Das Münchner Stadtmuseum weist darauf hin, dass in diesem Beitrag visuelle und textuelle Quellen besprochen werden, die diskriminierende Machtverhältnisse darstellen. Bilder und Texte repräsentieren zeitgenössische Sichtweisen, von denen wir uns distanzieren. Zugleich sehen wir uns in der Verantwortung, der interessierten Öffentlichkeit Zugang zu diesen Quellen zu gewähren, um eine kritische Auseinandersetzung mit dem historischen Material zu ermöglichen.

"Vom Glück und schönstem Wetter begünstigt, fielen die Bilder sehr gut aus, und ich erhielt von allen Seiten so viele Aufträge, dass ich Papier, Karton und Chemikalien durch den Zugführer von Rosario bringen ließ und Tag und Nacht zu arbeiten hatte." [1]

Christian Adolf David Klöpfer

Hamburg, 1869: Mit 28 Jahren beschließt Christian Adolf David Klöpfer, seinen "lange gehegten Wunsch, die Welt zu durchreisen" in die Tat umzusetzen. Am 6. März beginnen seine "Abenteuer" an Bord des Segelschiffs Juno, auf dem er sich gemeinsam mit drei Mitreisenden "auf gut Glück hinaus" wagt und nach “62-tägiger Reise“ in Montevideo, Uruguay, Südamerika betritt.[2] So formuliert er es in seinem Tagebuch, das 2008 unter dem Titel Die Abenteuer meines Lebens. Das Tagebuch eines Auswanderers nach dem Original veröffentlicht wurde.

Neben seinen schriftlichen Aufzeichnungen dokumentiert Klöpfer seine Erlebnisse auch fotografisch – in zwei selbst zusammengestellten Fotoalben. Gemeinsam ergeben Text und Bild ein eindrucksvolles Zeugnis seines Lebens zwischen 1869 und 1900. In dieser Zeit unternimmt er zahlreiche Weltreisen und verbringt viele Jahre in Bolivien und Argentinien. Dank seines Netzwerks innerhalb der im 19. Jahrhundert bereits stark etablierten europäischen, insbesondere deutschen Gemeinschaft Argentiniens kann er dort verschiedensten Berufungen nachgehen: Unter anderem ist er Sozius einer Firma, Buchhalter, Betreiber einer 'pulpería' (einer Art Kolonialwarenladen mit Ausschank), Ausleger von Telegrafenpfählen – und nicht zuletzt Fotograf.

So gelang es ihm, sich über Jahrzehnte nicht nur finanziell über Wasser zu halten, sondern sogar ein "kleines Kapital" anzusparen, mit dem er später in Hamburg ein Grundstück samt Haus für seine Familie erwerben konnte. Dort lebte er bis zu seinem Lebensende im Alter von 85 Jahren.[3]

Fotograf, Abenteurer oder Unternehmer – wer war Christian Adolf David Klöpfer? Weshalb befinden sich seine Reise-Tagebücher und Fotoalben heute in der Sammlung Fotografie des Münchner Stadtmuseums? Waren sie für den privaten Gebrauch bestimmt oder zirkulierten die Bilder, wie viele zeitgenössische Motive professioneller Fotograf*innen, auch im fotografischen Handel? Sind sämtliche Fotografien von Klöpfer selbst angefertigt worden, oder stammen einige auch aus anderer Hand?

Auftragsarbeit in Frayle Muerto

Adolf Klöpfer in der Sammlung Fotografie des Münchner Stadtmuseums

Das Konvolut Klöpfer kam im Jahr 2024 in die Sammlung – dank der Kontaktaufnahme von Seiten der Familie, bei welcher die diversen Materialien zuvor lagerten. Im Zuge dieser Recherche findet nun die erste wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Fotoalben Adolf Klöpfers statt.

