Sonderausstellungen
Vorschau

11.10.2019 – 3.05.2020
Migration bewegt die Stadt Projekteinblicke V: Zwei Kugeln süß-sauer mit scharf! Generationen internationaler Gastronom_innen
München bietet eine große Auswahl an internationalen Restaurants, Cafés und Imbissen. Vorreiter des vielfältigen Angebots weltweiter Speisen und Restaurants waren und sind meist Migrant_innen. Sie bringen verschiedenste Esskulturen nach München und passen sie dem hiesigen Geschmack an. Diese gastronomischen Betriebe trugen und tragen wesentlich zur Entwicklung einer neuen Urbanität in München bei. Am Beispiel von drei sehr unterschiedlichen ausländischen Gastronomien spürt der Projekteinblick diesen besonderen Orten nach. Hier spielen neben dem Essen auch die Identität und der kulturelle Austausch eine besondere Rolle.


25.10.2019 – 26.01.2020
Bin NICHT im Orkus ‒ Das Buch. Comic-Collagen von Francesca Bettini und Gyula Molnàr
2009 erschufen die italienischen Objekttheatermacher Gyula Molnàr und Francesca Bettini die Ausstellungsinstallation „Bin im Orkus. Ein Tagebuch aus Matsch“ als Inszenierungstagebuch zum Stück „Kasperls Wurzeln“. Nach der Derniere des Theaterstücks erwarb die Sammlung Puppentheater / Schaustellerei Figuren und Bühne. Den Übergang aus der theatralen in die museale Welt haben Molnàr und Bettini nun in einem Comic in Szene gesetzt, das im Oktober 2019 im Verlag Theater der Zeit erscheint: Eine Reflexion über die Vergänglichkeit, über die Augenblickskunst des Theaters, über das, was für immer dem Vergessen anheimfällt und über das, was bleibt. Die Kabinettausstellung präsentiert die farbenprächtigen Collagen, die dem Buch zugrunde liegen und zeigt die Bühnenvorhänge und Figuren aus „Kasperls Wurzeln“.


15.11.2019 – 21.06.2020
Ready to go! Schuhe bewegen
Die Ausstellung bietet einen Rundgang mit kulturhistorischen und soziologischen Aspekten, wobei anhand von ca. 500 Paar Schuhen immer wieder die Emotionen im Vordergrund stehen, die entsprechende Fußbekleidung hervorrufen kann. Der Schuh als Statussymbol wie die Absatzschuhe des Barock und Rokoko erhöhten ihre Träger demonstrativ über das einfache Volk. Schuhe fungieren als Machtsymbol oder als Zeichen bzw. Statement einer Gruppenzugehörigkeit. Hier kommen Boots aus der Raver-Gothic-Szene zu Wort. Die Bedeutung der Fußbekleidung für die Gender-Thematik schlägt den Bogen von der knabenhaften Frau in Budapestern zur damenhaften Drag Queen in High Heels. Auch der Voyeur steht im Fokus, der in der Betrachtung der entsprechenden Fußbekleidung Erregung und Befriedigung erfährt. Als Fetisch lässt der Schuh Sammlerherzen höher schlagen und verlangt absolute Hingabe. Pumps dienen als Symbol weiblicher Fußbekleidung als Mittel der Verführung, während Stöckelschuhe als übersteigertes Reizobjekt Lust und Pein bereiten können. Im Namen der Erotik werden für kleine zierliche Füße Schmerzen und Fußverstümmelung in Kauf genommen, was in China der Lotus- oder Lilienfuß demonstriert, ist in der westlichen Mode der Hallux Valgus. Es liegt in der Natur der Sache, Schuhe als Gebrauchsgegenstand und Fortbewegungsmittel zu beleuchten. Hier reduziert sich die Bedeutung von Fußbekleidung und ihre ursprüngliche Funktion weitgehend auf den Schutz und den Halt beim Stehen und Gehen. Materialien der Kriegs- und Notzeit wie alte Gummireifen, Kork, Stroh, Holz und Nägel werden Baumpilzen, Mais, zerriebenen Steinen und Tierhufen gegenüber gestellt, mit welchen heute Künstlerinnen und Künstler und Designerinnen und Designer experimentieren. Neben dem vielfältigen hauseigenen Sammlungsbestand werden als Kontrast etwa 30 herausragende und zum Teil bizarre Schuhobjekte internationaler Künstlerinnen und Künstler präsentiert, welche die Thesen und Aussagen der Schau abstrahieren.


