Silber aus "ehemals jüdischem Besitz"

1939/40 erwarb das Münchner Stadtmuseum 205 Silbergegenstände vom Städtischen Leihamt in München. Es handelte sich dabei ausnahmslos um Objekte, die in München lebende jüdische Familien auf staatlichen Zwang hin bei der Ankaufsstelle des Städtischen Leihamtes abliefern mussten. Das geschah damals auf der Basis der am 21. Februar 1939 erlassenen "Dritten Anordnung aufgrund der Verordnung über die Anmeldung des Vermögens von Juden".

Im Rahmen der Wiedergutmachungsverfahren konnten nach 1945 insgesamt 57 Silberobjekte wieder an ihre rechtmäßigen Eigentümer*innen zurückgegeben werden. Voraussetzung war damals ein von den betroffenen Familien fristgerecht gestellter Entschädigungsantrag. Heute befinden sich noch immer 148 Gegenstände im Münchner Stadtmuseum. Es handelt sich überwiegend um Objekte aus Münchner Silberschmieden des 18. bis 20. Jahrhunderts.

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Im Sinne der im Jahre 1999 von der Bundesregierung, den Ländern und den kommunalen Spitzenverbänden verabschiedeten „Gemeinsamen Erklärung“ handelt es sich bei diesem Bestand um Kulturgut, das seinen einstigen Eigentümern von den Nationalsozialisten unrechtmäßig entzogen wurde und somit an diese, beziehungsweise deren Erben, zu restituieren ist.

Dieser moralischen Verpflichtung kommt das Münchner Stadtmuseum nach. Allerdings konnten die ehemaligen Eigentümer bis heute nicht ermittelt werden, da die überlieferten Archivalien des Städtischen Leihamtes nur bruchstückhaft vorliegen. So hat das Münchner Stadtmuseum alle Objekte in der Datenbank www.lostart.de des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste Magdeburg eingestellt.

Dieser Bestand wurde von Januar bis August 2014 in der Ausstellung „M. T. Wetzlar, Silberschmiede in München, gegründet 1875 – arisiert 1938“ der Öffentlichkeit präsentiert – mit dem Ziel weiterführende Hinweise zur Provenienz zu erlangen.

Die Begleitpublikation zur Ausstellung in Deutsch und Englisch mit 216 Seiten, ca. 250 Abbildungen davon viele in Farbe, erschien bei Arnoldsche Art Publishers, Stuttgart. Er ist erhältlich an der Museumskasse und in unserem Online-Shop für 39,80 €.

Der Katalog „Spurensuche, Silber aus ehemals jüdischem Besitz im Sammlungsbestand des Münchner Stadtmuseums“ widmet sich dem gesamten Silberbestand, den das Münchner Stadtmuseum im Städtischen Leihamt erworben hatte. Er ist erhältlich an der Museumskasse und in unserem Online-Shop für 8,00 €.


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Das Münchner Stadtmuseum und das Filmmuseum München sind voraussichtlich bis einschließlich Montag, den 21. Dezember 2020, vorübergehend geschlossen.

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