13.11.2020 – 05.04.2021
MUC / Schmuck
Perspektiven auf eine Münchner Privatsammlung

Die Goldschmiedekunst spielt in München seit Ende des 19. Jahrhunderts eine zunehmend bedeutende Rolle. Bis heute leben und arbeiten hier überdurchschnittlich viele Goldschmied*innen und Schmuckkünstler*innen. Die international bekannte Klasse für Schmuck und Gerät der Akademie der Bildenden Künste leistet dazu einen entscheidenden Beitrag. Das Münchner Stadtmuseum nimmt den Erwerb einer Sammlung Münchner Schmuck, deren zeitlicher Schwerpunkt von den 1880er Jahren bis in die 1930er Jahre reicht, zum Anlass, gemeinsam mit den Student*innen der Akademie der Bildenden Künste und ihrer Professorin Karen Pontoppidan eine Ausstellung zu konzipieren, die sowohl über die historischen Arbeiten und ihren Hintergrund informiert, als auch Studium, Herangehensweisen und Werke angehender Schmuckkünstler*innen von heute vorstellt.
In Kooperation mit der Klasse Prof. Karen Pontoppidan, Akademie der Bildenden Künste München

24.04.2021 – 02.01.2022
Nachts. Clubkultur in München
Eingebettet in den kulturhistorischen Kontext der Stadtentwicklung seit etwa Ende des 19. Jahrhunderts wird der Fokus auf dem Münchner Nachtleben mit seiner Club- und Ausgehkultur seit der Nachkriegszeit liegen. Welche Personen und Institutionen prägten und prägen die Münchner Nacht? An welchen Orten hat sich das Nachtleben vollzogen? Welchen Stellenwert nahm und nimmt das Münchner Nachtleben im Kontext stadtplanerischer und ökonomischer Fragestellungen ein? Und inwiefern hat das Nachtleben in der Vergangenheit Einfluss auf Prozesse der Münchner Urbanisierung genommen? Das sind die Hauptthemen der Ausstellung, aber auch die Migration, die Herstellung von Geschlecht, Prozesse des sozialen Ein- und Ausschlusses sowie das Arbeiten und andere Themen sollen im Kontext der Nacht veranschaulicht werden.

18.06. – 17.10.2021
Barbara Niggl-Radloff. Porträtfotografien und Reportagen 1958-2010
Nach einer Jugend zwischen den Trümmern des zweiten Weltkrieges entdeckte Barbara Niggl-Radloff (1936-2010) Mensch und Geschehen der Nachkriegszeit in München und darüber hinaus mit dem Fotoapparat. Ihre aufstrebende Karriere als Bildjournalistin unterbrach sie bald zugunsten des Familienlebens – die Arbeit nahm sie erst Mitte der 1970er-Jahre wieder auf. Hinterlassen hat sie ein beeindruckendes Werk, das bis heute weitestgehend unbekannt geblieben ist.
Schon während ihrer Ausbildung am Münchner "Institut für Bildjournalismus" druckte die Süddeutsche Zeitung ihre Bilder, woraufhin die Münchner Illustrierte sie 1960 – als damals einzige Frau – als Verlagsfotografin anstellte. In ihrer zweiten Schaffensphase bis zu Ihrem Tod 2010 schuf sie ein Panorama der Künstler*innen und Literat*innen aus aller Welt, die im Künstlerhaus Villa Waldberta in Feldafing zu Gast waren. Ihr Gegenüber – darunter weltberühmte Akteure des Kulturlebens wie Erich Kästner, Hannah Arendt, Carl Zuckmayer, Max Horkheimer oder Emilio Vedova – hielt Barbara Niggl-Radloff fest in lebhaften Porträts, welche die Neugier und einfühlsame Art der Fotografin erfahrbar machen.
Der Nachlass der Fotografin gelangte 2018 an das Münchner Stadtmuseum und umfasst über 2.500 Abzüge sowie das Negativ-Archiv der Fotografin mit insgesamt mehr als 50.000 Aufnahmen. Die Ausstellung schöpft aus dem Gesamtwerk der Fotografin und zeigt ihre Bilder im Zusammenhang der "humanistischen Fotografie" sowie des zeitgenössischen Pressewesens.