Im Bestand der Sammlung Fotografie befinden sich zwei Fotoalben, drei einzelne Fotografien (Gelatineauskopier- und mattes Kollodiumpapier) kaschiert auf Karton und 30 Albuminabzüge, ebenfalls kaschiert auf Karton, augenscheinlich ungebundene Albumseiten. Weiterhin Kopien von Familiendokumenten, wie handschriftliche Notizen zur Familiengeschichte (illustriert mit Fotografien) von Adolf Klöpfer, biografische Dokumente und diverse Briefwechsel. Eine Kopie des Originaltagebuches liegt sowohl in maschinengeschriebener Version als auch in Form einer gekürzten Publikation vor.

Die beiden Fotoalben unterscheiden sich in Form und Inhalt. Das etwas kleinere Album Nr. 1 (FM-2024/99.1) mit den Maßen 24,5 x 36 x 4 cm enthält Ansichten von Klöpfers ersten Reisen und Aufenthalten aus den Jahren 1869 bis 1873 in Argentinien, Bolivien, Chile, Peru, den USA, Japan, China, den Philippinen und Ägypten. Der braune Ledereinband mit dem Titel Album in Goldprägung umfasst 74 Seiten mit 131 Albuminabzügen. 

Das äußerlich etwas schlichtere Album Nr. 2 (FM-2024/99.2) mit stoffüberzogenem Einband aus Karton und verstärkten Lederecken und -rücken hat die Maße 28,4 x 37,5 x 5 cm. Es führt Klöpfers visuelle Reise fort und enthält 112 Albuminabzüge aus den Jahren 1874 bis 1890 auf 58 Seiten. Eine formelle Besonderheit dieses Albums liegt in den handkolorierten Fotografien. Sie zeigen Klöpfers Familie in Bützow, die Heimat von Ehefrau Sophie Klöpfer in Deutschland, sowie Portraits und Ansichten aus Argentinien, den USA und den Philippinen. Die Abzüge sind durch selbst gezogene rote Doppellinien auf den Albumseiten gerahmt und, wie auch in Album 1, handschriftlich betitelt und größtenteils mit der Signatur "A. Klöpfer" versehen. Beide Alben weisen einen handschriftlichen Albumtitel auf und folgen einer zeitlichen Chronologie, welche nur vereinzelt unterbrochen wird. 

Während das handkolorierte Album 2 überwiegend selbst fotografierte Ansichten und Portraits von Mitreisenden, Familien und Bekannten während der Reiseroute oder vor ihren 'estancias' (argentinische Familienhöfe) zeigt, enthält Album 1 vermehrt allgemeine Stadt- und Ortsansichten sowie Genredarstellungen aus Peru, Chile, Ecuador und Ägypten. Diese Studioaufnahmen von Angehörigen der indigenen Bevölkerungsgruppen und viele der Reisefotografien sind nicht mit Klöpfers Signatur versehen und decken sich zum Teil zeitlich nicht mit Klöpfers Tagebuch-Einträgen. Dies gibt erste Hinweise darauf, dass Klöpfer angekaufte Fotografien zusammen mit seinen eigenen Aufnahmen im Album sammelte. Durch eine digitale Bildersuche und Recherchen in verschiedenen Online-Archiven konnten einige Motive folgenden Fotografen/-studios zugeschrieben werden: Paul-Emile Miot (1827–1900), Ricardo Villalba (um etwa 1875 als Fotograf in Peru und Bolivien aktiv), Eugenio Maunoury (1830–1896) und den Hermanos Courret (bestehend aus den Gebrüdern Eugène 1839–1920 und Aquiles Courret 1830–?). 

