materie in Bewegung, eine Serie von abstrahierten Straßenszenen in München, die er noch zu Schulzeiten im Jahr 1982 begonnen hatte. Bewusst unscharfe Ansichten des schnelllebigen Stadttreibens entstanden, indem er eine Großformatkamera in Hüfthöhe hielt und sie ohne Kontrolle mit zu langer Belichtungszeit auslöste. Przybilla sah darin eine Möglichkeit, flüchtige und vom Menschen nur unbewusst wahrgenommene Bilder festzuhalten, die das Gehirn in der Realität zu scharfen Bildern zusammensetzen würde.[9] Der gezielte Umgang mit abstrahierenden Verfahren wie der Langzeitbelichtung schließt an künstlerische Konzepte der Moderne an, beginnend mit dem Futurismus der 1910er Jahre und später in den 50er Jahren den Unschärfeexperimenten der Künstlergruppe fotoform.[10]

Zwischenbilder – Materie in Bewegung

Was ich nicht sehe, fotografiere ich…

Die Suche nach dem Bild im Negativ

Porträtstudio und die Fotoserie "Schwule Männer"

Nach der fotografischen Ausbildung arbeitete Przybilla für Industrie und Werbung und war als Porträtfotograf tätig. Ein eigenes Studio betrieb er in München in der Nymphenburger Straße 156a bis Ende der 1980er Jahre. Dort entstand ab 1985 das künstlerische Projekt Schwule Männer. Dabei lud er homosexuelle Bekannte und Personen, die er in sogenannten Schwulenbars ansprach, ein, vor neutralem Hintergrund frei vor der Kamera zu posieren. Przybilla interessierten vor allem spontane Gesten, in denen die Persönlichkeiten der Dargestellten zum Ausdruck kamen. Mitten in der HIV/AIDS-Epidemie und den dadurch verschärften gesellschaftlichen Diffamierungen gegen Homosexuelle war dies auch ein Beitrag zur sexuellen Emanzipation gleichgeschlechtlich liebender Männer.[11] Zur künstlerischen Einordnung dieses Projekts, siehe den Beitrag Norbert Przybillas Serie "Schwule Männer" und die queere Fotografie.

Von Fotografie zu Video

Ein zweiter Aufenthalt in New York 1983 war für Norbert Przybilla folgenreich. Eine dort erlittene Lendenwirbelsäulenfraktur aufgrund eines Fenstersturzes beeinträchtigte ihn gesundheitlich ein Leben lang. Allerdings fand er dort Inspiration durch Kontakt mit dem deutschen Künstler Dieter Froese (1937–2006), der in New York lebte und für seine experimentelle, installative Videokunst bekannt ist.[12] Hatte Przybilla unter dem Titel Wir wollen Leben bereits 1983 ein erstes Video produziert,[13] intensivierte er ab 1987 seine videobasierten Arbeiten, während die Fotografie in den Hintergrund trat. Die Videoarbeit Streng verboten – fast gestattet von 1987 zeigt eine ungeschnittene Autobahnfahrt von München nach Berlin, die Przybilla mit atmosphärischer Musik zu einer hypnotischen Wirkung verschmilzt.

Streng verboten – fast gestattet / Einstein on the Autobahns

Norbert Przybilla, Streng verboten – fast gestattet, 1988 / Einstein on the Autobahns, 1988 (Auszüge), Digitalisate von VHS-Kassette, Münchner Stadtmuseum, Sammlung Fotografie, Inv.-Nr. FM-99/84.7.1/ FM-99/87.7.2, © Münchner Stadtmuseum, Sammlung Fotografie, Nachlass Norbert Przybilla

1992 zog Przybilla nach Berlin, wo er sich eine Neuorientierung seiner Kunst und Intensivierung seiner Videoarbeiten erhoffte, dies aber nicht mehr erfolgreich umsetzen konnte. Wie Konzeptpapiere und Negative im Nachlass zeigen, blieben viele Projekte bloß angedacht. Im Jahr 1996 starb Przybilla mit 43 Jahren in Berlin an Lungenkrebs.

