Events & Films

Although the Münchner Stadtmuseum's exhibitions closed on January 8, 2024, for a complete renovation, the cinema and Von Parish Costume Library will remain open to visitors until June 2027.

Most of the events at the Münchner Stadtmuseum are held in German. Please refer to the German program for details.

Der koloniale Blick. Aus wessen Perspektive erinnern wir?

Gespräch

Mit Hamado Dipama, Noa K. Ha, Bebero Lehmann, Susann Lewerenz und René Aguiga

Straßen, Plätze und Denkmäler ehren in Deutschland noch immer Personen und Orte, die mit kolonialen Verbrechen in Verbindung stehen. Viele dieser Widmungen sind nach der historischen Kolonialzeit entstanden. Sie haben ihren Ursprung in der Verherrlichung des deutschen Kolonialismus während der Weimarer Republik und der NS-Diktatur und prägen Stadtbilder bis heute. Die Geschichte Schwarzer Menschen in Deutschland wurde im öffentlichen Raum, in Kulturinstitutionen oder in den Medien dagegen lange nicht erzählt. Nur schleppend und dank des Engagements zivilgesellschaftlicher Initiativen wird in den letzten Jahren an Widerstandskämpfer*innen und Kolonialmigrant*innen erinnert.
Die aktuelle Intervention "Erinnerung ist …" des NS-Dokumentationszentrums zeigt die Verbindungen von Kolonialismus und Nationalsozialismus anhand zweier Objektgeschichten. Zum einen die Geschichte des Straßenschilds Von-Trotha-Straße, dessen Namensgeber den Völkermord an den Herero und Nama mitverantwortete. Zum anderen die Geschichte des Bierkrugs von Theodor Wonja Michael, der den Nationalsozialismus überlebte und nach 1945 für eine selbstbestimmte afrodeutsche Identität kämpfte.
Die Veranstaltung geht der Frage nach, wie die Verklärung des deutschen Kolonialismus bis heute wirkt und wie eine dekoloniale oder postkoloniale Erinnerungskultur im öffentlichen Raum aussehen kann.

Über unsere Gäste

Hamado Dipama ist Sprecher des Bayerischen Flüchtlingsrats und Teil des Migrationsbeirats der LH München. Als Gründer des AK Panafrikanismus setzt er sich als Antirassismus- und Antidiskriminierungsberater bei AGABY für die Sichtbarmachung von Rassismus und Diskriminierung sowie für strukturelle Veränderungen ein. Darüber hinaus ist Dipama Mitglied im bayerischen Rundfunkrat und engagiert sich in verschiedenen Initiativen, die sich mit den Themen Flucht, Migration und Rassismus beschäftigen.

Noa K. Ha ist Stadtforscherin am Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) mit einem Fokus auf postkoloniale Studien. Sie untersucht die Auswirkungen kolonialer Geschichten auf zeitgenössische Stadtentwicklungen und Erinnerungspraktiken. Ihre Forschungsinteressen umfassen die Analyse von urbanen Räumen im Kontext von Migration und Rassismus sowie die Entwicklung dekolonialer Perspektiven in der Stadtforschung.

Bebero Lehmann (Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland (DOMiD)) ist Historikerin und Kuratorin. Sie war maßgeblich an der Gründung von Decolonize Cologne sowie der Theodor Wonja Michael Bibliothek beteiligt und ist im Berliner Projekt Dekoloniale Erinnerungskultur in der Stadt sowie in der Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland (ISD) aktiv. Ihre Arbeit fokussiert sich auf die Sichtbarmachung von Migrationsgeschichten und deren Einfluss auf die deutsche Gesellschaft.

Susann Lewerenz ist Historikerin und Leiterin der Abteilung Bildung und Studienzentrum der KZ-Gedenkstätte Neuengamme. Sie arbeitet schwerpunktmäßig zur Geschichte des Nationalsozialismus und dessen Verflechtungen mit dem Kolonialismus. So war sie unter anderem an dem von der Stiftung EVZ geförderten Kooperationsprojekt Verflechtungen. Koloniales und rassistisches Denken und Handeln im Nationalsozialismus beteiligt. Für ihre Promotion forschte sie zu Inszenierungen des 'Exotischen' und Artist*innen of Color im deutschen Unterhaltungsgewerbe zwischen 1920 und 1960. 

Die Moderation übernimmt der Kulturjournalist René Aguigah (Deutschlandfunk). Er ist Autor des Buches James Baldwin. Der Zeuge. Ein Porträt (2024) und hat sich intensiv mit Fragen der Identität, Rassismus und interkulturellem Dialog auseinandergesetzt.

Eine Kooperation des NS-Dokumentationszentrums München und dem Münchner Stadtmuseum im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus.

Dauer: ca. 2 Stunden
Teilnahme kostenfrei / keine Anmeldung erforderlich / barrierefrei
Ort: NS-Dokumentationszentrum München


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Opening hours

Interim exhibition What the City. Perspectives of Munich in the former armory
Tuesday – Sunday 11am – 7pm
Free Admission

Filmmuseum München – Screenings
Tuesday / Wednesday 6.30 pm and 9 pm
Thursday 7 pm
Friday / Saturday 6 pm and 9 pm
Sunday 6 pm

The rest of the museum is currently closed due to the general refurbishment.

Getting here

S/U-Bahn station: Marienplatz
U-Bahn station: Sendlinger Tor
Bus 52/62 stop: St.-Jakobs-Platz

Contact

St.-Jakobs-Platz 1
80331 München
Phone +49-(0)89-233-722370
E-Mail stadtmuseum(at)muenchen.de
E-Mail filmmuseum(at)muenchen.de

Cinema ticket reservation Phone +49-(0)89-233-724150

Information to Von Parish Costume Library in Nymphenburg