Auffällig im zweiten Album sind außerdem zahlreiche Selbstinszenierungen Klöpfers, auf denen er den Fotoapparat zwar nicht selbst ausgelöst haben kann, höchstwahrscheinlich aber "Verantwortlicher der Bildregie" bleibt.[4]

Obwohl sich das genaue Datum der Zusammenstellung der Fotoalben nicht eindeutig bestimmen lässt, ist davon auszugehen, dass diese nach Klöpfers Rückkehr aus Argentinien im Jahr 1900 entstanden sind. Hinweise darauf liefert das Originaltagebuch, in dem Klöpfer auf der ersten Seite drei Portraits von sich selbst aus den Jahren 1865, 1871 und 1912 eingefügt hat. Im Verlauf der Recherche stellt sich zudem die Frage, ob Klöpfer die Handkolorierungen im zweiten Album allein ausführte oder ob seine Frau beziehungsweise Töchter an dieser Arbeit beteiligt waren. All dies öffnet weiterführend die Frage nach kollektiver Autor*innenschaft im Fotoalbum. 

Eine detaillierte Einordnung dazu finden Sie in dem Beitrag Ambivalente Autor*innenschaft. Adolf Klöpfers Fotografie zwischen Amateurtum und Profession.

Das Fotoalbum – eine Sammlung in der Sammlung als Objekt der Forschung

Fotoalben gelten in der Fotogeschichte und musealen Archiven trotz ihrer hohen kulturhistorischen Relevanz häufig als vernachlässigte Objekte. Dies ist einerseits auf ihre "hybride, polymediale Beschaffenheit" zurückzuführen, die Ausstellung und Interpretation erschwert, andererseits auf die fehlende Etablierung adäquater methodischer Zugänge zum "konstellativen Sehen" und die durch willkürlich erscheinende, oftmals höchst persönliche Kuration erschwerte Lesbarkeit.[5] Am Beispiel der Fotoalben Adolf Klöpfers wird die Bedeutung solcher Sammlungen als materielle Archive sichtbar. Klöpfer vereinte in seinen Alben eigene Fotografien mit erworbenen Bildern, etwa "Typen" und Genredarstellungen aus Südamerika und Ägypten, wodurch plurale Autor*innenschaften und die Verflechtung von persönlicher, sozialer und globaler Geschichte evident werden. Klöpfers Sammlung wird zwar nicht durch mündliche Überlieferung vermittelt, wie es ein Fotoalbum nach Bernd Stiegler und Kathrin Yacavone zumeist erfordert, jedoch spielen seine schriftlichen Tagebücher eine zentrale Rolle für die Lesbarkeit des visuellen Materials. Durch den direkten Bezug zwischen visueller und schriftlicher Erzählung bieten sie einen aufschlussreichen Abgleich seiner Reiserouten und Erlebnisse. Die Alben agieren somit als hybride Gedächtnisobjekte im Spannungsfeld zwischen normierten fotografischen Formaten, persönlicher Inszenierung und gesellschaftlicher Kommunikation. Diese doppelte Verankerung macht sie zu zentralen Quellen für die Erforschung von Erinnerung, Identität und visueller Kultur im Kontext von Ausstellungs- und Archivpraktiken.

Dr. Kathrin Yacavone im Interview: Das Fotoalbum als Sammlungsobjekt

Die Originaltagebücher Klöpfers – Zeugnisse eines fotografierenden Weltreisenden

Adolf Klöpfer hinterließ zwei umfangreiche Originaltagebücher, die eindrucksvoll sein Leben und Wirken zwischen Europa und Südamerika dokumentieren. Das erste Tagebuch, das die Jahre 1869 bis 1900 umfasst, befindet sich heute als Dauerleihgabe im Auswanderermuseum BallinStadt in Hamburg. Transkribiert und wissenschaftlich aufgearbeitet, wurde es 2008 unter dem Titel Christian Adolf David Klöpfer.Die Abenteuer meines Lebens. Das Tagebuch eines Auswanderers publiziert.