Ausstellungen und Sammlungen

Zu sehen waren Przybillas Werke vor allem in München und Regensburg. Seine erste Gruppenausstellung hatte er 1984 in der Galerie der Künstler des BBK e.V., wo er sein Projekt Zwischenbilder – Materie in Bewegung zeigte. Die von Künstler*innen geführte Galerie begann 1981 gezielt der jungen Generation Gelegenheiten zum Ausstellen und Verkauf ihrer Arbeiten zu bieten.[14München 84‘ war die erste Ausstellung der Galerie, die ausschließlich Fotografien präsentierte.[15] Der Filmemacher und Kurator Harald Rumpf (*1955) beschreibt dies vorsichtig als "Hoffnungsschimmer", der sich an "Entwicklungen der vergangenen zwei Jahre in der Fotografieszene in München" anschließe.[16]

Die Serie Zwischenbilder – Materie in Bewegung konnte eine breitere Sichtbarkeit erreichen. 1985 war sie auf der Triennale internationale de la photographie in Fribourg zu sehen und 1986 repräsentierte sie zusammen mit Arbeiten anderer Künstler*innen das Feld der Fotografie in der vom Kulturreferat München initiierten Ausstellung Bayerische Kunst unserer Tage in Budapest. Im gleichen Jahr kam es zu dem einzigen institutionellen Ankauf zu Lebzeiten Przybillas durch die Städtische Galerie im Lenbachhaus von zwei Arbeiten dieser Serie.[17Schwule Männer war eher an Orten der queeren Community in München und Regensburg zu sehen und blieb damit nur einem kleineren Kreis bekannt. Weiterführend siehe den Beitrag Publikation und Rezeption Norbert Przybillas Serie "Schwule Männer". Seine Videoarbeiten zeigte Przybilla 1988 und 1989 noch in München (Galerie der Künstler) und Regensburg (Galerie Quasar), doch wurden sie nicht mehr so stark rezipiert. Ausstellungen nach seinem Umzug nach Berlin sind nicht bekannt.

An Ausstellungsorten in München für Fotografie sind noch zu nennen die Kellergalerie von Dieter Hinrichs, der als Lehrer an der Münchner Fotoschule den Schüler*innen einen Ort in den Schulräumlichkeiten anbot.[18] Auf Fotografie spezialisiert waren auch die privaten Galerien Zango – Galerie und Fotoladen und Lange-Irschl, die teils große Namen ausstellten, sich aber trotzdem nicht halten konnten.[19] Öffentliche Förderungen bekam die Fotografie, abseits des Fotomuseum, u.a. durch den Leiter der Neuen Sammlung – Staatliches Museum für angewandte Kunst Klaus-Jürgen Sembach, sowie durch den seit 1984 vergebenen Förderpreis Fotografie der Landeshauptstadt München.

Eingliederung in die Sammlung Fotografie

Als bayerischer Künstler erweitert Norbert Przybilla den regionalen Kontext der 1980er Jahre der Sammlung Fotografie des Münchner Stadtmuseums. Er ist Absolvent der renommierten Münchner Fotoschule wie viele weitere Fotograf*innen der Sammlung, beispielsweise die für ihre Landschaftsfotografien bekannte Lotte Eckener (1906–1995) oder der Werbe- und Porträtfotograf Juergen Teller (*1964), der einige Jahre nach Przybilla ebenso bei Dieter Hinrichs studierte. Auch Przybillas Mode- und Werbebilder finden Anknüpfungspunkte in der Sammlung z.B. bei der Fotografin Regina Relang (1906–1989). Die Porträts und Akte der Serie Schwule Männer gliedern sich ein in die Tradition des Körperbildes, die der Bestand der Sammlung Fotografie des Münchner Stadtmuseums umfangreich abbildet, sowohl in Abzügen als auch in Publikationen in der Spezialbibliothek. Unter die Darstellung von Männern fällt etwa das Werk von Wilhelm von Gloeden (1856–1931) und Guglielmo Plüschow (1852–1930), deren antikisierende Akte junger Männer in der Homosexuellenbewegung Anfang des 20. Jahrhunderts Verbreitung fanden.[20] Auch für Herbert List (1903–1975), dessen Nachlass im Münchner Stadtmuseum aufbewahrt wird, war die Inszenierung der sinnlichen Qualitäten männlicher Körper zentral.[21] Gegenüber jenen Gloedens und Lists zeigen Przybillas Männerdarstellungen ein neues Selbstverständnis, das gleichgeschlechtliche Liebe und Begehren selbstbewusster und persönlicher ins Zentrum stellt als es in den Jahrzehnten zuvor möglich war.

Ein Zeitgenosse Przybillas war der ebenso in München tätige Fotograf Michael Janiszewski (1957–2019), der in den 1990er Jahren queere Identitäten thematisierte. Anders als Przybilla arbeitete Janiszewski mit Inszenierungen, indem er Modelle bzw. Puppen und Requisiten arrangierte. Dabei spielt er widersprüchliche Kodierungen von Geschlechterstereotypen humorvoll gegeneinander aus, um spießige Sehgewohnheiten zu irritieren.[22] Im Jahr 2020 ist ein großes Konvolut seiner Arbeiten als Schenkung in die Sammlung Fotografie eingegangen.