20.12.2019 – 23.02.2020
Gesichter der Stadt
Videoporträts von Kurt Benning und Hermann Kleinknecht

1996 entwickelten die Künstler Kurt Benning (1945–2017) und Hermann Kleinknecht (geb. 1943) das Langzeitprojekt „Videoporträts“. Ihr Konzept bestand darin, Protagonisten der Münchner Kunstszene, aber auch Menschen aus allen sozialen Klassen, unterschiedlichen Berufsgruppen und jeden Alters darüber sprechen zu lassen, was sie bewegt. Entsprechend vielfältig sind die (Selbst-)Darstellungen, die sich nicht nur im Gesprochenen, sondern auch in Stimme, Gestik und Körpersprache manifestieren.
Durch die Vielzahl und die Unterschiedlichkeit der Porträtierten geben die „Videoporträts“ einen Querschnitt durch die Münchner Gesellschaft unserer Zeit. Unter der Überschrift "Bilder für Alle" stellt die Ausstellung ergänzend einige offene, "demokratische" Porträtprojekte vor:
Im Rahmen einer Ausstellung zur Hundefotografie im Münchner Stadtmuseum im Jahr 1989 porträtierte die Museumsfotografin Kerstin Schuhbaum (*1957) dort Hunde zusammen mit Ihren Besitzer*innen.
Barbara Donaubauer (*1975) und Ulrike Frömel (*1968) bauten 2018 in der Münchner Innenstadt ein öffentliches Studio auf und fotografierten jede*n, der/die Lust darauf hatte. Diese Aktion werden die beiden Fotografinnen in der Ausstellung fortsetzen.
Die Münchner Künstlerin Jadranka Kosorcic (*1972) startet regelmäßig "Blind Dates" und zeichnet ihr unbekannte Menschen, die sich bei ihr per E-mail melden.
Im Rahmen ihres Projekts "Stundenporträts" malte die Münchner Künstlerin Gabriele Drexler (*1966) 2018 die Besucher*innen des Zwischennutzungsprojekts "Kunsthaus Raab" in München-Neuhausen.
Der Tübinger Musiker und Medienkünstler Timo Dufner (*1980) fusioniert die individuellen Gesichter der Ausstellungsbesucher*innen mithilfe künstlicher Intelligenz zu einem durchschnittlichen Gesicht.
Diese zeitgenössischen Arbeiten ergänzen die umfangreichen, stark historisch geprägten Porträtbestände der Sammlungen des Münchner Stadtmuseums und suchen neue Wege der Repräsentation der Bürger*innen zwischen Individuum und Typus.


07.02. – 14.06.2020
Vorbilder / Nachbilder
Die Ausstellung präsentiert erstmals eine Auswahl von circa 230 Originalfotografien aus dem Archiv der Universität der Künste Berlin, den ehemaligen Bildvorlagen- und Modellsammlungen, die innerhalb Deutschlands einzigartig sind. Diese dienten an Vorgängereinrichtungen, der Kunstakademie und der führenden Kunstgewerbeschule Berlins, die dem Kunstgewerbe-Museum angeschlossen war, als Muster und Lehrmittel. Die Bestände umfassen 25.000 Fotografien, die von namhaften Fotografen stammen: die Fratelli Alinari, Ottomar Anschütz, Ludwig Belitski (Sammlung Minutoli), Karl Blossfeldt, Georg Maria Eckert, Constant Famin, Wilhelm von Gloeden, Jakob August Lorent, Guglielmo Marconi, Albrecht Meydenbauer, James Robertson, Henry Peach Robinson und Giorgio Sommer, um nur einige Namen zu nennen. Daneben haben sich gegenständliche Lehrmittel zum Pflanzenstudium, nämlich Bronze-Plastiken und Herbarien, erhalten, die unter der Ägide Moritz Meurers angefertigt wurden. Zeichnungen und andere künstlerische Studien ergänzen die Lehrmittel. Diese Bestände wurden in einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsprojekt aufgearbeitet und erschlossen.
Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit dem Archiv der UdK Berlin und wird anschließend im Museum für Fotografie in Berlin gezeigt


