Open Scene

Die Termine der „Open Scene“ am Donnerstag sind teilweise für aktuelle Sonderveranstaltungen reserviert. Das Programm wird spätestens etwa eine Woche vorher festgelegt und in den Schaukästen an der Kinokasse, über den Film-Newsletter, auf Facebook, auf Twitter, durch Ankündigungen in der Tagespresse und hier auf dieser Homepage bekannt gegeben.


MUSIK IM FAHRTWIND von Henriette Kaiser am Do 21.12.17 um 19.00 Uhr

Als Hommage an den Münchner Musikkritiker Joachim Kaiser, der am 18. Dezember 89 Jahre alt geworden wäre, zeigen wir in der „Open Scene“ am Donnerstag, dem 21. Dezember 2017, um 19.00 Uhr den Dokumentarfilm „Musik im Fahrtwind – Joachim Kaiser“ (2006) von seiner Tochter Henriette Kaiser. Die Regisseurin ist am Abend zu Gast!

Musik im Fahrtwind
Deutschland 2006 | Regie + Buch: Henriette Kaiser | 88 Minuten

Joachim Kaiser, Jahrgang 1928, arbeitete über 50 Jahre als Musik-, Literatur- und Theaterkritiker bei der Süddeutschen Zeitung und erwarb sich dadurch den Ruf eines "Großkritikers" und Universalgelehrten. Henriette Kaiser, seine Tochter, begibt sich in ihrem Film auf die Suche nach dem Menschen im Vater. Die Auseinandersetzung eröffnet dabei eine Konfrontation mit verschiedenen Geisteshaltungen und gesellschaftlichen Entwicklungen zwischen den Generationen. Der persönliche Film führt auch in die deutsche Nachkriegsgeschichte, zu Joachim Kaisers Geburtsort Milken in Ostpreußen. Stets getragen vom Fahrtwind auf dem Fahrrad und von familiärer Selbstironie geht es auch um den Wertewandel der Medien und um die faszinierend große Welt der kulturellen Ästhetik.

Neben Joachim Kaiser und seiner Familie kommen viele Freunde und Weggefährten zu Wort wie Hans Magnus Enzensberger, Dominik Graf, Alexander Kluge und Michael Krüger. Nicht nur die Redaktionsräume der Süddeutschen Zeitung mitten in Münchens Innenstadt gibt es heute nicht mehr, auch Vicco von Bülow alias Loriot, Marcel Reich-Ranicki und Werner Burkhardt sowie viele weitere Protagonisten sind inzwischen verstorben. So zuletzt Joachim Kaiser selber im Mai dieses Jahres. „Musik im Fahrtwind“ ist ohne Absicht ein lebendiges Stück Zeitgeschichte geworden.

„Stets hält sie [Henriette Kaiser] sehr unangestrengt die Balance zwischen Nähe und Distanz, zwischen Bewunderung und Skepsis, kurz: zwischen Tochterliebe, Vaterkritik und professioneller Neugier. Die Vergangenheitsfahrt (nach Ostpreußen) ist der Höhepunkt ... völlig unpathetisch – aber man spürt förmlich die große Einsamkeit und die Verzweiflung, gegen die er dabei ankämpft. Was dieses filmische Portrait im ganzen charakterisiert: Souveränität und Selbstironie. Oder, wie Kaiser selbst sein Grundgefühl beschreibt: Emotionsgewissheit." (FAZ, Jochen Hieber)

Henriette Kaiser und ihr Bruder werden bei der Vorführung anwesend sein.

 

 

sfas