Öffentliche Führungen

Sonntag, 7. April 2019, 15:30 Uhr

Die Hammond B3 Orgel

Gesprächskonzert mit Matthias Bublath


Der Münchner Pianist, Organist und Komponist Matthias Bublath präsentiert eine original Hammond B3 Orgel mit zahlreichen Erläuterungen zur Entstehung, Funktionsweise und Bedeutung für Jazz und Pop und führt mit ausgewählten Solo Stücken in die spannende Klangwelt des Instruments ein, begleitet von Oscar Kraus am Schlagzeug. Die Hammond Orgel, entwickelt 1934 von dem amerikanischen Ingenieur Laurens Hammond (1895-1973), beruht auf dem elektromagnetischen Klangerzeugungsprinzip des Dynamophons, eines von dem Amerikaner Thaddeus Cahill (1867-1934) gebauten, mehrmanualigen elektronischen Tasteninstruments. Während die Klangerzeugung des rund zweihundert Tonnen wiegenden Dynamophons, ähnlich wie bei der Hammond Orgel, über Zahnradgeneratoren erfolgte, war dessen Klangübertragung Anfang der 1900er Jahre über die Telefonleitungen möglich. Die Hammond Orgel, deren Größenverhältnis die Voraussetzung für die Massenproduktion in den USA schaffte, setzte sich bald schon im Bereich der Popularmusik durch. Um den Eingang des Instruments in die Kirchen zu verhindern, kam es jedoch zu gerichtlichen Auseinandersetzungen zwischen Hammond und Firmen, die traditionelle Pfeifenorgeln herstellten. Eigens für die Hammond Orgel wurden eine Reihe von Effektregistern sowie um 1940 das Leslie-Kabinett entwickelt, ein – nach seinem Erfinder Donald Leslie (1911-2004) benannt – separates elektromechanisches Effektgerät zur Klangaufwertung elektronischer Orgeln.

Matthias Bublath studierte am Berklee College of Music in Boston, an der Manhattan School Of Music in New York City sowie an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz in den Hauptfächern Jazz-Klavier, Komposition, Arrangement sowie Instrumental- und Gesangspädagogik. Bevor er im Jahr 2009 in seine Heimatstadt München zurückkehrte, lebte er ein Jahrzehnt lang als freischaffender Musiker in New York City. Matthias Bublath trat weltweit auf verschiedenen Musikfestivals auf, wie auf dem Montreux Jazz Festival (Schweiz), Kora all Africa Music Awards (Johannesburg, Südafrika), dem John F. Kennedy Center for the Performing Arts (Washington, USA) und dem Sol Organ Festival (Beirut, Libanon). Bereits zwei Tourneen führten ihn durch ganz Japan. Neben seiner regen Konzerttätigkeit als Solist und Ensemblemusiker erschließt Matthias Bublath in seiner Arbeit als Komponist stets neue Wege der Klangästhetik. Mit seinen Eigenkompositionen bezieht er sich auf den Sound der Genreklassiker des Jazzpianos und der Hammond B3 Orgel. Er tritt mit unterschiedlichsten Projekten auf, die von Jazz, Blues, Funk über Gospel bis hin zu Neuinterpretationen und Improvisationen über bekannte Klavierwerke aus der Literatur der klassischen Musik reichen.

Mit seiner neugegründeten Eight Cylinder Bigband, die sich aus siebzehn Musikern der europäischen Jazzszene zusammengesetzt, erhielt Matthias Bublath im Jahr 2018 den Förderpreis Initiative Musik Berlin. Als mittlerweile zwölfte Veröffentlichung wird er im Mai sein „Eight Cylinder Bigband“ Album, eine explosive und spannende Mischung aus Funk, Soul, Blues und Latin Jazz, aufnehmen, welches bei ENJA RECORDS erscheinen wird.

zurück