Ein zweites, weniger bekanntes Tagebuch reicht inhaltlich über das Jahr 1900, also Klöpfers Rückkehr nach Deutschland, hinaus. Es enthält neben handschriftlichen Aufzeichnungen auch eingebundene Seiten mit kolorierten Gelatineabzügen und befindet sich weiterhin im Besitz der Familie Klöpfer. Dank einer temporären Leihgabe konnte dieses Exemplar in der Sammlung Fotografie des Münchner Stadtmuseums eingehend untersucht und teilweise digitalisiert werden. Chemische Anleitungen für fotografische Verfahren belegen, dass Klöpfer nicht nur fotografierte, sondern auch die in seiner Zeit üblichen technischen Prozesse der Bildherstellung beherrschte und selbst durchführte.

Beide Originaltagebücher enthalten eingebundene Kartons mit kleineren Gelatineabzügen (ca. 6 x 9 cm) derselben Motive, die als Albuminabzüge in den Fotoalben enthalten sind. Teilweise zeigen sie Bilder, die in den Alben nicht vorkommen. Die hohe Qualität dieser Abzüge ließ zunächst vermuten, dass Klöpfer seine Glasplatten nach Deutschland zurückgeschickt hat, um sie kopieren und reproduzieren zu lassen. Eine vertiefte Recherche ergab jedoch, dass auch Motive fremder Autor*innen wie Eugenio Maunoury und Hermanos Courret in den Tagebüchern enthalten sind. Dies schließt eine direkte Ausbelichtung der Glasplatten aus, da diese Originalnegative in den jeweiligen Studios verblieben.[6] Folglich kann Klöpfer auch die eigenen Albuminabzüge statt der Glasplatten durch Belichtungsverfahren vervielfacht und die Glasplatten möglicherweise in Argentinien zurückgelassen haben. Bisher gibt es keine Hinweise auf Klöpfers Fotografien in südamerikanischen Sammlungen.

Der Hafen von Callao

Fotosouvenirs

Klöpfers fotografische Ausrüstung und Expertise

Auf den letzten Seiten des sich im Familienbesitz befindenden Originaltagebuches listet Klöpfer “Verschiedene Recepte“ auf. Unter anderem für die Seifenherstellung während des Krieges, das "Eisen Ätzen" oder das "Gerben von Fellen" – aber eben auch für fotografische Verfahren. So notiert er chemische Zusammensetzungen zur Beschichtung von Glasplatten, Goldveredelungen, Anleitungen zum Auskopierverfahren mit Albuminpapier oder zu Entwicklungsprozessen, sowie Farbmischungen zur Kolorierung von Abzügen.[7] Wie und wo Klöpfer das Fotografieren erlernt hat, ist nicht bekannt, gab es jedoch in Deutschland seit 1843 vereinzelt "Unterricht in Daguerrothypieren" und ab 1854 erste Magazine eines "Lehrgangs in der Photographie".[8]

"Momentbild [-er]", wie beispielsweise vom Zug aus aufgenommene Ansichten in den USA der 1890er Jahre, belegen, dass Klöpfer später mit Trockenplatten gearbeitet haben muss.[9] Die erst in den 1870er Jahren entwickelten, mit Gelatine-Emulsion vorbeschichteten trockenen Glasplatten ließen kürzere Belichtungszeiten zu und boten weiterhin erleichterte Lager- und Transportbedingungen, wohingegen die Kollodiumplatten im nassen Zustand beschichtet, belichtet und auskopiert werden mussten.

Es ist nicht vollständig nachvollziehbar mit welchen Kameras Klöpfer fotografierte, Tagebucheinträgen deuten auf seine umfangreiche Kamera-Ausrüstung hin.[10] Nur eine Reise-Plattenkamera mitsamt Schnellverschluss und zwei Kassetten für die Glasplatten ist im Auswanderermuseum BallinStadt in Hamburg erhalten und ausgestellt. Eine solche Reisekamera gehörte "zur Standardausrüstung eines jeden Photographen", erlaubte flexible Aufnahmen durch Verstellen von Front- und Mattscheibenebene und war gut verstaubar.[11]

