Film und Psychoanalyse

Film und Diskussion: "Das Böse"

Stellvertretende Grausamkeit war schon im alten Rom eine staatstragende Belustigung. Die Faszination des Bösen zieht sich durch die Zivilisationsgeschichte. Emotionen wie Schauder, Angst, Schrecken, Widerwillen, Abscheu und Hass werden in der Kunst ästhetisch angeeignet und dadurch kanalisiert. Wenn im Western die Gerechtigkeit durch den Meisterschuss aus der Waffe des Helden siegt, genießen wir klammheimlich die Aggression im legitimen Gewand. Filmpsychoanalyse fragt danach, wann und warum wir das Böse im Kino suchen. Ist Aggression ein Trieb? Eine Reaktion auf gefühlte Bedrohung oder Verlust von sicherer Bindung? Ohnmacht und Wut entstehen, wenn wir uns an etwas anpassen müssen, das wir nicht kontrollieren können. Sie suchen ihr Ventil in der Faszination des Bösen. Das gilt für Zeiten von Krieg und Krise, aber auch von unterschwelliger Veränderung. Gegenwärtig stehen wir inmitten der globalen digitalen Revolution, und das hat die Spielregeln der Ästhetik des Bösen verändert: Es wird nicht mehr moralisch eingehegt, vielmehr haben negative Serienhelden ein Massenpublikum erreicht. In einem medialisierten und entkörperlichten Alltag, aufgerufen zu Dauerkonsum und Dauererfolg, in stets von Algorithmen angestacheltem und niemals gesättigtem Resonanzhunger im Netz schauen wir gern böse Filme an und bleiben brav. Oder? (Andreas Hamburger)

Alle Spieltermine und Filme der Reihe finden Sie im PDF des Programmhefts.

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Dienstag - Freitag 19.00 Uhr
Samstag 17.00 Uhr und 20.00 Uhr
Sonntag 17.00 Uhr

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