Migration

München ist eine Migrationsstadt, denn: Migration beeinflusst alle gesellschaftlichen Bereiche und urbanen Entwicklungen. Migration – der dauerhafte Wechsel des Lebensumfeldes einer Person über mindestens eine Staatsgrenze hinaus – ist mit ihren unterschiedlichen Formen, Anforderungen und Debatten der Normalfall und ein untrennbarer Bestandteil der Gesellschaft in ihrer Geschichte, Gegenwart und Zukunft.

Nach einer vierjährigen Projektphase hat der Stadtrat der Landeshauptstadt München beschlossen Migrationsforschung ab 2019 als eine dauerhafte Aufgabe im Münchner Stadtmuseum zu verankern. Ziel ist es die Migrationsgeschichte Münchens durchgehend im Museum sichtbar zu machen und für diese Verankerung ein Bewusstsein in der Öffentlichkeit zu schaffen. Dazu werden Akteure, Orte und Bilder befragt, die den urbanen Alltag der Migrationsstadt München, aber auch verschiedene Facetten von Rassismus und Diskriminierung verdeutlichen. Außerdem werden die Sammlungen nach Objekten und Quellen durchsucht, die von Münchens Migrationsgeschichte erzählen, bisher stand dieser Aspekt aber nicht im Vordergrund. Oft betrachten diese Objekte und Quellen die Migrationsgeschichte allerdings von einer Außenperspektive.

Blaumann des BMW-Arbeiters Osman Ölmez. Herr Ölmez arbeitete von 1977 bis 2007 in der Karosserie des Münchner BMW-Werks, © Münchner Stadtmuseum
Brautkleid von Resmiye Sönmezler, 1968, © Münchner Stadtmuseum
Privatfotos der Familie Günes. Vorne: in der Nähe vom Ostbahnhof 1976, © Münchner Stadtmuseum
Gästebuch des spanischen Restaurants Sevilla, 1950-1965, © Münchner Stadtmuseum
Stangenmarionette „Mann“ des Tschechischen Emigrantentheaters Pokrok, 1910-1938, © Münchner Stadtmuseum
Fußball-Pokal „Bunt kickt gut“ aus dem Multikulturellen Jugendzentrum Westend, 2006, © Münchner Stadtmuseum
Tragetasche „40 Jahre Ausländerbeirat München“, 2014, © Münchner Stadtmuseum
Türgriffe aus dem Gebäude des Senders Radio Free Europe, 1950-1995, © Münchner Stadtmuseum
Schallplatte Bülent Ersoy - Mahşeri Yaşıyorum, 1981, © Münchner Stadtmuseum
Schwimmbrille, Essenskonserven, Münzen und Geldscheine unterschiedlicher Währungen – Fundstücke vom Münchner Hauptbahnhof im November 2015. Provenienz: Flüchtlingshilfe München e.V. © Münchner Stadtmuseum
Pontische Lyra (dreisaitiges Streichinstrument) von Theodoros Boulgarides (1964-2005) © Münchner Stadtmuseum
Modul in der Dauerausstellung „Typisch München!" seit Dezember 2016: „Gesellschaftliche Folgen des NSU in München“ © Münchner Stadtmuseum

Durch die Ergänzung der bestehenden Sammlungen mit Schenkungen/Zuwendungen migrantischer Vereine, Organisationen und Einzelpersonen soll diese Geschichte erweitert und neue Stimmen sowie Positionen in die Sammlungsbestände eingebracht werden. Für die Vermittlung und den Sammlungsaufbau entstehen neue Kooperationen und partizipative Ausstellungsformate, die die Räume des Münchner Stadtmuseums mitunter verlassen werden und eine Perspektive auf München als Einwanderungsstadt ermöglichen.

sfas