Sonderausstellungen
Vorschau

27.04. – 23.09.2018
„Ehem. jüdischer Besitz“ – Erwerbungen des Münchner Stadtmuseums im Nationalsozialismus
Die systematische Erforschung der Herkunft von Kunstwerken in den eigenen Sammlungsbeständen gehört zu den Schwerpunkten der wissenschaftlichen Arbeit des Münchner Stadtmuseums. Erstmals sollen nun die Ergebnisse dieser Provenienzforschung in einer Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert und dabei auch die eigene Geschichte in der NS-Zeit näher beleuchtet werden. Die Ausstellung versteht sich als Momentaufnahme in einem Prozess kontinuierlicher Aufarbeitung und zeichnet die vielfältigen Biografien von ausgewählten Kunstgegenständen aus den verschiedenartigen Sammlungen des Museums nach. Dazu gehören Werke aus den Bereichen Grafik und Gemälde, Mode und Textilien sowie Kunsthandwerk und Möbel, aber auch Musikinstrumente und Marionetten. Zum ersten Mal wird damit ein kunst- und kulturgeschichtliches Museum mit der ganzen Bandbreite seiner Sammlungsbestände diesem wichtigen Thema eine Ausstellung widmen.


18.05. – 17.06.2018
Gamelan Ausstellung anläßlich des Internationalen Gamelan Musikfestivals München
Gamelan ist ein Oberbegriff für eine große Anzahl von Ensembles der indonesischen Inseln Java und Bali, deren auffälligste Instrumente hängende und liegende Gongs, Metallophone und Felltrommeln sind. Der große Bestand an Instrumenten nichteuropäischer Musikkulturen der Sammlung Musik wird zweifellos dominiert von den Instrumenten verschiedener Gamelans. Das Besondere der Gamelan Musikkultur ist, dass sie nur im Ensemble funktioniert. Für den Außenstehenden hat sich eine verwirrende Fülle an Traditionen und Spielformen entwickelt. Die Ausstellung präsentiert 15 verschiedene Gamelans aus Java und Bali, jeweils mit Hörbeispielen. Eine besondere Attraktion ist das ästhetisch ansprechende GAMELATRON, eine Art "Gamelan-Roboter", installiert von dem weltweit gefragten Künstler und Erfinder Aaron Tylor Kuffner (New York), das einen eigenen Klangraum entstehen lässt.


6.07. – 14.10.2018
Die Dächer Münchens – Modelle zur historischen Ingenieursbaukunst
Dachkonstruktionen sind versteckte Meisterwerke der Architektur. Die Baumeister konnten nur das planen, was von den Zimmerleuten auch zu überdachen war. So sind die Dächer ein Spiegelbild der technischen Leistungsfähigkeit und ein stadtgeschichtliches Zeugnis von erstaunlicher Aussagekraft. Fast alle historischen Dächer wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört. In Kooperation mit dem Lehrstuhl für Baugeschichte, Historische Bauforschung und Denkmalpflege der TU München werden die großformatigen Holzmodelle von Clemens Knobling zur Rekonstruktion bedeutender Dachwerke, von der Frauenkirche bis hin zum historischen Zeughaus, im Maßstab 1:20 gezeigt.


08. – 17.06.2018
Indonesia # Bronze.Bamboo.Beats
Internationales Gamelan Musikfestival München

Das Internationale Gamelanfestival präsentiert mit Gruppen aus Indonesien und Europa verschiedene Musikkulturen aus Bali und Java, deren besonderes Merkmal das Ensemblespiel ist. Eine Ausstellung in der Sammlung Musik mit etwa 15 Gamelanarten zeigt das reichhaltige Spektrum an Instrumentarien und Spielweisen, die allesamt in Europa recht unbekannt sind. Bei Open-Air-Veranstaltungen auf dem Mariahilfplatz tritt das größte Carillon Süddeutschlands in Dialog mit einem Gamelan-Ensemble; hierfür werden eigens Kompositionen geschrieben, gefördert durch der Ernst-von-Siemens Musikstiftung. Die Konzerte finden im Münchner Stadtmuseum und bei den Kooperationspartnern wie dem Bayerischen Rundfunk oder Gasteig statt. Ein zweitägiges Symposion mit namhaften Referenten bietet gute Möglichkeiten, diese einzigartigen und unbekannten Hochkulturen näher kennenzulernen. Eine große Anzahl verschiedener Workshops mit Lehrern aus den eingeladenen Gruppen runden das vielfältige Programm ab.


22.06. – 16.09.2018
FORUM 046: Claudius Schulze – Naturzustand
Wie sehr der Schutz vor Naturkatastrophen das europäische Landschaftsbild prägt, zeigt die Arbeit „Naturzustand“ von Claudius Schulze. Der Künstler reiste dafür rund 50.000 km quer durch Europa und fotografierte mit seiner Großformatkamera von einem Kranwagen herab scheinbar malerische Landschaften. Die Fotografien entstanden an Nordsee und Atlantik, in den Alpen, Pyrenäen und Mittelgebirgen sowie entlang der großen europäischen Flussläufe. Die Landschaften wirken auf den ersten Blick fast idyllisch. Doch zum Schutz vor natürlichen Gefahren hat der Mensch massiv in die Naturräume eingegriffen. Die Kräfte von Stürmen, Lawinen und Überschwemmungen werden durch Bauwerke und Technologien reguliert. Schulzes Fotoserie untersucht den „Naturzustand“ im Zeitalter des Anthropozän, in dem der Mensch durch die Auswirkungen seines Handelns auf Klima und Biosphäre letztlich selbst zur Naturgewalt wurde.