Das Münchner Stadtmuseum präsentierte Przybillas Werk vor allem im Hinblick auf diesen Wandel des Männerbildes in den 1980er Jahren: Etwa in der Ausstellung Nude Visions von 2009 oder zuletzt 2023 in der Ausstellung (K)ein Puppenheim.Alte Rollenspiele und neue Menschenbilder wobei Arbeiten der Serie Schwule Männer queeres Stadtleben in München repräsentierten. Anders als zur Entstehungszeit wird die Serie von einer breiteren Öffentlichkeit wahrgenommen und Przybilla als Position der queeren Fotografie gelesen. So ist ein Museumsbestand als Archiv auch immer im Wandel und von Kontexten, Lesarten und aktuellen Themen beeinflusst. Eine Reflexion über diese Dynamiken in Sammlungen wird im Beitrag Publikation und Rezeption Norbert Przybillas Serie "Schwule Männer" fortgeführt.

 

Herbert List, Junger Araber mit Steppenkerzen, Hammamet, 1935[1]

Großen Dank an Martin Schwaiger, Pia Singer, Dieter Hinrichs, Horst Middelhoff, Helmut Hein, Christian Döhring und Forum Queeres Archiv München e.V. für ihre wertvolle Hilfe bei der Recherche.

Endnoten

[1] Vgl. Pohlmann, Ulrich, "Der Tod ist nur die Fortsetzung des Lebens mit anderen Mitteln", in: Ders. (Hg.), Norbert Przybilla. Fotografien 1982–86, Ausstellungskatalog Fotomuseum im Münchner Stadtmuseum, München: o. V. 2000, S. 5.

[2] Chevrier, Jean-François, "Die Abenteuer der Tableau-Form in der Geschichte der Fotografie", in: Ders. (Hg.), Photo-Kunst. Arbeiten aus 150 Jahren, Ausstellungskatalog Kunsthalle Mannheim, Stuttgart: Edition Cantz 1989, S. 9–45.

[3] Zur Ausstellungschronik des Münchner Stadtmuseums vgl. https://www.muenchner-stadtmuseum.de/archiv [Zugriff am 25. September 2024]

[4] Pohlmann, Ulrich (Hg.), Norbert Przybilla. Fotografien 1982–86, Ausstellungskatalog Fotomuseum im Münchner Stadtmuseum, München: o.V. 2000.

[5] Vgl. Schwaiger, Martin, "Norbert Przybilla. 17.5.1953–21.8.1996", in: Pohlmann, Ulrich (Hg.), Norbert Przybilla. Fotografien 1982–86, Ausstellungskatalog Fotomuseum im Münchner Stadtmuseum, München: o. V. 2000, S. 6–7.

[6] Vgl. https://www.gew-bayern.de/berufsverbote/je-eine-erklaerung-der-betroffenen-gew-mitglieder-und-des-gew-la-vom-14111981 [Zugriff am 25. September 2024]

[7] Scheutle, Rudolf, »Gehen wir daran, diese traurigen Zustände zu verbessern!«. Zur Geschichte der Münchner Fotoschule, in: Pohlmann, Ulrich u. Scheutle, Rudolf (Hgg.), Lehrjahre – Lichtjahre. Die Münchner Fotoschule 1900-2000, Ausstellungskatalog Fotomuseum im Münchner Stadtmuseum, München: Schirmer/Mosel 2000, S 17–57.

[8] Ebd., S. 56–57. Hinrichs, Dieter, "Die Durchdringung des Schleiers", in: Pohlmann, Ulrich, Norbert Przybilla. Fotografien 1982–86, Ausstellungskatalog Fotomuseum im Münchner Stadtmuseum, München: o. V. 2000, S. 8–9.

[9] Przybilla, Norbert: Konzeptpapier Projekt: Zwischenbilder: Materie in Bewegung, 1985, Sammlung Fotografie des Münchner Stadtmuseums, Nachlass Norbert Przybilla.

[10] Ullrich, Wolfgang, Die Geschichte der Unschärfe, Berlin: Verlag Klaus Wagenbach 2009 (2002), S. 109.

[11] Vgl. https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/214863/aids-geschichte-als-gefuehlsgeschichte/ [Zugriff am 25. September 2024].