07. – 15.03.2020
13. Münchner Bücherschau junior
Mehr als 5.000 Bücher und Kindermedien für die ganze Familie präsentiert die Münchner Bücherschau junior täglich von 9.00 bis 19.00 Uhr bei freiem Eintritt.
Das abwechslungsreiche Veranstaltungsprogramm bietet Workshops rund ums Buch, Exkursionen und viele Autorenlesungen aus spannenden Krimis, interessanten Sachbüchern und illustrierten Bilderbüchern.
www.muenchner-buecherschau-junior.de


29.05. – 13.09.2020
Welt im Umbruch. Malerei und Fotografie der 20er Jahre – Von Otto Dix bis August Sander
"Die 1920er Jahre waren eine Zeit der Extreme und Gegensätze, voller Hoffnung und Elend, Licht und Schatten. Im Dialog zwischen Malerei und Fotografie beleuchtet die Ausstellung eine Zeit, die künstlerisch voller Innovationen steckte und in der sich zugleich Vorboten des kulturellen Niedergangs im Nationalsozialismus mehrten. Die moderne Stilrichtung der Neuen Sachlichkeit in der Malerei und des Neuen Sehens in der Fotografie strebt eine sachliche und realistisch-veristische Wiedergabe des Bildgegenstands an. Die Ausstellung spürt diesem künstlerischen Dialog erstmals in Porträts mit besonderem Fokus auf Akt und Selbstbildnisse, Stadtansichten, Stillleben, Darstellungen von Industrie und Technik sowie politischen Collagen nach. Neben den circa 220 Fotografien, Gemälden und Grafiken werden auch die wichtigsten Fotopublikationen der Zeit  sowie ausgewählte Filme der künstlerischen Avantgarde zu sehen sein. Die Werke der Ausstellung stammen von Aenne Biermann, Erwin Blumenfeld, Otto Dix, Hugo Erfurth, Carl Grossberg, Florence Henri, Hannah Höch, Karl Hubbuch, Germaine Krull, El Lissitzky, László Moholy-Nagy, Albert Renger-Patzsch, Walter Peterhans, Max Radler, August Sander, Christian Schad, Rudolf Schlichter, Georg Scholz, Sasha Stone, Umbo u.a.
In Kooperation mit dem Bucerius Kunst Forum Hamburg.


17.07. – 27.09.2020
FORUM 051: Jonathan Danko Kielkowski – unbounded
“Schönheit verleitet die Menschen zum Hinschauen“, sagte der US-Amerikanische Fotokünstler und Dokumentarfotograf Richard Misrach. Auch der Fotograf Jonathan Danko Kielkowski (geb. 1988) transformiert seine Bilddokumente zu Kunstwerken. Seine Sujets sind vergessene und verlassene Orte menschlicher Geschichte. Ohne journalistische Anklage dokumentieren die Bilder Spuren menschlichen Eingriffs in die Natur und deren Ausbeutung. Beispielhaft dafür stehen seine Fotografien von dem 2012 vor der ligurischen Küste havarierten Kreuzfahrtschiff Costa Concordia. Dem Nürnberger Fotografen gelang es schwimmend das Wrack kurz vor dessen Ende zu fotografieren. Die aktuelle Arbeit und Buchpublikation von Kielkowski beschäftigt sich mit Pyramiden, einer ehemaligen sowjetischen Bergbaustadt auf Spitzbergen. Bizarr-morbide Landschaftsaufnahmen zeigen zeitgeschichtliche Dokumente gescheiterter technologischer Zukunftsvisionen.