
Architekturfilmtage
Architekturfilmtage - Häuser erzählen

Architektur ist die Kunst des Raums. Film ist die Kunst der Zeit. In der Kombination beider Künste lassen sich die Vorzeichen wunderbar umdrehen. Wie etabliert ein Film den Raum? Wie erzählt ein Haus von der Zeit? 2025 sind mehrere bemerkenswerte Spielfilme in die Kinos gekommen, die die Perspektive wechseln und aus den Blickwinkeln von Häusern erzählen – von ihren Bewohnerinnen und Bewohnern, den Liebesgeschichten, den Dramen, die sich unter ihrem Dach abspielen, von Streit, Freude, Einsamkeit. Joachim Triers SENTIMENTAL VALUE führt gleich zu Beginn die alte, im norwegischen Drachenstil erbaute Villa der Familie Borg in Oslo als eigenen Charakter ein, die als Chronistin vom Leben in ihren Räumen berichtet und die Stimmungen spiegelt. Der Weggang des Vaters etwa, der Bruch in der Familie, führt zu einem Riss, der das ganze Haus durchzieht.
Dieser Ausgangspunkt führt zu einer Erzählform, die nicht an einer horizontalen Zeitachse ausgerichtet ist, sondern eine vertikale Linie etabliert, auf der sich verschiedene Zeitebenen stapeln. Nicht nur SENTIMENTAL VALUE schichtet so höchst kunstfertig verschiedene Lagen übereinander. Weiter Beispiele sind IN DIE SONNE SCHAUEN von Mascha Schilinski oder Christian Petzolds MIROIRS NO. 3. Die Geschichten der verschiedenen Generationen, die nacheinander ein Haus bewohnt haben, kommen aus dem Nacheinander in eine Gleichzeitigkeit und können auf eine besondere Art durch das Haus miteinander kommunizieren. In SENTIMENTAL VALUE ist es zum Beispiel ein Ofenrohr, über das Gespräche in anderen Teilen des Hauses belauscht werden können, das aber irgendwie auch wie ein Zeittunnel funktioniert.
Weiter im Text von Mara Rusch und zum pdf der Reihe
Besuchsinformation
Öffnungszeiten
Interimsausstellung “What the City. Perspektiven unserer Stadt” im historischen Zeughaus
Dienstag–Sonntag 11.00-19.00 Uhr
Eintritt frei
Filmmuseum – Vorstellungen
Dienstag / Mittwoch 18.30 Uhr und 21.00 Uhr
Donnerstag 19.00 Uhr
Freitag / Samstag 18.00 Uhr und 21.00 Uhr
Sonntag 17.00 Uhr
Das restliche Museum ist aufgrund der Generalsanierung aktuell geschlossen.
Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln
S/U-Bahn Station Marienplatz
U-Bahn Station Sendlinger Tor
Bus 52/62 Haltestelle St.-Jakobs-Platz
Kontakt
St.-Jakobs-Platz 1
80331 München
Tel. +49-(0)89-233-722370
E-Mail stadtmuseum(at)muenchen.de
E-Mail filmmuseum(at)muenchen.de
Kinokasse Tel. +49-(0)89-233-724150
Informationen zur Von Parish Kostümbibliothek in Nymphenburg

