leere Kinostuhlreihen aus rotem Stoff von hinten

Die Treppe von Odessa

Die Treppe von Odessa

Vor genau 100 Jahren wurde Sergej Eisensteins BRONENOSEC POTEMKIN (PANZERKREUZER POTEMKIN) erstmals in Deutschland gezeigt. Mit dem Film nahm die Sowjetavantgarde ihren Platz im Weltkino ein, mithilfe einer Begebenheit aus der gescheiterten ersten Russischen Revolution von 1905. Matrosen der zaristischen Schwarzmeerflotte protestieren gegen verdorbenes Fleisch. Sie sollen als Meuterer erschossen werden, doch die Solidarität der Kameraden (»Brüder!«) verhindert dies. Die Offiziere werden verjagt und ein im Gemenge getöteter Matrose auf der Hafenmole aufgebahrt, solidarisch betrauert von der Stadtbevölkerung. Darauf richten zaristische Kosaken auf der Hafentreppe von Odessa ein Massaker an, bis die Geschütze des Panzerkreuzers solidarisch eingreifen. Im Finale fährt der aufständische Panzerkreuzer »Fürst Potemkin« mit stampfenden Kolben der versammelten Zarenflotte entgegen – allein ...

Und auch der Solidarität? Der Film unterläuft den üblichen Illusionismus durch virtuos gehandhabte Kontraste auf allen Ebenen: schockhafte Bildkollision, grafisch geordnete Volumen, unerwartete Zeitraffungen und Zeitdehnungen. Dazu tritt die bei PANZERKREUZER POTEMKIN berühmte, in Geräusch überspringende Filmmusik von Edmund Meisel, entstanden 1926 in Berlin in Zusammenarbeit mit Eisenstein. Die Akribie der Montage, die filmische Opulenz, die Gewaltexplosion und die Massenflucht auf der Treppe tragen rasch zum Mythos des Films bei. Seit Eisenstein ist die Darstellung sich empörender Menschen eines der Hauptthemen des Kinos. Insbesondere die von Eisenstein virtuos montierte Treppensequenz gehört zu den am meisten zitierten und variierten Szenen der Filmgeschichte. Die Szenen hatte Eisenstein am Originalschauplatz in der Hafenstadt Odessa in der Ukraine gedreht.

Weiter im Text von Thomas Tode und zum pdf der Filmreihe

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Besuchsinformation

Öffnungszeiten

Interimsausstellung “What the City. Perspektiven unserer Stadt” im historischen Zeughaus
Dienstag–Sonntag 11.00-19.00 Uhr
Eintritt frei

Filmmuseum – Vorstellungen
Dienstag / Mittwoch 18.30 Uhr und 21.00 Uhr
Donnerstag 19.00 Uhr
Freitag / Samstag 18.00 Uhr und 21.00 Uhr
Sonntag 17.00 Uhr

Das restliche Museum ist aufgrund der Generalsanierung aktuell geschlossen.

Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln

S/U-Bahn Station Marienplatz
U-Bahn Station Sendlinger Tor
Bus 52/62 Haltestelle St.-Jakobs-Platz

Kontakt

St.-Jakobs-Platz 1
80331 München
Tel. +49-(0)89-233-722370
E-Mail stadtmuseum(at)muenchen.de
E-Mail filmmuseum(at)muenchen.de

Kinokasse Tel. +49-(0)89-233-724150

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