Sammlung Emma Budge, 2012

Das Münchner Stadtmuseum hat insgesamt acht Kunstgegenständen aus der Sammlung Emma Budge restituiert. Bei den dem Anwalt der Erbengemeinschaft übergebenen Kunstwerken handelt es sich um eine Bronzebüste des Kurfürsten Max Emanuel von Bayern, die Elfenbeinstatuette eines Scherenschleifers (Anfang 18. Jahrhundert), einen Elfenbeinhumpen in vergoldeter Fassung (17. Jahrhundert) sowie zwei Kelchdecken (17. Jahrhundert), einen Tabernakelvorhang, ein ovales Deckchen und eine Kasel. Das Stadtmuseum entspricht damit der Washingtoner Erklärung von 1998 und der ein Jahr später erfolgten Erklärung der Bundesregierung, der Länder und der kommunalen Spitzenverbände zur Auffindung und zur Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgutes, insbesondere aus jüdischem Besitz.

Die genannten Kunstgegenstände waren im Oktober 1937 vom Münchner Stadtmuseum im Berliner Kunstversteigerungshaus Paul Graupe auf der Versteigerung des Nachlasses von Emma Budge (17.2.1852 – 14.2.1937) erworben worden. Nach dem Tod der jüdischen Sammlerin, die in Hamburg von 1903-1937 eine der wohl bedeutendsten Kunst- und Kunsthandwerkssammlungen zusammengetragen hatte, ließen die nationalsozialistischen Behörden die gesamte Kollektion im August 1937 nach Berlin bringen. In zwei Versteigerungen vom 04.-06. Oktober sowie vom 06.-07. Dezember 1937 wurde diese umfangreiche Privatsammlung im Berliner Auktionshaus Paul Graupe verkauft. Der Versteigerungserlös wurde nicht an die Erben ausbezahlt, sondern auf Sperrkonten für das Deutsche Reich „gesichert“.

Unter den Käufern waren zahlreiche deutsche Museen. Neben dem Münchner Stadtmuseum hatte unter anderen das Landesmuseum Schwerin eine Statuette aus Böttgersteinzeug erworben, die ebenfalls an die Erben von Emma Budge restituiert wurde. Das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe leistete eine Entschädigungszahlung an die Erben für zwei 1937 in Berlin erworbene Silberbecher. Das Bremer Focke-Museum restituierte eine Skulptur und ein Wappenkissen an die Erbengemeinschaft. Der größte Teil der Ende 1937 in Berlin versteigerten Kunstsammlung von Emma Budge gilt bis heute als verschollen.