Revolutionär und Ministerpräsident – Kurt Eisner (1867-1919)

Die Persönlichkeit Kurt Eisners wird auch heute noch von unterschiedlichen Interessengruppen vereinnahmt. Wird er einerseits als Idealist und Utopist abgetan, so loben ihn andere als fortschrittlichen Mann der Tat.

Zum 150. Geburtstag von Kurt Eisner zeigte das Münchner Stadtmuseum vom 12. Mai 2017 bis 14. Januar 2018 eine Ausstellung, die den publizistischen und politischen Werdegang des ersten bayerischen Ministerpräsidenten herausstellte, der nach nur rund 100 Tagen Regierungszeit am 21. Februar 1919 auf offener Straße erschossen wurde.

Die Ausstellung bereitete den gesamten Lebensweg Eisners auf und machte nachvollziehbar, wie der Politiker vom „Gefühlssozialisten“ zur prägenden Persönlichkeit der Revolution vom November 1918 wurde. Noch bis in die 1990er-Jahre hinein stufte das historische Gedächtnis Eisner als Utopisten und Idealisten ein. Erst die Biografie von Bernhard Grau (München, 2001) wertete die gesamten historischen Quellen zu Kurt Eisners Leben aus und kam zu anderen, differenzierten Schlüssen.

Diese biografische Darstellung bildete den Auftakt zu einer Reihe von Veranstaltungen, mit denen die Landeshauptstadt München den historischen Ereignissen der Jahre 1918 und 1919 nachspürt.

In folgenden zehn Kapiteln wird der Kern der Sonderausstellung zum ersten bayerischen Ministerpräsidenten präsentiert. Von Kurt Eisners privatem Hintergrund, über seine Zeit als Journalist und Politiker bis hin zu seiner Ermordung 1919.

sfas