Sonderausstellungen
Vorschau

24.05. – 25.08.2019
FORUM 049: Sebastian Riemer – Archivarische Empathie
In seinen Fotografien geht der Düsseldorfer Künstler Sebastian Riemer (geb. 1982) den speziellen und vielgestaltigen Eigenschaften des fotografischen Bildes auf den Grund. Welche Informationen können wir schon an der Oberfläche eines Abzug sammeln? In welchem Verhältnis stehen das Lichtbild und Praktiken der Massenmedien, etwa Stereotypisierung, Retuschen und Manipulationen oder Authentifizierungsstrategien? Riemer wirft diese medienreflexiven Fragen konkret am Bild auf, indem er Fotografien von Fotografien herstellt. Mittels dieser Aneignung fremder Bilder und seiner eigenen Überarbeitung, gelingt es ihm fotografische Charakteristika sichtbar und zum zentralen Thema seiner Bilder zu machen.


13.09. – 01.12.2019
FORUM 050: Der Greif – Public / Private
„Der Greif” ist eine vielfach ausgezeichnete Organisation für zeitgenössische Fotografie. Seit der Gründung 2008 beschäftigt sich das Kollektiv mit aktuellen Themen, die fotografische Bildproduktion, -distribution und -rezeption betreffen. Alle Projekte verbinden physische und virtuelle Räume. Im Zusammenhang mit der Ausgabe 12 ihres Magazins, gastkuratiert vom britisch-südafrikanischen Künstlerduo Broomberg & Chanarin, zeigt „Der Greif” in einer interaktiven Installation eine speziell kuratierte Auswahl an Fotografien. Adam Broomberg & Oliver Chanarin erhalten über eine offene Ausschreibung hierfür fotografische Bilder, die zu privat, zu still, zu gewalttätig, zu politisch, zu subversiv oder zu explizit sind, um sie online zu teilen. Bilder, die niemals auf Facebook, Instagram oder anderen sozialen Netzwerken gezeigt würden. Die Präsentation der Arbeiten fordert die Besucher_innen auf, sich den Bildern zu nähern, sie zu berühren, mit ihnen umzugehen und bricht dadurch mit klassischen Präsentationsformaten von Fotografie. Gleichzeitig hinterfragt sie unsere fotografische Bildrezeption auf Smartphone-Bildschirmen.


15.11.2019 – Juni 2020
READY TO GO! – Schuhe bewegen
Die Ausstellung beleuchtet eingangs Fußbekleidung als Gebrauchsgegenstand und Fortbewegungsmittel unter kulturhistorischen und soziologischen Aspekten: die Beispiele reichen vom fragmentierten mittelalterlichen Kinderschuh, über Arbeitsschuhe und Wanderstiefel bis zum aktuellen Schuhwerk eines Geflüchteten. Im zweiten Teil mutiert der Schuh zum Status- und Machtsymbol und kann durch Absätze den Menschen regelrecht über andere erhöhen. Schuhe dienen auch heute noch als Zeichen einer Gruppenzugehörigkeit, was an Szeneschuhen wie Raver Boots, Transformer Stiefeln oder Buffalos gezeigt wird. Die Gender-Thematik wird u.a. an den Plateauschuhen der 1970er-Jahre sichtbar, die sowohl von Frauen als auch von Männern getragen wurden. Und dass nicht nur Frauen auf hohen Hacken laufen können, beweisen eindrucksvoll die Drag Queens am Christopher Street Day. Als Fetisch lässt der Schuh im dritten Teil Sammlerherzen höher schlagen. Der Stöckelschuh als typisch weibliches Geschlechter­merkmal dient als Mittel der Verführung und veranlasst Frauen in hohe, enge und spitze Modelle zu schlüpfen. Im Namen der Erotik wird der weibliche Fuß zum Lotusfuß verstümmelt und der Hallux Valgus gefördert. Die vielfältige Sammlung veranschaulicht emotional aufgeladene Themenbereiche, die anhand von exklusiven Schuhobjekten internationaler Künstler untermauert und abstrahiert werden. Inklusive Angebote wie Hör-, Tast- und Lauf-Stationen sollen als Selbstverständlichkeit wahrgenommen werden und sich allen Besuchern als neue Sinnes-Erfahrung erschließen.


13.12.2019 – 16.02.2020
FORUM 051: Jonathan Danko Kielkowski – unbounded
“Schönheit verleitet die Menschen zum Hinschauen“, sagte der US-Amerikanische Fotokünstler und Dokumentarfotograf Richard Misrach. Auch der Fotograf Jonathan Danko Kielkowski (geb. 1988) transformiert seine Bilddokumente zu Kunstwerken. Seine Sujets sind vergessene und verlassene Orte menschlicher Geschichte. Ohne journalistische Anklage dokumentieren die Bilder Spuren menschlichen Eingriffs in die Natur und deren Ausbeutung. Beispielhaft dafür stehen seine Fotografien von dem 2012 vor der ligurischen Küste havarierten Kreuzfahrtschiff Costa Concordia. Dem Nürnberger Fotografen gelang es schwimmend das Wrack kurz vor dessen Ende zu fotografieren. Die aktuelle Arbeit und Buchpublikation von Kielkowski beschäftigt sich mit Pyramiden, einer ehemaligen sowjetischen Bergbaustadt auf Spitzbergen. Bizarr-morbide Landschaftsaufnahmen zeigen zeitgeschichtliche Dokumente gescheiterter technologischer Zukunftsvisionen.