Vorträge / Weiteres

Münchner Filmmuseum Veranstaltung

Dienstag, 16. April 2019, 18:30 Uhr

Lissy

Konrad Wolf

 

 

Lissy

DDR 1957 | R: Konrad Wolf | B: Alex Wedding, Konrad Wolf nach dem Roman »Die Versuchung« von F.C. Weiskopf | K: Werner Bergmann | M: Joachim Werzlau | D: Sonja Sutter, Horst Drinda, Hans-Peter Minetti, Gerhard Bienert, Raimund Schelcher | 89 min | Wieder fragt Wolf nach der Verantwortung des Einzelnen in historischen Umbruchzeiten: Waren die Deutschen, die Hitler zujubelten, alle Verbrecher? Wie viele Andere verspricht sich der arbeitslose Angestellte Fromeyer von Hitler und der NSDAP eine Verbesserung seiner wirtschaftlichen Situation. Als Gegenfigur baut Wolf die Frau Fromeyers, Lissy, auf. Sie ist Tochter eines sozialdemokratischen Arbeiters aus dem Wedding, möchte heraus aus dem ärmlichen Milieu und arbeitet als Verkäuferin in einem Tabakladen am Kurfürstendamm. Auch sie erweist sich zunächst als politisch blind, trennt sich am Schluss aber von ihrem Mann und geht eigene Wege. LISSY entsteht nach dem 1937 erstmals publizierten Roman »Die Versuchung« von F.C. Weiskopf (1900-1955). Während das Arbeitermädchen im Buch zum kommunistischen Widerstand findet, entlässt sie der Film eher ins Vage, Ungewisse. Ihr Gang in den Nebel ist kein Fanal, sondern ein Verweis auf die nun folgende Zeit der Einsamkeit, Angst und Bedrohung.

Eintrittspreise 4 € (3 € für MFZ-Mitglieder). Die Kasse öffnet jeweils 60 Minuten vor und schließt 30 Minuten nach Beginn der Vorstellung. Bei allen öffentlichen Veranstaltungen verbleibt ein Kartenkontingent für den freien Verkauf an der Abendkasse.

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