leere Kinostuhlreihen aus rotem Stoff von hinten

Underdox

No Wave: Harald Vogls »New York Trilogie«

Harald Vogl ist Artist in Focus der 17. Ausgabe von Underdox. Unter dem Namen Harald V Uccello wurde er als bildender Künstler bekannt, u.a. für seine gezeichneten KATZEN DER ATALANTE, eine Hommage an Jean Vigo, auf die Leinwand gebracht in Karl Heils gleichnamigem Film. 1953 in Wien geboren, kam Vogl in den 1970er Jahren an die Münchner Akademie der Künste, wo er bei Günter Fruhtrunk Malerei studierte. Am Ende seines Studiums zeigte er weiße Leinwände, »leere Bilder «, Scharnierwerke zu seinem bereits angebrochenen intensiven Filmschaffen, das bis 1988 anhielt. »Die weißen Bilder waren für mich der Versuch, den Nullpunkt an Originalität zu malen. Das einzige, was mich noch störte, war, dass das Ergebnis dauernd sichtbar an der Wand hing. Der Film kam mir da entgegen. Die einzelnen Bilder waren nur mehr für so und so viele Augenblicke sichtbar; keiner konnte sie für sich haben, sie gehörten allen.« (Aus einem Interview mit Tom Wimmer in der Zeitschrift »24«, Nr. 1, Herbst 1991)
Zwischen 1975 und 1987 erstellte er mehr als 20 Filmunikate als derart gefasste immaterielle Malerei, meist in Super-8. »Diese Filme waren No-Budget-Filme. Eine S-8-Kamera war leicht zu haben, das Filmmaterial war billig, die Freunde waren Feuer und Flamme. Du konntest loslegen, ohne Erklärungen abzuliefern. Du konntest einen fertigen Spielfilm machen und im Kino vorführen. So wie du eine Reihe von Bildern malst und sie ausstellst. Es gab keine Drehbücher und lange Reden. Es war Modellbau von Freiheit.«
Vogel/Uccello ging bald nach New York. Dort kam er in Kontakt mit der No-Wave-Szene im Umfeld des legendären Club 57 im East Village und wurde Teil der Post-Punk-Periode und des Cinema of Transgression. 1975 zeigte er seine Filme erstmals in Jonas Mekas’ Anthology Film Archive, noch bevor er mit ONLY YOU (1981), OK TODAY TOMORROW (1983) und MEASURE TAKEN (1984) eine New-York-Trilogie schuf, der DEAR JIMMY (1978) vorangegangen war, ein Klassiker des No Wave. Seine Freunde wirkten als Darsteller mit, darunter die Underground-Ikone Patti Astor, Jim Jarmusch, derselbe Jahrgang wie Vogl, der gerade mit dem Filmemachen begann, der Filmemacher und No-Wave-Akteur Diego Cortez, der Schauspieler Gary Indiana (der später mit Christoph Schlingensief und Udo Kier zusammenarbeitete) und die Künstlerin Bibiena Houwer, die später mit Werner Schroeter arbeitete. Sie alle spielten die fiktiven Filmfiguren, gleichzeitig auch sich selbst und gelangten so zu einer »eigenartigen Präsenz«, die wörtlich zu nehmen ist: »Sie sind wirklich da in ihrer Art, der Eigenart ihrer Person. Das Fiktive geht völlig im Dokumentarischen auf – oder eher: eins ist ganz im andern aufgehoben. « (Johannes Beringer)
Underdox zeigt in seiner diesjährigen Ausgabe unter anderem die »New York Trilogie« in den vom Museum of Modern Art restaurierten Kopien als deutsche Erstaufführung. Harald Vogl ist zu Gast.
Dunja Bialas

www.underdox-festival.de

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