The Zone of Interest | USA 2023 | R+B: Jonathan Glazer | K: Łukasz Żal | M: Mica Levi | D: Sandra Hüller, Christian Friedel, Johann Karthaus, Nele Ahrensmeier, Luis Noah Witte | 106 min | OmU | Wenn von Auschwitz die Rede ist, dann meist im Ton bedrückten Respekts, im besseren Fall mit sprachloser Trauer, oft aber mit der (zur Zeit weniger) stillschweigenden Annahme, das sei der Abgrund der anderen, nicht der eigene. In seinem tief unter die Haut gehenden Film beweist uns Jonathan Glazer das Gegenteil. Die Verwicklung, die er zeigt, ist nicht nur im privaten Umfeld des Lagerkommandanten Höß verortet, sondern auch in dem des Zuschauers und der Zuschauerin. Sandra Hüller spielt meisterhaft die Normalfrau in ihrem ebenso hilf- wie ruchlosen Versuch, beharrlich ein richtiges Leben im falschen zu führen. Der filmpsychoanalytische Zugang wird sich mit der Frage auseinandersetzen, wo und wie diese auf Ausblendung beruhende Normalität, die Banalität des Bösen, in uns selbst und im eigenen Alltag steckt. Gerade weil der Film den Schrecken nicht zeigt, uns selbst aber zwingt, ihn zu imaginieren, kommen wir an dieser Frage nicht vorbei.
Eintrittspreis 5 € (3 € bei MFZ-Mitgliedschaft), Aufschläge bei Überlänge, Live-Musik oder 3D. Die Kasse öffnet jeweils 60 Minuten vor und schließt 30 Minuten nach Beginn der Vorstellung. Bei allen öffentlichen Veranstaltungen verbleibt ein Kartenkontingent für den freien Verkauf an der Abendkasse.



