leere Kinostuhlreihen aus rotem Stoff von hinten

Judy Garland

Zum 100. Geburtstag von Judy Garland

Stars sind Menschen, die sich durch ein kleines extra Bisschen von normalen Menschen unterscheiden: »that little something extra« kann man aber nirgends kaufen, und man kann es auch nicht trainieren, es muss nur entdeckt werden. In George Cukors A STAR IS BORN aus dem Jahr 1954 verwendet der Schauspieler Norman Maine diese Formulierung gegenüber einer jungen Frau, die er gerade singen gehört hat. Sie heißt Esther Blodgett, ein Name, den man nur von den Eltern haben kann, denn niemand würde ihn sich freiwillig aussuchen. Esther zeigt sich empfänglich für den Hinweis auf ihr Talent. Sie sieht auch sofort eine mögliche Zukunft vor sich: »I’ll be made«. Auch dieses Wort ist verräterisch. Stars sind Naturtalente, sie werden als Stars geboren, sie müssen aber auch erst zu Stars gemacht werden. Sie müssen aus dem Naturzustand ihrer Begabung in ein Produkt verwandelt werden, in dem sich neben der Individualität mindestens so sehr die Norm spiegelt, die den Massengeschmack bestimmt. Stars leben und agieren in dieser Spannung zwischen Ausnahmeerscheinung und Jederfrau.

Alle diese Erfahrungen hat Judy Garland, wie wenige ihrer Kolleginnen, am eigenen Leib gemacht. Wie aus Esther Blodgett, die sie in A STAR IS BORN spielte, eine Vicki Lester wird, so begann auch ihr Weg mit einer Zweittaufe im Zeichen von Glamour: Judy Garland hieß als Kind noch Frances Ethel Gumm. Ihre Mutter war ihre erste Mentorin, eine Frau, die ihren Ehrgeiz auf ihre drei Töchter projizierte. Nur die kleinste wurde berühmt. Wie auch bei Esther Blodgett war es Judy Garlands Stimme, die ihr den Eintritt in die Welt der Träume verschaffte. Ein Casting bei dem Mogul Louis B. Mayer persönlich, dem legendär mächtigen Chef des damals größten und erfolgreichsten Filmstudios Metro-Goldwyn-Mayer, verlief 1935 erfolgreich und brachte ihr einen Vertrag ein. Schauspieler waren in dieser Ära so etwas wie hochbezahlte Angestellte. In einer Filmfabrik wie MGM liefen viele verschiedene Projekte parallel, und die Stars waren eine Verschubmasse in diesem stark auf Effizienz getrimmten System.

Judy Garland hatte ihre ersten Erfolge an der Seite von Mickey Rooney, einem der großen Idole der späten Dreißigerjahre. Sie trat mit ihm 1938 in LOVE FINDS ANDY HARDY auf, einem Vorläufer heutiger Serien. In insgesamt 17 Filmen zwischen 1937 und 1958 wurde ein amerikanischer Kleinstadtkosmos erschlossen, in dem Judy Garland drei Mal ein Teil war. Mit Mickey Rooney hatte sie eine wichtige Gemeinsamkeit: Beide waren Kinderstars. Der Übergang in eine normale Karriere als Erwachsener erweist sich dabei oft als schwierig. Für Garland war dieser Übergang mit einem der größten Hollywood- Erfolge aller Zeiten verbunden: In THE WIZARD OF OZ spielte sie 1939 das Mädchen Dorothy aus Kansas, sie sang das Lied »Somewhere Over the Rainbow«, und verließ mit diesem Technicolor-Märchen auch ihre Kindheit. Sie war damals 17 Jahre alt. Das Musical wurde aus naheliegenden Gründen ihr wichtigstes Genre: ihrer Stimme hatte sie ja ihre Karriere zu verdanken, für ihre Ausstrahlung als eher alltägliches Girl gab es in diesen Jahren, in denen die Wirtschaftskrise nach 1929 mühsam überwunden wurde, zahlreiche Rollen, mit denen die Fantasiewelten der Musicals ein wenig Bodenhaftung bekamen.

Weiter im Text von Bert Rebhandl und zum pdf der Filmreihe mit allen Titeln und Terminen.

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