FilmWeltWirtschaft

Solidarität

Filme und Termine

Der Wunsch nach einer solidarischen Gesellschaft wird immer lauter, gerade in Zeiten der immer übermächtiger werdenden »social media«, die einen zunehmend raueren Umgangston miteinander etabliert haben, die gleichzeitig zu einer größeren Vernetzung als auch zu immer mehr Vereinzelung führen. Ist Rücksichtnahme schlicht altmodisch konservativ oder rettet eine Solidarität letztendlich unsere Menschlichkeit und einen würdigen Umgang miteinander? In der diesjährigen Ausgabe der Reihe FilmWeltWirtschaft sind vom 23. bis 29. Januar 2020 kurze und lange Dokumentar-und Spielfilme zum Thema »Solidarität« zu sehen, die von Expert*innen und Filmschaffenden eingeführt und diskutiert werden. »Reise nach Jerusalem« ist ein Spiel, bei dem man Glück und Geschick braucht, um einen Stuhl zu ergattern: Es gilt, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.

Eva Löbau spielt in Lucia Chiarlas gleichnamigem Debütfilm aus dem Jahr 2018 die Enddreißigerin Alice, die wacker versucht, sich in Berlin als Freiberuflerin durchzuschlagen. Doch eigentlich ist sie eher arbeitslos und abhängig von Sozialbezügen – was sie beharrlich vor Freunden und Eltern verheimlicht. Niemand kann daher verstehen wie tief Alice im Chaos steckt, denn sie lügt gut und spielt ihrem Umfeld die erfolgreiche Freelancerin vor. Auch als sie eine gutgemeinte »Maßnahme« der Arbeitsagentur vorzeitig abbricht, will sie die Fassade solange wie möglich aufrechterhalten. Doch in einer Gesellschaft, die sich immer stärker durch Arbeit, Erfolg und Geld definiert, wird dies immer mehr zu einem aussichtsloses Unterfangen. Es gibt bekanntlich keine Probleme mehr, sondern nur noch »Herausforderungen«, Krisen werden als Chance zur Veränderung gesehen. In Griechenland haben fünf Krisenjahre zu einer ökonomischen und sozialen Katastrophe geführt, so dass elementare Bedürfnisse der Bevölkerung nicht mehr befriedigt werden können. Als Reaktion darauf ist eine Solidaritätsbewegung entstanden, zu der auch etwa vierzig sogenannte »Kliniken der Solidarität« im ganzen Land gehören, die als Privatinitiaven gegründet wurden. Der Film KRISIS (2017) von Wolfgang Reinke porträtiert Freiwillige, die Menschen helfen, die keinen Zugang mehr zum öffentlichen Gesundheitssystem haben. Die Filmvorführung und die anschließende Diskussion mit Beteiligten findet in Kooperation mit dem Institut für Soziologie der LMU statt.

Eine weitere Kooperation besteht mit dem Verein Münchner Forum e.V., der sich seit über fünfzig Jahren für eine menschengerechte Stadtentwicklung einsetzt. Zum Dokumentarfilm GROSSSTADT – STADT DER GROSSEN von Klaus Stanjek gibt es eine Diskussionsrunde zum Thema »Stadt von unten« aus Sicht der Kinder. Auch wenn der Film bereits 1995 in München gedreht wurde, sind viele der Hindernisse und Unzulänglichkeiten aus Kindersicht heute noch immer aktuell. Stanjek drehte das Leben in einer Großstadt aus der Sicht von unten und schuf damit ein provokatives Dokumentarspiel über strukturelle Kinderfeindlichkeit, das manchmal mit versteckter Kamera und heimlichen Tonaufnahmen gedreht wurde. Die Kinder wussten Bescheid, die Erwachsenen nicht. Wie und ob sich die Strukturen bis heute geändert haben und welche Bedeutung die Planung für die kleineren Fußgänger heute hat, wird nach der Vorführung mit Städteplaner*innen diskutiert.

Claudia Engelhardt


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