Zauberkunst und Film

Der doppelte Blick

Der große Zauberkünstler Kalanag

Vielleicht ist es kein Zufall, dass die Geburt des Films mitten in das Goldene Zeitalter der Zauberkunst fiel. Im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert wurden Zauberkünstler von Presse und Publikum wie Stars behandelt und reisten mit spektakulären Shows um die Welt. Viele Namen der damaligen Protagonisten, wie Carl Hertz, Servais le Roy, Howard Thurston oder Harry Kellar, sind in der Öffentlichkeit heute ebenso vergessen wie die meisten Namen der ersten Filmpioniere. Nur der Ruhm von Harry Houdini hat bis in die heutige Zeit überdauert. In gewisser Weise zu Unrecht, denn er galt unter seinen zeitgenössischen Kollegen zwar als sensationeller Entfesselungskünstler und genialer Selbstvermarkter, jedoch nur als mittelmäßiger Zauberkünstler, vergleichbar mit der Qualität als Schauspieler, die er in seinen späteren Ausflügen zum Film an den Tag gelegt hat. Zu unterschiedlich sind die Anforderungen des akrobatischen Entfesselungshandwerks und der – neben dem manipulativ-technischen Trickhandwerk – hauptsächlich auf psychologischen Nuancen und Finten beruhenden Zauberkunst. Houdini jedoch wusste um seine Grenzen und beauftragte einige kreative Nebendarsteller dieser Epoche wie Charles Morrit, Kunststücke für ihn zu entwickeln, so dass er 1918 u.a. mit der Illusion eines verschwindenden Elefanten vor 5.000 Zuschauern im New Yorker Hippodrome Erfolge feiern konnte. Josephy, P. T. Selbit, Guy Jarrett und Buatier de Kolta waren weitere kreative Köpfe dieser Epoche, die hauptsächlich im Hintergrund agierten, neue Tricks, Techniken und Prinzipien für die Zauberkunst erfanden.

Haupt- und Nebendarsteller in einer Person war der englische Zauberkünstler David Devant, genialer Erfinder und origineller Präsentator. Er war bereits in ganz London als Zauberkünstler bekannt, bevor er zusammen mit John Neville Maskelyne in der St. George’s Hall und später in der Egyptian Hall jahrzehntelang auftrat. Devants und Maskelynes Erfindungsreichtum versprach in jeder Saison neue Kunststücke und veranlasste den amerikanischen Zauberkünstler Harry Kellar, der stets auf der Suche nach Ideen war, jährlich nach London zu reisen. Schließlich warb er einen Mitarbeiter Devants ab, den deutschen Zauberer Paul Valadon, um an die Geheimnisse der Kunststücke zu gelangen, die er sich auch nach mehrmaligem Besuch der Vorstellungen nicht erklären konnte. Eine Anekdote der Zauberhistorie, die Eingang fand in das Drehbuch für Christopher Nolans THE PRESTIGE.

Weiter im Text von Thomas Fraps und zum Programm der Filmreihe (19. September bis 19. Dezember 2018)

THE PRESTIGE (2006) von Christopher Nolan
SCOOP (2006) von Woody Allen

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