Universal Monsters

Genüsslicher Grusel

Boris Karloff (bedeckt), Colin Clive und Dwight Frye in James Whales FRANKENSTEIN (1931)

1931 brachten die Universal Studios mit DRACULA und FRANKENSTEIN zwei Filme heraus, die in einen zentralen Zyklus von Horrorfilmen mündeten und prägend für das amerikanische Horrorkino wurden. Ihre Monstergeschichten schockierten die Hüter der öffentlichen Moral und ergötzten das blutrünstige Publikum.

Für den Kontext ist es wichtig sich zu vergegenwärtigen, inwiefern das ursprüngliche Kinopublikum die klassischen Monsterfilme der Universal Studios anders erlebte als das heutige. An erster Stelle steht hier die Vertrautheit. Wenige Filme sind in der Kultur so allgemein präsent wie diese. Nach 80 Jahren Hommagen und Parodien ist der Vampir im Abendanzug ein fast allgegenwärtiger Archetyp geworden, der uns von Kinofilmen über Fernsehwerbung bis in die Sesamstraße begegnet – doch stets aus demselben Ursprung: Bela Lugosi in Universals DRACULA. Ebenso die Silhouette mit dem flachen Schädeldach, die ganz selbstverständlich Frankensteins Monster kennzeichnet: Auch die wurde bei der Universal erdacht. Rasende Dörfler mit Fackeln und Heugabeln vor einer Spinnweben-verhangenen Burg: Die Ikonographie des Horrors kommt aus Universal City.

Diese Vertrautheit hat freilich ihren Preis. Während zeitgenössische Zuschauer zu zitternden Nervenbündeln wurden, hat sich der Schockwert über die Jahre vermindert und die Filme wirken heutzutage ausgesprochen zahm. Im Kontext des Jahres 1931 dagegen boten sie nie Gesehenes – eine Kreatur, die der Todesruhe entrann, indem sie sich parasitisch vom Blut der Lebenden ernährte; ein Etwas, künstlich zum Leben erweckt, gefertigt aus Kadavern vom Friedhof und vom Galgen … Kein Wunder, dass das Publikum dafür neue Begriffe brauchte: Erst der doppelte Erfolg von DRACULA und FRANKENSTEIN brachte den Terminus »Horror« in den allgemeinen Sprachgebrauch.

James Oliver / Christoph Michel

Zum Artikel und zu den Film- und Termininformationen der Reihe (7. März bis 20. Juni 2017)

Ernest Thesiger, Colin Clive, Boris Karloff und Elsa Lanchester in einer Drehpause bei James Whales BRIDE OF FRANKENSTEIN (1935)

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