[12] Zu Froeses Arbeit vgl. etwa Städtisches Kunstmuseum Bonn (Hg.), Dieter Froese. Unpräzise Angaben –not a model for big brother's spy cycle, Ausstellungskatalog Städtisches Kunstmuseum Bonn, Bonn: o.V. 1987.

[13Wir wollen leben dokumentiert die Menschenkette zwischen Stuttgart und Neu-Ulm, die mit dieser Aktion gegen die Stationierung von US-amerikanischen atomaren Mittelstreckenraketen in Deutschland protestierte. Wie eine Briefabschrift im Nachlass zeigt, bot Przybilla dieses Material Michael Myerson, ein Vorsitzender des US-Friedensrat, zur Veröffentlichung an, den er auf seiner USA-Reise kennenlernte. Przybilla, Norbert: Briefabschrift Dear Michael Myerson, 1983, Sammlung Fotografie des Münchner Stadtmuseums, Nachlass Norbert Przybilla. Zur Geschichte der Protestaktion vgl. Storz, Beate, Die lange Kette. Die Friedensbewegung Neu-Ulm im Herbst 1983, Neu-Ulm: Dokumentationen des Stadtarchivs, Bd. 16, 2023.

[14] Z.B. mit den Formaten Debütant*innen oder Erste Jahre der Professionalität, die bis heute weitergeführt werden, vgl. Chronik und Archiv des Vereins https://bbk-muc-obb.de/galerie-der-kuenstler/ueber-die-galerie/ [Zugriff am 25. September 2024]. Przybilla war 1988 in der 7. Ausgabe von Erste Jahre der Professionalität vertreten.

[15] Liese, Rolf, "Anmerkung", in: Bundesverband Bildender Künstler, München und Oberbayern e.V. (Hg.), München 84', Ausstellungskatalog Galerie der Künstler, München: o.V. 1984, S. 5.

[16] Rumpf, Harald, "Vorwort", in: Bundesverband Bildender Künstler, München und Oberbayern e.V. (Hg.), München 84', Ausstellungskatalog Galerie der Künstler, München: o.V. 1984, S. 7–8.

[17] Vgl. https://www.lenbachhaus.de/digital/sammlung-online/person/przybilla-norbert-9052 [Zugriff am 25. September 2024].

[18] Wie EN. 7, S. 55.

[19] Zur Galerie Zango vgl. Scheutle, Rudolf, "Archivgeschichten XVIII. Von Zango ins Westend. Ein erster Blick auf einen schlummernden Archivbestand einer Münchner Fotogalerie aus den 1980er-Jahren", in: Photonews, 26. Jg., Nr. 2, 2024, S. 26. Zur Galerie Lange-Irschl vgl. Archivmaterial im Stadtarchiv: 46632 Band I, Kulturelle Aktivitäten, Bildende Kunst, Private Galerien, Sammlungen, Photogalerie Lange-Irschl.

[20] Vgl. Pohlmann, Ulrich, "Wilhelm von Gloedens sizilianisches Arkadien", in: Schirmer/Mosel (Hg.), Meister der Kamera – Wilhelm von Gloeden. Taormina, München/ Paris/ London: Schirmer/Mosel 1998, S. 5–25. In Vorbereitung: Pohlmann, Ulrich, Toarmina. Photographien von Wilhelm von Gloeden, München: Schirmer/Mosel 2024.

[21] Vgl. Esther Ruelfs, Den Körper aktivieren. Verlebendigung und Mortifikation bei Herbert List, Paderborn: Wilhelm Fink 2016.

[22] Heinz Schütz, »nun bricht zusammen, was zusammen gehört«. Über die Fotoinszenierungen von Michael Janiszewski, in: Michael Janiszewski, Heinz Schütz (Hg.), Michael Janiszewski. Fotoarbeiten 1990-1999, Graz: Edition Camera Austria 2000, S. 3–8.

Bildnachweis ausgewählter Objekte

[1] Herbert List, Junger Araber mit Steppenkerzen, Hammamet, 1935, Gelatineentwicklungspapier, 29,7 x 22,5 cm (Bild), Münchner Stadtmuseum, Sammlung Fotografie, Inv.-Nr. FM-2000/710.J-TU-HAM-001A, © Herbert List & Max Scheler Estate, Hamburg Germany

Über den Autor
Christopher Lützen ist Kunst- und Fotohistoriker und im Jahrgang 2023–2025 als Stipendiat im Programm Museumskurator*innen für Fotografie der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung in der Sammlung Fotografie des Münchner Stadtmuseums tätig.

Datum der Veröffentlichung
27. November 2025


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