Open Scene

Die Termine der „Open Scene“ am Donnerstag sind teilweise für aktuelle Sonderveranstaltungen reserviert. Das Programm wird spätestens etwa eine Woche vorher festgelegt und in den Schaukästen an der Kinokasse, über den Film-Newsletter, auf Facebook, auf Twitter, durch Ankündigungen in der Tagespresse und hier auf dieser Homepage bekannt gegeben.


Vom 9. bis 19. Mai 2019 findet im Filmmuseum das Internationale Dokumentarfilmfestival DOK.fest statt.

Am Donnerstag, 30. Mai 2019 um 19.00 Uhr ist im Rahmen von UNDERDOX-Halbzeit der Filmemacher Thomas Heise mit seinem Dokumentarfilm HEIMAT IST EIN RAUM AUS ZEIT zu Gast.

In Erinnerung an Hannelore Elsner: DIE UNBERÜHRBARE von Oskar Roehler am Do 23.5.19 um 19.00 Uhr

(c): Distant Dreams

Am 21. April 2019 ist Hannelore Elsner mit 76 Jahren verstorben. In Erinnerung an eine großartige Schauspielerin zeigen wir am Donnerstag, 23. Mai 2019 um 19.00 Uhr in der „Open Scene“ einen ihrer größten Erfolge als Charakterdarstellerin, das Drama DIE UNBERÜHRBARE (2000) von Oskar Roehler, in dem sie die Schriftstellerin Gisela Elsner auf überragende Weise verkörpert.

Die Unberührbare
Deutschland 2000 | Buch + Regie: Oskar Roehler | Kamera: Hagen Bogdanski | Darsteller: Hannelore Elsner, Vadim Glowna, Tonio Arango, Michael Gwisdek,·Bernd Stempel | 110 min

Herbst 1989, die letzten Monate der Schriftstellerin Gisela Elsner, die im Film Hanna Flanders heißt. Sie ist die Mutter des Regisseurs Oskar Roehler, der ihre tragische Vita ohne Rückblenden und in Schwarz-Weiß-Bildern erzählt. Hannas große Zeit ist vorbei, und so versucht die in München lebende linke Schriftstellerin, ihre Lebenskrise mit dickem Make-up, Kettenrauchen, Alkohol und Medikamenten zuzudecken. Möglichst bleich, mit schwarzen Balken um die Augen und mit einer ausladenden schwarzen Perücke will sie unnahbar wirken – und ihrem Leben ein Ende setzen. „Es macht mich krank, wie sich die Einheitsmenschen hier breit machen“, sagt sie einer Journalistin, die sie zu ihrer Einschätzung des Mauerfalls befragt. Die Realität hat die Illusion des „real existierenden Sozialismus“ eingeholt. Hanna beschließt von München nach Berlin überzusiedeln um an ihre Vergangenheit anzuknüpfen, doch auch bei ihren alten Freunden stößt sie auf Mauern.

„Oskar Roehler inszeniert ein Stationendrama der fortschreitenden Auflösung, voll beschämender Begegnungen, eine Rundreise in die Sackgasse. Er rückt sehr dicht heran an seine Hauptfigur und hält zugleich respektvoll Abstand. (…) Unter Roehlers Regie spielt Hannelore Elsner die Rolle ihres Lebens. Ihr Gesicht spiegelt beständig den inneren Widerstreit zwischen Selbstaufgabe und Selbstbeherrschung, ihre Stimme tänzelt schneidend über dem Nichts, messerscharf und zerbrechlich zugleich. Jede schroffe Geste ist von Haltlosigkeit umrahmt, in jedem Zusammenbruch flackert noch ein Überlebenswille. Wie schade, dass Hannelore Elsner nach dieser herausragenden Leistung wieder gezwungen sein wird, zurückzuschrumpfen auf Fernsehformat.“ (Merten Worthmann / Die Zeit, 19.4.2000)

Hannelore Elsner erhielt für ihre Darstellung im Jahr 2000 den Deutschen Filmpreis sowie den Bayerischen Filmpreis als beste Hauptdarstellerin.

(c): Distant Dreams

 

 

 

 

 

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