Migration ist der Normalfall einer wachsenden Großstadt und gehört zu München wie der Marienplatz. Seien es die Ziegelarbeiter*innen aus dem Friaul, die den Baustoff für viele der typischen Münchner Gebäude herstellten, die Displaced Persons, die nach dem Zweiten Weltkrieg ebenso Anteil am Wiederaufbau der Stadt hatten wie andere Bevölkerungsgruppen, oder die „Gastarbeiter*innen“, die einen wesentlichen Beitrag zur industriellen Produktion und zum Städtebau leisteten – sie alle prägten den Alltag und die Kultur Münchens. Sie, ihre Geschichten und ihre Erinnerungen sind auch „Typisch München!“. An Orten wie dem Westend, das sich vom Arbeiterviertel zum Szeneviertel mit einem der höchsten Ausländeranteile in München wandelte, wird das genauso deutlich wie an der gelebten religiösen Vielfalt der Stadt.

München war und ist Einwanderungsstadt. Aus dieser Perspektive erforschen seit 2015 das Münchner Stadtmuseum und das Stadtarchiv München gemeinsam die Geschichte und Gegenwart der bayerischen Landeshauptstadt seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Dabei ist es dem Projekt „Migration bewegt die Stadt“ nicht nur gelungen neue Blicke auf die Geschichte zu dokumentieren und tragende Kontakte zu Akteur*innen der Migration aufzubauen, sondern auch die Sammlungen der beiden Gedächtnisinstitutionen um eine Fülle an wichtigen Quellenbeständen und aussagekräftigen Objekten zu erweitern. Anfang 2020 wurden die Projektstellen entfristet, wodurch die Migrationsforschung nun dauerhafte Linienaufgaben des Stadtarchivs München und des Münchner Stadtmuseums sind.

Ergebnisse und Einsichten finden seit 2018 einen prominenten Platz im Münchner Stadtmuseum. In der Dauerausstellung „Typisch München!" knüpfen seither an mehreren Stellen neue Exponate an, die Leerstellen der Stadtgeschichte füllen und aufzeigen, wie stark München von Migration geprägt war und ist. Dabei wird die Chronologie der Dauerausstellung durchbrochen und ihre Darstellungsweise zugleich fragend kommentiert: Welche Perspektivwechsel müssen vorgenommen werden, um die Geschichte einer Einwanderungsgesellschaft zu erzählen? Welche Objekte können uns dies vermitteln? Und wie wird Migrationsgeschichte zu einem gemeinsamen Narrativ der Stadtgesellschaft?

A total of 15 exhibition stations feature objects that represent the past and the present of migration in Munich and invite visitors to adopt a new perspective. In addition, each of these stops has a tablet so that visitors can interact with additional objects and digital content related to that particular station. The exhibition texts and the additional interactive material have been translated into English and Modern Standard Arabic with a view to reaching the widest possible audience. Visitors can also use two participative modules to help put together their own collections on Munich's history of migration and join the debate on how the city should now start to view itself.

Further, Munich scenographer Juliette Israel’s design of this special exhibition uses the additional exhibits and modules to underline the new direction that Münchner Stadtmuseum has now taken. Its installations clearly show that the process that the “Migration Moves the City” project first has set in motion since 2015 is far from complete. Further installations may indeed still be added, and locations and cross-references within the permanent exhibition remain flexible.

Finally, we have also explored the immigrant experience in the city. How do new residents in Munich experience their arrival and settling in? What places do they find important and what do they expect or demand of the city? The opinions of the actual players in the migration narrative themselves are central to the outreach program. Residents with an immigrant background will jointly lead tours of the exhibition with curators and will describe their own personal experiences and points of view.

They will also offer bilingual tours of the exhibition in German and their own mother tongues. The tours will be given in one or both languages, depending entirely on participant need and language proficiency. The tours not only work towards an understanding of different perspectives but invite visitors to share more than one language. Bilingual tours are available in German/Arabic, German/Greek, German/Italian, German/Croatian (BCS) and German/Turkish.

Project management: Ursula Eymold, Münchner Stadtmuseum and Dr. Andreas Heusler, Stadtarchiv München

Publikation

Die Ausstellung wird von einer etwa 240-seitigen Publikation mit mehr als 200 Abbildungen begleitet, die als erster Band der von Ursula Eymold und Andreas Heusler herausgegebenen Publikationsreihe „Münchner Beiträge zur Migrationsforschung“ im Allitera Verlag erschienen ist. Neben einer ausführlichen Dokumentation der Sonderausstellung bietet die Begleitpublikation weitere Einblicke in Arbeitsweise und Ergebnisse des vierjährigen Projekts „Migration bewegt die Stadt“. Beiträge des wissenschaftlichen Beirats und des Fachbeirats, die das Projekt kontinuierlich begleiteten, verdeutlichen die Verankerung in Forschung und Zivilgesellschaft. Autor*innen der Artikel sind: Ursula Eymold, Isabella Fehle, Simon Goeke, Andreas Heusler, Hannah Maischein, Vivienne Marquart, Johannes Moser, Karolina Novinscak-Kölker, Grazia Prontera und Philip Zölls.

Sie ist an der Museumskasse und im Online-Shop für 29,00 € erhältlich.


Besucherinformation

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Öffnungszeiten

Dienstag - Sonntag 10.00-18.00 Uhr
Montags geschlossen

MittwochAbendGeöffnet!
Jeden 2. Mittwoch im Monat sind ausgewählte Ausstellungen des Münchner Stadtmuseums bis 20.00 Uhr geöffnet.

Filmmuseum – Vorstellungen
Dienstag - Sonntag 18.30 + 21.00 Uhr
Donnerstag 19.00 Uhr
Bei Überlänge andere Uhrzeiten

Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln

S/U-Bahn Station Marienplatz
U-Bahn Station Sendlinger Tor
Bus 52/62 Haltestelle St.-Jakobs-Platz