Vor der Küste Uruguays und Argentiniens kam die Fotografie im Jahr 1840 an, drei Jahre später wurden fotografische Dienstleistungen bereits über Zeitschriften angeboten und zwischen 1852 und 1860 stieg die Anzahl der eingetragene Fotostudios in Buenos Aires von zehn auf 60.[12] Somit ist naheliegend, dass es an fotografischem Zubehör in der Region nicht fehlen konnte – wie wir auch aus Klöpfers Tagebuch entnehmen können. 1869 lässt er sich "Papier, Chemikalien und Karton" ohne Umstände aus Rosario de Santa Fé bringen.[13]

Einordnung in die Sammlung

Die Beschäftigung mit dem Medium Fotoalbum hat im Münchner Stadtmuseum eine lange Tradition. Bereits 1975 widmete sich Ellen Maas in der Ausstellung Das Fotoalbum 1858–1918 den vielfältigen Erscheinungsformen des Albums im 19. Jahrhundert.[14] Im Zentrum stand nicht das Werk bekannter Fotograf*innen, sondern eine private Sammlung von Sammelalben mit sogenannten Carte-de-visite.[15]

Ein weiterer wichtiger Impuls ging 1993 von der Ausstellung Knipser. Die Bildgeschichte der privaten Fotografie in Deutschland und Österreich von 1880 bis 1980 aus, kuratiert von Timm Starl und Manfred Wegner. Diese Ausstellung untersuchte private Fotoalben von Amateurfotograf*innen(´"Knipser") unter dem Gesichtspunkt ihrer ästhetischen und sozialen Funktion. Sie beleuchtete das Fotoalbum als kompositorisches Werk: Als Träger einer individuellen Bildsprache, die nicht nur das fotografische, sondern auch das sammelnde, sortierende und beschriftende Handeln sichtbar macht.[16]

Im Verlauf seiner langjährigen Tätigkeit als Sammlungsleiter lenkte Ulrich Pohlmann den Fokus der Sammlung verstärkt auf die historische Reisefotografie. Dabei widmete er sich zunächst professionellen Akteuren wie Samuel Bourne, dessen Indien-Fotografien er in der Publikation Samuel Bourne - sieben Jahre Indien. Photographien und Reiseberichte 1863–1870 (2001) aufbereitete. Mit den beiden bereits erschienen Ausstellungskatalogen Felice Beato in Japan. Photographien zum Ende der Feudalzeit 1863–1873 (1991) und Giorgio Sommer in Italien. Fotografien 1857–1888 (1992) entstand eine Trilogie zur Reisefotografie als fotografisches Genre – stets mit dem Ziel, das Verhältnis von Reise, fotografischem Blick und kolonialem Kontext kritisch zu analysieren.

Ulrich Pohlmann im Interview

Zur Bedeutung der ersten europäischen Reisefotografen des 19. Jahrhunderts im Münchner Stadtmuseum 

Die Kombination aus Tagebuch und Fotoalbum macht das Konvolut Adolf Klöpfer einzigartig innerhalb der Sammlung Fotografie. Während in anderen Nachlässen – etwa von Regina Relang oder Oskar Messter – neben fotografischen Bildern vor allem Ephemera wie Notizen, technische Skizzen oder Briefwechsel erhalten sind, bietet Klöpfers Werk eine seltene Verbindung von persönlichem Reisejournal, technischer Dokumentation und fotografischem Bildarchiv. Somit stellt der Nachlass Adolf Klöpfers eine besondere Ergänzung der über 250 Reise- und Souveniralben aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert dar. Im Unterschied zu anderen Beständen, die meist anonym oder fragmentarisch überliefert sind, dokumentiert der Fall Klöpfer sowohl die subjektive Erfahrung als auch das fotografische Schaffen eines bürgerlichen, aus Europa kommenden Weltreisenden des 19. Jahrhunderts in außergewöhnlicher Dichte.

Der Bestand Adolf Klöpfer ist in der Museumsdatenbank mit der Stammnummer FM-2024/99.1, FM-2024/99.2 und FM-2024/99.3 inventarisiert und in Auszügen über die Sammlung Online einsehbar.