08.10.2021 – 30.01.2022
Grand Tour XXL. Der Reisekünstler Emel‘jan Korneev
Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein galt eine Grand Tour nach Italien für Künstler als geradezu unverzichtbare Bildungsreise. Emel‘jan Michailowitsch Korneev (1780-1843) ging jedoch noch viel weiter. Als Teil einer Expedition bereiste er zunächst ganz Russland, von St. Petersburg nach Sibirien und über die südöstlichen Provinzen bis auf die Krim. Von dort aus zog er weiter in das damals osmanisch besetzte Griechenland und nach Kleinasien. Von Korfu aus gelangte er schließlich nach Italien und bereiste das Land von Paestum, Neapel und Tivoli bis Venedig. Unentwegt dokumentierte Korneev dabei unterschiedlichste Landschaften und Bauten sowie folkloristische Szenen. Einige Jahre nach seiner Rückkehr nach Russland übertraf Korneev diese ohnehin schon gewaltige Tour mit seiner Teilnahme an einer Weltumsegelung.
Viele seiner Werke gelten als verloren, weshalb der Künstler heutzutage außerhalb Russlands kaum mehr bekannt ist. Umso bedeutender ist das umfangreiche Konvolut an Zeichnungen und Aquarellen im Bestand der Graphischen Sammlung des Münchner Stadtmuseums. Großformatige Federzeichnungen sowie Arbeiten in Sepiatusche und Aquarell lassen die Kunst und die Reisen von Korneev anschaulich werden. Hinzu kommen einige Kostümstudien aus der Von Parish Kostümbibliothek und weitere hauseigene Werke von deutschen Zeitgenossen, wie J.G. von Dillis und Franz von Kobell, die die Blätter von Korneev kontextualisieren und die Besonderheiten der Grand Tour nach Italien in der Goethezeit veranschaulichen sollen. Dieses Material von hervorragender künstlerischer Qualität wird erstmals wissenschaftlich erschlossen und der Öffentlichkeit in einer Ausstellung präsentiert.

08.10.2021 – 30.01.2022
FORUM 052: Jonathan Danko Kielkowski - Die Ästhetik des Scheiterns
Räumlich eingebunden in die Ausstellung „Grand Tour XXL“ findet das Forum 052 mit Fotografien von Jonathan Danko Kielkowski (geb. 1988) statt. Ähnlich reisefreudig wie Korneev, findet er seine Motive in von Menschenhand geschaffenen Architekturen, die, funktionslos geworden und verlassen, heute als unfreiwillige Denkmäler an die ungezügelte Aneignung von Naturräumen durch den industriellen Fortschritt erinnern. In „Pyramiden", einer entvölkerten sowjetischen Bergbaustadt auf Spitzbergen, steigt er hinab in die eisigen Höhlen ehemaliger Bergwerke, wo er bizarre und morbide Strukturverbindungen von Natur und Technik vorfindet. In Italien beschäftigt sich der Nürnberger Fotograf ebenfalls mit dem Ruinösen. Doch anstatt antike Relikte abzubilden, zieht es Kielkowski nach Genua, wo er sich Zugang zu dem 2012 havarierten Kreuzfahrtschiff Costa Concordia verschafft. Konstruiert als moderner Tempel der immer mobiler werdenden Vergnügungsgesellschaft wurde sie zum Schauplatz einer Tragödie. Kurz vor dem Abwracken entstanden hier eindrucksvolle, gespenstische Aufnahmen.
Kielkowskis Arbeiten sind keine journalistisch-sachlichen Bilddokumente, sondern Aufnahmen einer Ästhetik des Scheiterns; sie leisten stille Zeugenschaft über die Fallstricke technologischer Errungenschaften und (über)ambitionierter Zukunftsvisionen.


Besucherinformation

Öffnungszeiten

Das Münchner Stadtmuseum und das Filmmuseum München sind bis voraussichtlich 30. November 2020 vorübergehend geschlossen.

Dienstag - Sonntag 10.00-18.00 Uhr
Montags geschlossen

MittwochAbendGeöffnet!
Jeden 2. Mittwoch im Monat sind ausgewählte Ausstellungen des Münchner Stadtmuseums bis 20.00 Uhr geöffnet.

Filmmuseum – Vorstellungen
Dienstag - Sonntag 20.00 Uhr
Bei Überlänge andere Uhrzeiten

Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln

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U-Bahn Station Sendlinger Tor
Bus 52/62 Haltestelle St.-Jakobs-Platz

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