leere Kinostuhlreihen aus rotem Stoff von hinten

Film und Psychoanalyse

Film und Psychoanalyse: Im Sog des Totalen

Ganz jenseits des Filmischen ist unsere Gegenwart Im Sog des Totalen, und zwar auf mindestens dreierlei Weise: Erstens ist sie absorbiert von einem allumfassenden Konsum- und digitalen Kommunikationsrausch, der zweitens beträchtliche Teile des öffentlichen Diskurses durch reflexartige Beschleunigung vollkommen zwischentonlos gemacht hat. Immer geht es »ums Ganze« – was dann jede relativierende Abwägung ausschließt. Drittens sind wir als Konsequenz konfrontiert mit einem erschreckenden Zuwachs an Totalitärem, das Anderes und Andere niederschreit, unterdrückt, Vernichtung androht und in Gang setzt. Das Private, auch das Unbewusste, wird in diesen Prozessen einerseits mitgerissen und instrumentalisiert, partiell aufgesogen und marginalisiert, es treibt sie aber andererseits auch an.
Die Filme, die wir ausgewählt haben, spiegeln die damit verbundenen Bedrohungen und die verzweifelte, oft verfehlte Suche nach Auswegen wider – sie haben das Thema in bildreiche Erzählungen eingearbeitet: Bong Joon-hos SNOWPIERCER thematisiert in der zentralen Metapher des endlos um eine leblose Welt rasenden Zuges vor allem die Beschleunigung, die allein und unhinterfragbar das Überleben zu sichern scheint und alle Beziehungen auf gewaltsam eskalierende Klassenkämpfe reduziert. Drei Filme (Zvjagincevs LOVELESS, Rasoulofs DIE SAAT DES HEILIGEN FEIGENBAUMS und Glazers THE ZONE OF INTEREST) thematisieren die offenkundig scheiternden, ja abstoßenden Versuche, sich mitten in totalitären, pervertierten und mörderischen Systemen konsumistisch und privatistisch »einzurichten«. Lediglich Truffauts FAHRENHEIT 451, der älteste Film unserer Auswahl, thematisiert einen gewissen Ausweg: den in die Welt des Symbolisierten, der Bücher.
(Matthias Baumgart)

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Besuchsinformation

Öffnungszeiten

Interimsausstellung “What the City. Perspektiven unserer Stadt” im historischen Zeughaus
Dienstag–Sonntag 11.00-19.00 Uhr
Eintritt frei

Filmmuseum – Vorstellungen
Dienstag / Mittwoch 18.30 Uhr und 21.00 Uhr
Donnerstag 19.00 Uhr
Freitag / Samstag 18.00 Uhr und 21.00 Uhr
Sonntag 17.00 Uhr

Das restliche Museum ist aufgrund der Generalsanierung aktuell geschlossen.

Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln

S/U-Bahn Station Marienplatz
U-Bahn Station Sendlinger Tor
Bus 52/62 Haltestelle St.-Jakobs-Platz

Kontakt

St.-Jakobs-Platz 1
80331 München
Tel. +49-(0)89-233-722370
E-Mail stadtmuseum(at)muenchen.de
E-Mail filmmuseum(at)muenchen.de

Kinokasse Tel. +49-(0)89-233-724150

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