leere Kinostuhlreihen aus rotem Stoff von hinten

Kinuyo Tanaka

Die Regisseurin Kinuyo Tanaka

1953, als sie mit KOIBUMI (LIEBESBRIEF) ihren ersten eigenen Film inszeniert, ist die Schauspielerin Kinuyo Tanaka auf dem Gipfelpunkt ihrer Karriere, ein Superstar, drauf und dran, nach Japan auch den Rest der Welt zu erobern – insbesondere für ihre Auftritte in den Filmen Kenji Mizoguchis wird sie auf europäischen Festivals gefeiert; gleichzeitig ist sie erst die zweite Frau überhaupt, die in Japan professionell als Regisseurin arbeitet (nach Tazuko Sakane, die 1936 einen Spielfilm und Anfang der 1940er Jahre eine Reihe dokumentarischer, beziehungsweise propagandistischer Filme hauptsachlich in der Mandschurei dreht).

Ihre Auftritte vor der Kamera haben sie berühmt gemacht und ihr schließlich eine Tür geöffnet, die noch auf Jahrzehnte hinaus fast allen Frauen verschlossen bleibt. Als Tanaka 1924, mit 15 Jahren, zum ersten Mal vor der Kamera steht, ist ihr Schauspieldebut hingegen noch ein Zeichen für einen sozialen Abstieg. Tanakas Eltern gehören der oberen Mittelschicht an, geraten allerdings in den 1910er Jahren in finanzielle Schwierigkeiten und sehen sich deshalb gezwungen, eine ihrer Tochter im fragwürdigen Unterhaltungsindustriemilieu Geld verdienen zu lassen – in der Stummfilmära ist das japanische Kino noch zu weiten Teilen in der Hand der Halbwelt. Mit Anfang 20 wird Tanaka zum Star. In den 1930ern spielt sie oft modern girls, junge Frauen, die den westlichen Lebensstil angenommen haben, sich von der patriarchalen Familienstruktur lösen, sich ihre Liebhaber selbst aussuchen. Mit ihrem runden, weichen Gesicht und ihren

1,52 Metern Körpergröße ist sie nicht unbedingt prädestiniert fur solche Rollen. Tatsachlich ist sie in den Filmen eher die freche, neugierige Gore als die selbstbewusste Karrierefrau. Damit soll nicht gesagt sein, dass Tanakas Figuren unauthentische modern girls waren. Eher lässt es sich so beschreiben, dass sich in ihrem Spiel zwei gesellschaftlich vermittelte Impulse einen Körper teilen: der Appeal, den die neue, freiere Lebensweise auf junge japanische Frauen ausübt, und die durchaus auch inneren, psychologischen Widerstände, die diese Lebensweise überwinden muss.

Weiter im Text von Lukas Foerster  und zum pdf der Filmreihe mit allen Titeln und Terminen (17. Mai - 03. Juli 2022)

Ein Programm in Zusammenarbeit mit der Japan Foundation, Tōkyō, und dem Japanischen Kulturinstitut, Köln.

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