Veranstaltungen & Filme

Kosmische Reise

Internationale Stummfilmtage
Musikbegleitung: Günter A. Buchwald (Klavier, Violine, Viola)

Le voyage à travers l’impossible (Die Reise durch das Unmögliche)
Frankreich 1904 | Regie: Georges Méliès | Drehbuch: Georges Meliès | Kamera: Michaut | Darsteller: Georges Meliès, Fernande Albany, May de Lavergne, Jehanne d’Alcy | 24 min | Farbe: handkoloriert | Zwischentitel: keine

Musikbegleitung: Günter A. Buchwald (Klavier, Violine, Viola)

Handkolorierter Filmklassiker, den Filmpionier und Zauberkünstler Georges Méliès mit aufwändigen Dekors auf der Bühne seines Filmstudios in Paris realisierte. Erhalten hat sich eine handkolorierte Filmkopie, die das Filmmuseum München vom tschechischen Filmarchiv erhalten hat und die von Lobster Film digitalisiert wurde. „Als 1897 in Paris und später auch in London richtige Kolorierateliers mit bis zu fünfzig Angestellten eingerichtet wurden, konnten tüchtige Frauen täglich acht bis neun Filmmeter mit dem Pinsel einfärben. Jede Frau war für eine Farbe zuständig – bis zu sechs wurden Bildchen für Bildchen aufgetragen. Das Atelier der Mademoiselle Thullierin Paris kolorierte die Filme von Georges Meliès, beispielsweise LE VOYAGE A TRAVERS LIMPOSSIBLE aus dem Jahre 1904. Einen Verleih gab es damals noch nicht, die Filme wurden zu einem Preis von 1,50 Francs pro Meter für die schwarzweißen und zum doppelten Preis für die kolorierten Filme direkt an die Kinos verkauft.“ (Gert Koshofer)

Das Grundmotiv der mehr abenteuerlichen Science-Fiction, die phantastische Reise, ist das Thema von LE VOYAGE A TRAVERS LIMPOSSIBLE, wo ein Zug mit rasender Geschwindigkeit über eine Bergkuppe fährt, davonfliegt, in den weiten Himmel und darüber hinaus, ins All, dann zurückkehrt und im Meer landet, um schließlich wieder sicheres Land zu erreichen. Die Tricks, die Meliès anwandte, dienten weniger einer perfekten Illusion als einer Demonstration immer neuer, verblüffender mechanischer Möglichkeiten zur Darstellung von Bewegungen und Verwandlungen. (Georg Seeßlen: Kino des Utopischen; Reinbek 1980)

Kosmičeskij rejs (Kosmische Reise)
UdSSR 1936 | Regie: Vasilij Žuravlëv | Drehbuch: Alexandr Filimonov, nach dem Roman von Konstantin E. Ciolkovskij | Kamera: Aleksandr Gal'perin, I. Škarenkov | Darsteller: Sergej Komarov, Vasilij Kovrigin, Nikolaj Feoktistov, Vasilij Gaponenko, Ksenija Moskalenko, Sergej Stoljarov, Andrej Karasëv | 70 min | Farbe: schwarzweiß | Zwischentitel: Russisch mit deutschen Untertiteln

Musikbegleitung: Günter A. Buchwald (Klavier, Violine, Viola)

Der letzte sowjetische Stummfilm entstand zu einer Zeit, als der Tonfilm sich schon längst durchgesetzt hatte. Der mit großem Aufwand und verblüffender Tricktechnik produzierte Science-Fiction-Film zeigt das fiktive Moskau des Jahres 1946, so wie Stalin es geplant, aber dann später nicht hat umsetzen können. Im Mittelpunkt steht eine erstaunlich realistische Reise im Raumschiff zum Mond, die der betagte Astrophysiker Pawel Iwanowitsch Sedych unternimmt. Der Film wurde kurz nach seinem Kinostart aus politischen Gründen zurückgezogen und geriet in völlige Vergessenheit. Das Filmmuseum München hat eine von Gosfilmofond restaurierte Filmkopie bearbeitet und digital restauriert.

Auf dem Mosfil’m-Gelände wurde ein 1.000-Quadratmeter-Studio eingerichtet, in dem sich erstmals in einer sowjetischen Filmproduktion das Team mit Funkgeräten, Mikrofonen und Lautsprechern verständigte. Künstliches Licht mit 11.000 Ampere wurde für Tagaufnahmen installiert, ein Dutzend Großprojektoren sorgten für das Bild des künftigen Moskau, in dem sogar (später nie realisierte) Großbauten wie der Palast der Sowjets zu sehen sind. Mittels 2500 Glühbirnen in einer samtverkleideten Kuppel von 400 Quadratmetern Fläche wurde der Sternenhimmel simuliert. Und mit enormem Aufwand wurden im Maßstab 1:25 Modelle der Startrampe, der beiden Raumschiffe, der bewegten Fahrzeuge und Mechaniker sowie der Mondlandschaft gebaut. Die Himmelsgefährte heißen im Film „raketoplany“, Raketenflugzeuge; eines trägt Stalins Namen, das andere den des Volkskommissars für Verteidigung Kliment Vorošilov. Pioniere sowjetischer Raketenantriebe waren als Berater dabei, ganze Scharen von Tricktechnikern, Modellbauern und Ausstattern beschäftigt. (Alexander Schwarz, Edition Filmmuseum 109, München 2018)

 

 

Eintrittspreise 6 € (5 € für Mitglieder des MFZ). Die Kasse öffnet eine Stunde vor Vorstellungsbeginn. Es gibt keinen Vorverkauf. Reservierungen sind online über den Shop des Stadtmuseums möglich. Bei allen öffentlichen Veranstaltungen verbleibt ein Kartenkontingent für den freien Verkauf an der Abendkasse.


Besuchsinformation

Öffnungszeiten

Dienstag - Sonntag 10.00-18.00 Uhr
Montags geschlossen

MittwochAbendGeöffnet!
Jeden 2. Mittwoch im Monat sind ausgewählte Ausstellungen des Münchner Stadtmuseums bis 20.00 Uhr geöffnet.

Filmmuseum – Vorstellungen
Dienstag - Sonntag 20.00 Uhr
Bei Überlänge andere Uhrzeiten

Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln

S/U-Bahn Station Marienplatz
U-Bahn Station Sendlinger Tor
Bus 52/62 Haltestelle St.-Jakobs-Platz

Kontakt

St.-Jakobs-Platz 1
80331 München
Tel. +49-(0)89-233-22370
Fax +49-(0)89-233-25033
E-Mail stadtmuseummuenchende
E-Mail filmmuseummuenchende

Kinokasse Tel. +49-(0)89-233-24150

Stadtcafé Tel. +49-(0)89-26 69 49