Le Fond de l’air est rouge (Rot ist die blaue Luft) | Frankreich 1977 | R+B: Chris Marker | K: Pierre-William Glenn, Willy Kurant | M: Luciano Berio | D (Stimmen): Simone Signoret, Jorge Semprun, Davos Hanich, François Périer, Yves Montand | 180 min | OmeU | Ende der 1970er Jahre zieht Chris Marker die Bilanz der politischen Linken – nach den Niederlagen in Lateinamerika, dem Sieg des Vietcong in Vietnam, der politischen Eiszeit unter Brežnev in den Staaten des Warschauer Paktes. Philosophische und politische Betrachtungen werden mit Fotos, Dokumentarstücken, Fernsehbildern und eigenen Aufnahmen verknüpft, poetisch stilisiert und hinterfragt. »Die Quintessenz dessen, was uns die Montage von LE FOND DE L’AIR EST ROUGE vorführt, lautet: Die ›historische Wahrheit‹ ist fragwürdig. Geschichtsschreibung vergänglich, unser Erinnerungsvermögen relativ und unzuverlässig. Wahrhaftig ist nur der Blickwinkel des Augenblicks, der als solcher ausgewiesen wird. An Beispielen eigener, früherer Filme und ihrer Zitation in späteren Filmen zu unterschiedlichen Zeitpunkten weist Marker auf die Widerrufbarkeit zeitgeschichtlicher Dokumentaraufnahmen hin. Nur die ›Geschichte, die immer ein weitaus größeres Vorstellungsvermögen hat als wir selber‹ (Marker im Schlusskommentar), weiß, wie lange dieser Blickwinkel seine Gültigkeit behalten mag.« (Ursula Langmann)
Eintrittspreis 5 € (3 € bei MFZ-Mitgliedschaft), Aufschläge bei Überlänge, Live-Musik oder 3D. Die Kasse öffnet jeweils 60 Minuten vor und schließt 30 Minuten nach Beginn der Vorstellung. Bei allen öffentlichen Veranstaltungen verbleibt ein Kartenkontingent für den freien Verkauf an der Abendkasse.