21.09.2018 – 31.12.2019
Migration bewegt die Stadt. Neue Perspektiven auf "Typisch München!"
Migration hat München in allen Bereichen geprägt. „Stadtgeschichten sind auch immer Migrationsgeschichten“ (Erol Yıldız). Das Münchner Stadtmuseum und das Stadtarchiv München arbeiten seit 2015 gemeinsam daran, die Gegenwart und Geschichte Münchens aus dieser Perspektive zu erforschen. Die beiden Münchner Institutionen präsentieren mit ihren ersten Forschungsergebnissen neue Lesarten und Ergänzungen in der Dauerausstellung „Typisch München!“.


05.10.2017 – 20.01.2018
FORUM 047: Elizaveta Porodina – Smoke and Mirrors
Die in München lebende Künstlerin Elizaveta Porodina (*1987 in Moskau) hat sich längst als Modefotografin international einen Namen gemacht hat. In ihrer ersten Museumspräsentation zeigt sie neue Bilder, die sich zwischen atmosphärischen Porträts, Mode und Dokumentarfotografie bewegen, stilistisch aber auch vom Surrealismus beeinflusst sind. Ähnlich wie Helmut Newton, der neben lrving Penn und Gordon Parks zu ihren Vorbildern zählt, erzählen ihre Fotografien dank Porodinas filmischer Inszenierungen immer eine Geschichte. Ihr gelingen farbenfrohe Fantasie-Szenerien oder dramatische Schwarzweiß-Motive. Klassische Bildgenres sind ihr nicht wichtig, vielmehr geht es ihr "um die Beziehung zwischen Menschen, um die Vision, diese großartigen Dimensionen sichtbar zu machen, letztendlich geht es nur um Liebe."


17.10. – 28.10. 2018
Internationales Figurentheaterfestival „MIT_GEFÜHL“
Unter dem Titel „MIT_GEFÜHL“ wird das internationale Figurentheaterfestival 2018 Figurentheater als Theater für alle Sinne vorstellen und verstärkt Installationen und partizipative Formate zeigen. Damit verbunden soll das Thema Inklusion im Fokus stehen. Neben Inszenierungen, die Behinderung auf ganz unterschiedliche Weise thematisieren, wird sich das Festival mit Workshops und Gesprächen auch bewusst um Zuschauer mit Behinderung bemühen. Das Programm mit ca. 20 internationalen Inszenierungen richtet sich an Erwachsene, Jugendliche und Kinder. Weitere Spielorte sind u.a. die Schauburg, die Pasinger Fabrik und das HochX.


18.10.2018 – 06.01.2019
Wunderkammer – Frank Soehnles Figurentheater im Dialog mit der Sammlung Puppentheater
Eine Gegenüberstellung, ein Familientreffen, eine Audienz bei den Idolen. Der Figurenspieler Frank Soehnle hat in der Sammlung Puppentheater des Münchner Stadtmuseums jede Menge Inspirationsquellen wiedergefunden, aber auch Verwandte, Urahnen und Doppelgänger seiner eigenen Figuren. Zu Themen wie Himmel & Hölle, Abnormitäten, Schatten, Auflösung, Totentanz und Totenkonferenz, die auch immer wieder auf Soehnles Bühne zu sehen sind, entstehen auf 200 Quadratmetern sinnliche Dialogräume zwischen Exponaten der Sammlung und Figuren aus verschiedenen Inszenierungen Frank Soehnles von 1991 bis heute.


30.11.2018 - 31.03.2019
Die Weite des Horizonts. Zeitgenössische Fotografie aus der Sammlung der DZ-Bank
In der Ausstellung geht es um das Phänomen Landschaft in der zeitgenössischen Fotografie. Ausgehend von den Vorstellungen, die in der Kunst der Romantik zur idyllischen Naturdarstellung formuliert wurden, werden die Veränderung von Natur- und Nutzlandschaft sowie die Auswirkun­gen von Verstädterung und Industrialisierung auf die Natur thematisiert. Die circa 120 Kunstwerke stammen von, Axel Hütte, Olivo Barbieri, Lothar Baumgarten, William Eggleston, Jochen Gerz, Luigi Ghirri, Rodney Graham, Beate Gütschow, David Hockney, Walter Niedermayr, Simone Nieweg, Detlef Orlopp, Jorma Purannen, Inge Rambow, Heinrich Riebesehl, Adrian Sauer und James Turrell.


15.03. – 28.07.2019
Die fabelhafte Kunst des Carl Strathmann (1866-1939)
Die Kunst Carl Strathmanns ist skurril, bizarr, originell, in jedem Fall entzieht sie sich weitläufigen Kategorisierungen. Mit einer ornamentverliebten Detailversessenheit schuf sich der Jugendstilkünstler eigene Welten von karikaturhaften Märchen, phantastischen Blumenstillleben und Landschaften, symbolistischen Salonbildern und kunstgewerblichen Entwürfen. Im Münchner Stadtmuseum befindet sich sein künstlerischer Nachlaß, der alle Aspekte seines Œuvres abdeckt. Unter anderem finden sich hier auch zahlreiche seiner (Haupt-)Werke, die allgemein als verschollen oder zerstört gelten. Diese Ausstellung bietet die Gelegenheit mit Carl Strathmann eine besonders aufregende Künstlerpersönlichkeit Münchens um 1900 zu entdecken und sich von seiner Kunst faszinieren zu lassen.