Will Tremper

Eine Hommage an den Regisseur und Autor

Will Tremper und sein Team bei den Dreharbeiten zu DIE ENDLOSE NACHT im Berliner Flughafen Tempelhof (1963)

Ein Mädchen kommt nach Berlin, auf der Avus, in einem Opel, ein Mann hat sie mitgenommen, da ist der Funkturm, erklärt er ihr, sie lacht fröhlich. So fängt Will Trempers PLAYGIRL an. Sie ist Model, Alexandra Borowski, sucht Arbeit in Berlin und einen reichen Industriellen. Sie hat eine angenehm unkomplizierte Art, mit Männern umzugehen, sie zu Gefälligkeiten zu animieren – ihr das Gepäck aus dem Kofferraum holen, ein Zimmer besorgen. Mit dem einen Mann, Harald Leipnitz, geht sie ins Schwimmbad, beim anderen, Paul Hubschmid, steigt sie in den Swimmingpool. Eva Renzi spielt Alexandra, mit einer bezaubernden Natürlichkeit, weit lässiger als die Kollegin Uschi Glas als Münchner Schätzchen.

PLAYGIRL ist ein Glanzstück der beschwingten Sechziger, ein Film, der jede Sekunde in der Schwebe bleibt, er kommt nie zur Sache. In dem das deutsche Kino dem der Pariser Nouvelle Vague ganz nahe ist. Das Playgirl zeigt dem männlichen Pendant, dem Playboy, wo es lang geht, wenn eine Frau Ernst macht damit, ihren Impulsen zu folgen, ihrem Lustbedürfnis. Berlin ist eine Sünde wert. Will Tremper hat einige der reinsten Filme gedreht, aber er ist kein Cineast, keiner, der wie die jungen Franzosen das Kino im Kino gelernt hätte als ein Metier, und die Zeit, die er überhaupt dem Kino widmete, war nur sehr kurz, Mitte der Fünfziger bis Mitte der Sechziger. »Ein Routinier ohne Routine, ein Handwerker ohne Ausbildung, ein Cinemane ohne Filmkultur«, schrieb Enno Patalas 1966 in der Zeit. Tremper ist ein Schreiber, ein Reporter und Journalist, später dann ein Autobiograf. Er hat für den Stern geschrieben und für die Zeit. Stargeschichten, Mädchengeschichten, Deutschland, deine Sternchen ... Das Kino war ihm Fortsetzung des Journalismus, Schlagzeilenkino, wie Sam Fuller es in Hollywood praktizierte, Kolportage, die von der Wirklichkeit erzählt und sie auf den Punkt bringt. Es hat ihn nicht weiter überrascht, wie leicht im Kino sich Effekte setzen lassen. Er erzählt Fluchtgeschichten, geht über Grenzen, erforscht Transiträume.

Wie das journalistische Business funktioniert, hat Tremper sehr plastisch erzählt am Beispiel seiner Reportage von Gary Coopers Tod. Er war nach Los Angeles geschickt worden vom Stern, weil das Ableben des todkranken Hollywoodstars absehbar war. Aber Cooper starb einfach nicht, und am Ende verpasste Tremper den Tod. Er schrieb die Reportage dennoch. Auch der Tod ist in diesem Metier ein Fake. Über das Ethos des Journalismus hat er dann das Drehbuch zu NASSER ASPHALT geschrieben.

Weiter im Text von Fritz Göttler und zum Programm-pdf der Filmreihe (27.11. bis 19.12.2018)
Kalenderdatei als ical

Wir freuen uns, dass die Schauspielerin Hannelore Elsner zur Eröffnung der Reihe am Dienstag, 27. November um 19.00 Uhr zur Vorführung von DIE ENDLOSE NACHT im Filmmuseum zu Gast ist!

DIE ENDLOSE NACHT (1963) mit Hannelore Elsner
Eva Renzi in PLAYGIRL (1966)

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FLUCHT NACH BERLIN (1961)
FLUCHT NACH BERLIN (1961)

Filmmuseum München

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Vorführzeiten
Dienstag / Mittwoch / Freitag / Samstag / Sonntag 18.30 Uhr und 21.00 Uhr
Donnerstag 19.00 Uhr
Montag keine Vorstellung
Bei Überlänge gelten geänderte Vorführzeiten!

Eintrittspreise
Regulär 4 €
Mitglieder des MFZ 3 €
Aufschlag bei Überlänge oder Sonderveranstaltungen 1 € / 2 €

Rollstuhlfahrer / Hörgeschädigte
Das Kino im Untergeschoss ist über einen Aufzug für Rollstuhlfahrer zugänglich. Die Behindertentoilette befindet sich im Untergeschoss neben dem Kinoeingang. Der Kinosaal ist mit einer Induktionsschleife für Hörgeschädigte ausgestattet.

Programmheft
Das gedruckte Programmheft mit ausführlichen Angaben zu den Filmen ist im Filmmuseum erhältlich.

Sie können das Programmheft und den Spielplan auch herunterladen:
PDF Heft 35 (6. September 2018 - 27. Februar 2019)
PDF Heft 35 Kalenderübersicht
Alle Termine und Filmtexte für Kalender-Apps als webcal (stetig aktualisiert) oder als statischer iCal.
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Jubiläumsbroschüre (Hg. MFZ 2013)
PDF 50 Jahre Filmmuseum

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