Link zum Album in der Sammlung Online

Ansichten aus meinem Tagebuche 1869–1873. A. Klöpfer

Ansichten aus meinem Tagebuche 1873–1890. A. Klöpfer

Endnoten

[1] Klöpfer, Adolf: Die Abenteuer meines Lebens. Das Tagebuch eines Auswanderers. Hamburg: Ellert und Richter Verlag, 2008, S. 35-36.

[2] Ebd., S. 25-27

[3] Ebd., S. 230

[4] Yacavone, Kathrin: "Intermediale Inszenierungsformen. Victor Hugo und das 'Album Alix'", in: Fotogeschichte, Themenheft Norm und Form. Fotoalben im 19. Jahrhundert, 41. Jg, Nr. 161, 2021, S. 15

[5] Stiegler, Bernd und Yacavone, Kathrin (Hg): Editorial, Fotogeschichte, Themenheft Norm und Form. Fotoalben im 19. Jahrhundert, 41. Jg, Nr. 161, 2021, S. 3-4

[6] Die kommerziell arbeitenden Fotostudios verkauften nicht die Originalglasplatten, die Unikate waren, sondern Vervielfältigungen im Direktauskopierverfahren von der Platte.

[7]  Klöpfer, Adolf: "Technische Rezepturen", Tagebuch von Adolf Kloepfer, Originaltagebuch aus Privatbesitz

[8] Hoerner, Ludwig: Das Photographische Gewerbe in Deutschland 1839-1914, Düsseldorf: GFW-Verlag, 1989, S. 93-95

[9] Klöpfer, Adolf: Bildunterschrift aus dem Album FM/2024-99.2.99, Ansichten zu meinem Tagebuche

[10] Vor dem Ritt in die Atacamawüste am 26. Dezember 1871 leiht er sich bei einem Händler zwischen Bolivien und Chile ein Maultier – im Tausch gegen eigene fotografische Aufnahmen sowie einen Stereoskop Apparat, "für die seine Tochter sich sehr interessierte"., Klöpfer, S. 92

[11] Hoerner, S. 45-46

[12] D’Amico, Alicia: "Stichworte zur Geschichte der Fotografie in Argentinien", in: Billeter, Erika: Fotografie Lateinamerika von 1860 bis heute, Bern: Benteli Verlag, 1981, S. 25-26

[13] Klöpfer, S. 36

[14] Vgl, Maas, Ellen (Hg.): Das Fotoalbum 1858–1918. Eine Ausstellung des Münchner Stadtmuseums, München 1975

[15] Diese kleinen Porträtfotografien erfreuten sich seit den 1860er Jahren großer Beliebtheit und wurden millionenfach produziert, gesammelt und getauscht – ein früher Ausdruck massenmedialer Bildkultur.

[16] Vgl. Starl, Timm / Wegner, Manfred (Hg.): Knipser. Die Bildgeschichte der privaten Fotografie in Deutschland und Österreich 1880–1980, Ausstellungskatalog, München/Wien 1993

Über die Autorin

Esra Klein ist Kuratorin mit einem Hintergrund im Fotojournalismus und in der Dokumentarfotografie sowie in Curatorial Studies. In ihrer kuratorischen Praxis interessieren sie Prozesse der Dezentralisierung des Kanons. 2025–2026 ist sie als Stipendiatin im Programm "Museumskurator*innen für Fotografie" der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung in internationalen Fotosammlungen tätig.

Datum der Veröffentlichung
29. April 2026


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Interimsausstellung “What the City. Perspektiven unserer Stadt” im historischen Zeughaus
Dienstag–Sonntag 11.00-19.00 Uhr
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Dienstag / Mittwoch 18.30 Uhr und 21.00 Uhr
Donnerstag 19.00 Uhr
Freitag / Samstag 18.00 Uhr und 21.00 Uhr
Sonntag 18.00 Uhr

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