Paul Newman

Der Unbeugsame

CAT ON A HOT TIN ROOF (1958) von Richard Brooks mit Elizabeth Taylor

Gern wies Paul Newman darauf hin, wie oft er im Leben unverschämtes Glück hatte – typisch für seinen selbstironischen Charme nannte er sich »the luckiest son-of-a-bitch«. Das Glück bestand nicht nur darin, dass er zur rechten Zeit am rechten Ort war, es begann schon weitaus früher, als »gute Samenreise mit günstigem Anschluss im Mutterleib für glückliche Gene« (»For me, being lucky starts when you have a good sperm ride that makes a good womb connection that produces lucky genes.«) Die genetische Grundausstattung war schon vom Äußeren her beachtlich: ein griechischer Gott aus dem Mittleren Westen, mit den blauesten Augen seit Frank Sinatra. Er kam am 26. Januar 1925 in Ohio zur Welt, diente im Zweiten Weltkrieg im Pazifik und ging dann nach New York. Bald fand er Engagements am Broadway, aber wer so gut aussieht, steht nicht lang auf den Brettern, den ereilt bald der Ruf aus Hollywood. Das Stardasein war nicht nur Verheißung, denn er wollte nicht auf sein Aussehen reduziert werden; schließlich hatte Newman seine Ausbildung am New Yorker Actors Studio absolviert, als seine Kollegen Marlon Brando und Montgomery Clift das Spiel auf der Bühne und das Spielen für den Film neu definierten.

Zu Beginn von Newmans Karriere war viel die Rede davon, dass er Brando zu ähnlich sehe. Elia Kazan schlug seinem Produzenten Budd Schulberg schon 1953 vor, ihn statt Brando für ON THE WATERFRONT (DIE FAUST IM NACKEN, 1954) zu nehmen: »Der Junge wird garantiert ein Filmstar. Nicht der geringste Zweifel. Er sieht genauso gut aus wie Brando, und seine starke männliche Ausstrahlung ist unmittelbarer. Als Schauspieler ist er noch nicht so gut wie Brando, womöglich wird er es nie. Aber er ist ein verflucht guter Schauspieler mit reichlich Energie, reichlich Innenleben, reichlich Sex.« Da er stets sein Glück betonte, erscheint es nur passend, dass sein Durchbruch mit dem Film SOMEBODY UP THERE LIKES ME (DIE HÖLLE IST IN MIR, 1956) kam. Der Originaltitel könnte als Überschrift über Paul Newmans Leben stehen. Er gewinnt bitter ironische Bedeutung, wenn man ihn auf den Schauspieler anwendet, der ursprünglich für die Rolle besetzt war: James Dean, Newmans Freund aus dem Actors Studio, starb kurz vor Drehbeginn in einem Autounfall, abruptes Ende einer Karriere, die gerade erst so verheißungsvoll begonnen hatte. Hollywood schien in Newman einen vorgefertigten Ersatz für Dean zu sehen und gab ihm Rollen in ganz anderen Fächern als denen, die er später selber aussuchte – häufig Figuren, deren Motivation schwer nachzuvollziehen ist, wie Brick in Richard Brooks’ Verfilmung von CAT ON A HOT TIN ROOF (DIE KATZE AUF DEM HEISSEN BLECHDACH, 1958).

Weiter im Text von James Oliver und zum Programm der Filmreihe (12. April – 26. Juni 2019)

TORN CURTAIN (1966) von Alfred Hitchcock
HOMBRE (1967) von Martin Ritt

Nach oben

Filmmuseum München

Kartenvorbestellungen nur telefonisch unter Tel. 089-233-96450

Büro Filmmuseum Tel. 089-233-22348
E-Mail

facebook

twitter

Vorführzeiten
Dienstag / Mittwoch / Freitag / Samstag / Sonntag 18.30 Uhr und 21.00 Uhr
Donnerstag 19.00 Uhr
Montag keine Vorstellung
Bei Überlänge gelten geänderte Vorführzeiten!

Eintrittspreise
Regulär 4 €
Mitglieder des MFZ 3 €
Aufschlag bei Überlänge oder Sonderveranstaltungen 1 € / 2 €

Rollstuhlfahrer / Hörgeschädigte
Das Kino im Untergeschoss ist über einen Aufzug für Rollstuhlfahrer zugänglich. Die Behindertentoilette befindet sich im Untergeschoss neben dem Kinoeingang. Der Kinosaal ist mit einer Induktionsschleife für Hörgeschädigte ausgestattet. Der Empfang ist auf den Plätzen am Anfang und am Ende der Sitzreihen am besten.

Programmheft
Das gedruckte Programmheft mit ausführlichen Angaben zu den Filmen ist im Filmmuseum erhältlich.

Sie können das Programmheft und den Spielplan auch herunterladen:
PDF Heft 36 (28. Februar - 28. Juli 2019)
PDF Heft 36 Kalenderübersicht

Alle Termine und Filmtexte für Kalender-Apps als webcal (stetig aktualisiert) oder als statischer iCal.
Anleitung bei Problemen mit Google Kalender

Jubiläumsbroschüre (Hg. MFZ 2013)
PDF 50 Jahre Filmmuseum

Zur Sammlung

Jugendschutzbeauftragter
Fabian Schauren, E-Mail