Im Lande Peer Gynts | Deutschland 1933 | R+B: Ulrich K. T. Schulz | K: Kurt Stanke, Wilhelm Mahla | M: Ludwig Brav | 15 min | OF | Landschaftsfilme aus Norwegen waren beim deutschen Publikum schon in der Kaiserzeit und in der Weimarer Republik beliebt. IM LANDE PEER GYNTS baut auf dieser Tradition mit beeindruckenden Landschaftsaufnahmen auf – bemerkenswert für die damalige Zeit sind vor allem einige Unterwasseraufnahmen. Der Film zeigt zahlreiche Attraktionen, die im nationalsozialistischen Deutschland radikalisiert und rassifiziert wurden: norwegische Bauernkultur, Fjordlandschaften, Fahnen, Trachten, Volksmusik und Hochzeitstraditionen. Ähnliche Motive spielten eine entscheidende Rolle bei vielen Verfilmungen norwegischer Literatur im »Dritten Reich«. Dass Peer Gynt im Titel genannt wird, ohne im Film selbst thematisiert zu werden, reflektiert, wie enorm populär Ibsens Stück zur Zeit von Hitlers Machtantritt war. – Peer Gynt | Deutschland 1934 | R: Fritz Wendhausen | B: Josef Stolzing-Czerny, Richard Billinger, Fritz Reck-Malleczewen | K: Carl Hoffmann | M: Giuseppe Becce | D: Hans Albers, Lucie Höflich, Marieluise Claudius, Olga Tschechowa, Otto Wernicke | 118 min | OF | Als Großfilm konzipiert und im folgenden Jahr für die Biennale in Venedig nominiert, war Fritz Wendhausens PEER GYNT der erfolgreichste Ibsen-Film während der NS-Zeit. In der Titelrolle brilliert Hans Albers – einer der populärsten Schauspieler im »Dritten Reich«, obwohl er eine gewisse Distanz zum Regime pflegte. Der Film nimmt sich gegenüber der literarischen Vorlage etliche Freiheiten heraus. Der gebrochene Bauernsohn Peer nimmt hier die Gestalt eines germanischen Superhelden an, während die bei Ibsen tumb-patriotischen Trolle die Rolle zynischer Kapitalisten übernehmen. Carl Hoffmann, einer der bedeutendsten Kameramänner der Weimarer Republik (u.a. FAUST – EINE DEUTSCHE VOLKSSAGE, 1926) drehte den Film in Norwegen, Hamburg, London und Kairo. PEER GYNT zeigt eine Reihe von beeindruckenden Landschafts- und Stadtansichten, doch der Film achtet sorgfältig darauf, dass kein Ort die imaginierte Urheimat im Norden übertrifft.
Eintrittspreis 5 € (3 € bei MFZ-Mitgliedschaft), Aufschläge bei Überlänge, Live-Musik oder 3D. Die Kasse öffnet jeweils 60 Minuten vor und schließt 30 Minuten nach Beginn der Vorstellung. Bei allen öffentlichen Veranstaltungen verbleibt ein Kartenkontingent für den freien Verkauf an der Abendkasse.



