30. September 2022 bis 5. März 2023

RADIO FREE EUROPE
Stimmen aus München im Kalten Krieg

Eine Ausstellung in der Galerie Einwand des Münchner Stadtmuseums mit einem Modul im Foyer des Jüdischen Museums München

Öffnungszeiten
Galerie Einwand: Dienstag – Sonntag 14.00–18.00 Uhr

Foyer des Jüdischen Museums München: Dienstag – Sonntag 10.00–18.00 Uhr

Die Ausstellung "Radio Free Europe. Stimmen aus München im Kalten Krieg" gibt anhand von fünf bewegten Biografien Einblick in das Leben von Mitarbeitenden der Radiosender "Radio Free Europe" und "Radio Liberty". Ob am Mikrofon oder hinter den Kulissen – durch die vielfältigen Lebensgeschichten entsteht ein vielstimmiges Bild der Sender von den Anfängen in den 1950er Jahren bis in die 1990er Jahre.

"Radio Free Europe" und "Radio Liberty" produzierten in München während des Kalten Krieges Nachrichten, Kultur- und Sportprogramme in über 20 osteuropäischen Sprachen. Die amerikanischen Sender wurden bis in die 1970er Jahre von der CIA finanziert und sollten in den kommunistischen Ländern Osteuropas, in denen es keine Medienfreiheit gab, eine Gegenöffentlichkeit herstellen. In der Sowjetunion galt München mitunter sogar als "Hauptstadt der feindlichen Emigration". Mit Störsendern, Agent*innen und gezielten Anschlägen wurde gegen das Wirken der Radiosender gekämpft. 1995 zogen die Sender nach Prag um. Sie senden heute noch in 20 Länder – unter anderem nach Afghanistan und aktuell wieder verstärkt nach Russland.

Aufgrund des Zweiten Weltkriegs befanden sich 1945 hunderttausende Menschen unfreiwillig in Bayern. Menschen aus vielen europäischen Ländern sind aus Konzentrations- und Arbeitslagern befreit worden. Darunter befanden sich auch die von den Nationalsozialisten als Jüdinnen und Juden Verfolgten, von denen nur wenige die Schoa überlebt hatten. Darüber hinaus war München für Osteuropäer*innen, die vor den neuen kommunistischen Machthabern flüchteten, die nächstgelegene Stadt in der amerikanischen Besatzungszone. Dort angelangt kamen einige dieser Personen auf unterschiedliche Weise in Kontakt zu "Radio Free Europe".

In der Galerie Einwand und im Foyer des Jüdischen Museums München kommen Zeitzeug*innen in Video-Interviews zu Wort. Fotos und Dokumente veranschaulichen ihren Weg nach München und ihre Arbeit für die US-amerikanische Militärregierung im Kalten Krieg. Viele wirkten im Hintergrund – zum Beispiel als Redakteure, Techniker oder als Analysten bei der Auswertung osteuropäischer Nachrichten. Aufgrund ihrer Sprach- und Landeskenntnisse konnten sie für die psychologische Kriegsführung im Kalten Krieg eingesetzt werden. Die Arbeit bei den Radios ermöglichte es ihnen, sich in München eine Existenz aufzubauen. Graphic Novels, die in Zusammenarbeit mit Studierenden der Hochschule für Kommunikation und Gestaltung in Ulm entstanden sind, geben Einblicke in entscheidende Momente aus dem Leben der ehemaligen Mitarbeitenden. Sie zeigen, wie das Ringen um Zugehörigkeit, Loyalität, Liebe und Anerkennung ihr Leben im München der Nachkriegszeit prägte.

Die Geschichte der Einwanderung in den ersten Jahren nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde in deutschen Stadtmuseen bisher kaum behandelt. Die unmittelbare Nachkriegsgeschichte aus jüdischer Perspektive ist dagegen von jüdischen Museen bereits genauer erforscht. Erstmals beleuchten nun das Münchner Stadtmuseum und das Jüdische Museum München mit dem Projekt "Nachkriegszeit und Migration in München" die Diversität in der lokalen Nachkriegszeit. In mehreren Ausstellungsprojekten werden unterschiedliche Themen dieses breiten Spektrums behandelt. "Radio Free Europe. Stimmen aus München im Kalten Krieg" präsentiert nun die ersten Ergebnisse und Sammlungsgegenstände.

In Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum München

Förderung: Kohlndorfer Stiftung, Institut für Stadtgeschichte und Erinnerungskultur

Kooperationspartner: Institut für Stadtgeschichte und Erinnerungskultur, Stadtarchiv München, Münchner Volkshochschule, Hochschule für Kommunikation und Gestaltung (Ulm)


Besuchsinformation

Öffnungszeiten

Dienstag - Sonntag 10.00-18.00 Uhr
Montags geschlossen

MittwochAbendGeöffnet!
Jeden 2. Mittwoch im Monat sind ausgewählte Ausstellungen des Münchner Stadtmuseums bis 20.00 Uhr geöffnet.

Filmmuseum – Vorstellungen
Dienstag - Donnerstag 19.00 Uhr
Freitag - Samstag 18.00 Uhr und 21.00 Uhr
Sonntag 17.00 Uhr

Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln

S/U-Bahn Station Marienplatz
U-Bahn Station Sendlinger Tor
Bus 52/62 Haltestelle St.-Jakobs-Platz

Kontakt

St.-Jakobs-Platz 1
80331 München
Tel. +49-(0)89-233-22370
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