Sonderausstellungen
Vorschau

12.05. – 08.10.2017
Revolutionär und Ministerpräsident – Kurt Eisner (1867-1919)
Das Münchner Stadtmuseum zeigt eine Ausstellung zum 150. Geburtstag von Kurt Eisner (Berlin 1867 – München 1919), dem ersten Ministerpräsidenten Bayerns. Er wurde nach nur rund 150 Tagen Regierungszeit am 21. Februar 1919 auf offener Straße erschossen. Im Fokus steht der publizistische und politische Werdegang einer charismatischen, von vielen Seiten vereinnahmten und dadurch auch widersprüchlichen Persönlichkeit. So bereitet die Ausstellung den gesamten Lebensweg Eisners auf und macht nachvollziehbar, wie der Politiker vom „Gefühlssozialisten“ zur prägenden Persönlichkeit der Revolution vom November 1918 wurde. Noch bis in die 1990er-Jahre hinein stufte das historische Gedächtnis Eisner als Utopisten und Idealisten ein. Erst die Biografie von Bernhard Grau (München, 2001) wertete die gesamten historischen Quellen zu Kurt Eisners Leben aus und kam zu anderen, differenzierten Schlüssen. Die biografische Darstellung bildet den Auftakt zu einer Reihe von Veranstaltungen, mit denen die Landeshauptstadt München den historischen Ereignissen der Jahre 1918 und 1919 nachspüren wird.


01.09. – 12.11.2017
FORUM 043: Sebastian Jung – Winzerla
Sebastian Jung ist aufgewachsen in Winzerla, jener zu Jena gehörenden Plattenbausiedlung, die als Herkunftsort der drei rechtsterroristischen NSU-Mitglieder Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe bekannt wurde. In seiner Ausstellung unternimmt Jung eine künstlerische Spurensuche anhand seiner Erinnerungen an das Winzerla der 1990er-Jahre. Fotos und Zeichnungen umkreisen das diffuse Lebensgefühl seiner Kindheit. Den Ergebnissen seiner Recherche stellt er Zeichnungen aus dem NSU-Prozess gegenüber, die er 2014 vor Ort anfertigte.


06.10.2017 – 21.01.2018
Adolphe Braun – ein europäisches Fotografie-Unternehmen im 19. Jahrhundert
Der Franzose Adolphe Braun (1812-1877) zählt zu den erfolgreichsten Fotografen im Europa des 19. Jahrhunderts. Als ausgebildeter Zeichner arbeitete er zunächst für die elsässische Textilindustrie, bevor er sich 1854 der Fotografie zuwandte. Mit einer mehr als 300 Aufnahmen umfassenden Serie von Blumenstillleben gelang ihm 1855 auf der Pariser Weltausstellung der künstlerische Durchbruch. Die weit verbreiteten Aufnahmen dienten Textilgestaltern im Second Empire als Vorlagen und waren wegen ihrer meisterhaften Komposition auch als Studien für Dekorationsmaler und Zeichner beliebt. Ab 1860 fotografierte Braun mit seiner großformatigen Kamera die alpinen Landschaften und Städte der Schweiz, die gelegentlich vom Maler Gustave Courbet als Vorlagen für Gemälde verwendet wurden. Neben Tierstudien, Architektur- und Landschaftsdarstellungen konzentrierte sich Braun auf die Kunstreproduktion. Als erster offizieller Fotograf erhielt er die Erlaubnis für drei Jahrzehnte die Kunstwerke des Louvre zu reproduzieren. Das Unternehmen Braun galt als führend in der Wiedergabe der Tonwerte von Werken der Malerei, Skulptur und Grafik, wie Beispiele aus den bekanntesten europäischen Kunstmuseen in Wien, Florenz, London oder Dresden veranschaulichen.
Die Ausstellung präsentiert erstmals sämtliche Tätigkeitsfelder Adolphe Brauns anhand von ca. 200 Originalaufnahmen und Gemälden des 19. Jahrhunderts von Gustave Courbet, Henri Fantin-Latour oder Jules Médard.


08.12.2017 – 04.02.2018
FORUM 044: Jenny Schäfer – Liste: Neues Wasser
Wasser wird vom Bedürfnis zum Begehren. Es wird gestaltet und verkauft. Über die Ambivalenz von Wasser geht es in der künstlerischen Recherche von Jenny Schäfer. Der Zusammenhang zwischen einer Ästhetik des Wassers im kapitalistischen System und der dem Wasser inhärenten Romantik, Kraft und Faszination wird durch Fotografien, Zeichnungen und Objekte formuliert.