Theater TIER (Freiburg im Breisgau)
Die wundersame Welt der deutschen Familiennarrative
Neben Kindheitserinnerungen blieben der Figurenspielerin Vanessa Valk von ihrem Großvater zwei Fotoalben und ein Tagebuch, die von seiner Reise auf die Marshallinseln im Jahr 1911 zeugen. In den Geschichten der Familie galt der Opa als "Held". Drei Jahre blieb er dort, bis der Patriot eine "Südseefrau" auf den Inseln sitzenließ und zurückkehrte, um für sein Vaterland in den Krieg zu ziehen. Wie erzählt sich aus heutiger Sicht die Geschichte eines waschechten Kolonialisten, dessen Heldenanekdoten in der Familienüberlieferung sein späteres Nazitum überdeckten? Wer entscheidet überhaupt, welche Geschichten innerhalb einer Familie erzählt und welche unter den Teppich gekehrt werden?
Vanessa Valk, geboren 1974 in Hamburg, brach ihr Medizinstudium ab, um Figurentheater an der Stuttgarter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst zu studieren. Von 2006 bis 2011 war sie am Theater Freiburg im Festengagement. Dort bildete sie gemeinsam mit Dorothee Metz die Sparte Figurenspiel. Seit 2011 arbeitet sie freischaffend. Sie führt Regie und Figurenregie, baut Puppen in ihrer eigenen Werkstatt und arbeitet als Figuren- und Schauspielerin an diversen Stadt- und Staatstheatern sowie in der freien Szene. Valk denkt in ihren eigenen, vielfach ausgezeichneten Projekten über das Verhältnis von Mensch und Tier nach und beschäftigt sich intensiv mit Fragen zu Herkunft und Heimat.
Künstlerische Leitung: Jens Burde, Dorothee Metz, Johannes Frisch, Vanessa Valk / Regie: Dorothee Metz / Spiel: Vanessa Valk, Jens Burde, Johannes Frisch / Musik: Johannes Frisch / Video: Jens Burde, Mark Klotz / Bühne: Jens Burde
Wir weisen darauf hin, dass in diesem Theaterstück die Thematik des Kolonialismus verhandelt wird. Die Inszenierung enthält möglicherweise verstörende oder belastende Inhalte, darunter:
- Bildmaterial, das eine rassistische und kolonialistische Haltung zeigt
- Thematisierung von physischer und psychischer Gewalt, Unterdrückung, Ausbeutung, Vertreibung, (kulturellem) Völkermord und generationalem Trauma
Eine Produktion von Theater TIER in Kooperation mit dem E-WERK Freiburg und dem Theater Freiburg.
Gefördert durch den Landesverband Freie Tanz- und Theaterschaffende Baden-Württemberg e. V. aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg und die Akademie der Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen des Programms NEUSTART KULTUR und das Kulturamt der Stadt Freiburg.
Unterstützt durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ Gastspielförderung Theater, gefördert von dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie den Kultur- und Kunstministerien der Länder.
Spieldauer: 60 Min.
Altersempfehlung: 16+
Karten: Preiskategorie B über rausgegangen.de / Sprache: Deutsch / Ort: PATHOS theater
Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Gesellschaft zur Förderung des Puppenspiels e.V.
