Highlights des Münchner Stadtmuseums

Hermann Obrist, Der „Peitschenhieb“

Der Eintritt in das 20. Jahrhundert war mit der kulturellen Anstrengung verbunden, einen neuen Kunststil zu schaffen. Die internationalen Varianten dieser Bewegung wurden als "Art Nouveau", "Modern Style" oder "Modernismo" bekannt. Ihre deutsche Entsprechung erhielt in München den der Zeitschrift "Jugend" entlehnten Namen "Jugendstil". Auf einer Münchner Ausstellung war im Jahr 1896 ein bestickter "Wandbehang mit Alpenveilchen" des Schweizers Hermann Obrist zu sehen. Die auf den ersten Blick kaum erkennbare Pflanze ist in der Form einer schlingernden Spirale gezeichnet. Überwältigt schrieb ein Besucher: "Wie die jähen, gewaltsamen Windungen der Schnur beim Knallen eines Peitschenhiebes erscheint uns die rasende Bewegung." Der Vergleich gab dem Werk nicht nur seinen fortan gültigen Namen, der "Peitschenhieb" war von der Wucht eines Urknalls, mit dem sich der Münchner Jugendstil weit über die Stadtgrenzen hinaus Gehör verschaffte. Der "Peitschenhieb" ist im 2. Stock, im Monachiasaal der Dauerausstellung "Typisch München!" zu sehen.